Außerdem am Freitag neu: H.E.R., Benjamin Francis Leftwich, Negatiiv OG, Slut, Tom Morello, etc.

Konstanz (mvf) - Mit dem neuen BSH-Album läuft es im Prinzip wie mit den Letzten: "Ich bin immer noch der Alte, nur halt anders, denk nicht so genau drüber nach, aber gib Respekt dafür." Kaum ein Rapper hat sich in diesen Breitengraden über die letzten fünfzehn Jahre so vehement und oft neu erfunden. Spricht bei ihm aber weniger für Fantasie als für Sound-Mietnomadentum. Dieses Mal also Trap auf Flers Label mit Flers Produzenten, der akustisch auffällig nach Fler klingt? Da kann man sich jetzt über die Authentizität streiten. Unterhaltsam wird es allemal, aber bestimmt nicht so unterhaltsam, wie wenn er sich in spätestens zwei Jahren mit Fler zerstritten hat und sein nächsten Back-to-the-roots-Straßenrap-Album veröffentlicht.

Hach, wie zuckersüß das Leben doch manchmal sein kann. Wer hätte sich denken lassen, dass es noch einmal einen Moment geben wird, in dem Andi Deris, Kai Hansen und Michael Kiske gemeinsam auf einer neuen Helloween-Platte zu hören sein werden? Nicht umsonst ist das selbstbetitelte Projekt der Hamburger derzeit eines der heiß ersehntesten Alben am Metal-Horizont. Die erste Single "Skyfall" gibt bereits einen hochwertigen 12-minütigen (im Single-Edit "nur" 7-minütigen) Vorgeschmack auf das gesamte Album, das Dani Löble auch als das "ultimative Helloween-Erlebnis" bezeichnet. Dabei macht sich schon jetzt bemerkbar, dass jeder Fan aus jeder Helloween-Ära durchaus von der großen Reunion profitieren und auf seine Kosten kommen könnte.

Guwop hat nichts zu beweisen. Er war eh nie ein großer Album-Artist und macht sein Geld inzwischen vorrangig hinter den Kulissen, wo er mit dem Signing von Pooh Shiesty und Foogiano letztens bewiesen hat, dass er immer noch einen sehr stabilen Riecher fürs Geschäftliche besitzt. Aber vielleicht sollte diese Ausgangslage die Erwartung für "Ice Daddy" ein bisschen höher schrauben? Seine Schäfchen sind im Trockenen, Gucci Mane ist nicht mehr darauf angewiesen, zwanzig Mixtapes im Monat zu droppen. Dieses Album will er machen. Also: Wenn das zu einem Gem wie "DropTopWop" führt, dann kann man das eigentlich nur begrüßen.

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Aus der Tatsache, dass Gabi Wilson lieber ihre Musik als ihre Person in den Vordergrund stellt, macht die 23-jährige Kalifornierin mit ihrem Moniker H.E.R. kein Geheimnis. Sie kann es sich jedoch auch leisten, ihre Musik für sich sprechen zu lassen. Obwohl mit "Back Of My Mind" gerade einmal ihr erstes Album in den Starlöchern steht, hat H.E.R. mit sämtlichen EPs von "H.E.R. Volume 1" bis hin zu "I Used To Know Her" in den letzten Jahren bereits die amerikanische R&B-Welt ihm Sturm erobert. Egal ob Grammys, Platinschallplatten, Kollaborationen mit Daniel Caesar und YG oder die Nationalhymne beim Super Bowl, für H.E.R. gibt es nur eine Richtung: mit Vollgas nach vorne. Die Singles "We Made It" und "Hold On" machen dabei aber auch nicht den Anschein, als würde sie in naher Zukunft aufhören weiterhin abzuliefern.

Dieser Gnom hat kurz wirklich ausgesehen, als würde er das neue große Ding am Trap-Himmel werden. Mit einem Braids-Look, der wie Rin in noch mehr Trottel aussah und einem Beef mit Yin Kalle darüber, wer von ihnen mehr Xanax nimmt, hat Negatiiv OG sich auch direkt sehr eindrucksvoll in den Zirkus eingepasst. Aber auch diese Aufmerksamkeit hat nachgelassen und mit dem Release von "Reich Der Schatten" bewegt er sich wieder um die 100.000-Klicks-Underground-Schneegrenze. Sein Fehler? Vielleicht, dass er über die Zeit irgendwie geradezu gut geworden ist. Klar, inhaltlich geben auch die Singles nichts her, aber verdammt, hat der Junge an seinem Flow gearbeitet. Wenn man sich mal von seinen Image-Fettnäpfchen abkoppelt, könnte dieses kommende Tape gar nicht so schlecht werden.

Slut haben sich verändert, in vielerlei Hinsicht. Nach acht Jahren Pause und momentan als Quartett unterwegs, beschreitet die Band auf ihrem kommenden Album "Talks Of Paradise" auch musikalisch neue Wege. Weg mit den kolossalen Gitarrenwänden und her mit neuen melodischen Synth-Pop-Schätzen. Slut wollen etwas wagen und sich nicht dem Klischee der alteingesessen festgefahrenen Kultband hingeben. Manchmal braucht es dafür einfach eine Zeit lang Abstand und keinerlei Druck, um sich selbst neu zu erfinden und alternative Wege zu ergründen. Gerade deshalb können sich Fans der bayerischen Gruppe aber auf situative Momentaufnahmen und ein rundum neues Musikerlebnis freuen.

Alle Neuerscheinungen vom 18. Juni auf einen Blick:

Amber Lucid - Get Lost In The Music (EP)
Amythyst Kiah - Wary + Strange
Angelique Kidjo - Mother Nature
Arelsum - Arelsum III
Authority Zero - Ollie Ollie Oxen Free
Azure Ray - Remedy
Bass Sultan Hengzt - Ketten Raus Kragen Hoch
Benjamin Francis Leftwich - To Carry A Whale
Berliner Weisse - Spüre Dein Herz
Berwyn - Tape 2 / Fomalhaut
Blank Gloss - Melt
Boot & Tax - Bootlicker
Bossk - Migration
Calimeros - Bahama Sunshine
Chalice Of Sin - Chalice Of Sin
Cola Boyy - Prosthetic Boombox
Colin Macleod - Hold Fast
Constancia - Brave New World
Country Westerns - Country Westerns (EP)
Covey - Class Of Cardinal Sin
Crobot - Rat Child (EP)
Crowne - Kings In The North
Crypta - Echoes Of The Soul
Czarface & MF DOOM - Super What?
Dag - Pedestrian Life
Deap Valley - American Cockroach (EP)
Dejan Terzic Axiom - Silent Dancer
Diskoromantik - Disko Ist Die Band
Don Cherry - The Summer House Sessions
Duvel - Duvel
Eisregen & Goatfuneral - Bitterböse
Eloïse - Somewhere In-Between
Evolfo - Site Out Of Mind
Franc Zappa - Zappa '88: The Last U.S. Show
Francis Lung - Miracle
Fear Factory - Aggression Continuum
Fourty - Afterhour
GoldLink - HARAM!
Grasscut - Haunts (EP)
Griff - One Foot In Front Of The Other
Gucci Mane - Ice Daddy
H.E.R. - Back Of My Mind
Hacktivist - Hyperdialect
Hania Rani - Music For Film And Theatre
Hayley Mary - The Drip
Heavy Temple - Lupi Amoris
Helloween - Helloween
Hemi Hemingway - The Lonely Hunter (EP)
Henning Hans - Ich Hatte Mein Handy Hätte Man Mich Gebraucht
Jake Miller - Silver Lining II
Joan Armatrading - Consequences
Joe Astrey - Reconstruction
Kasper Bjørke - Glassy (EP)
Kent Hilli - The Rumble
Kings Of Convenience - Peace Or Love
Konstantin Wecker - Utopia
Land Trance - First Séance
Laurel - Limbo Cherry (EP)
Leo Almunia - Minor Circle
Ludovic Alarie - Ludwig
Mahmood - Ghettolimpo
Mando Diao - Dance With Somebody (Red Vinyl Edition)
Matt Bachmann - Dream Logic
Matt Christensen - Constant Green
Matthew Dear - Preacher's Sigh & Potion: Lost Album
Max Bloom - Pedestrian
ME REX - Megabear
Mieke Miami - Montecarlo Magic
Monograms - Floors And Ceilings
Morbus Chron - Sweven (Black Vinyl Edition)
Mountain Movers - World What World
Muse - Origin Of Symmetry (XX Anniversary RemiXX)
Negatiiv OG - Reich der Schatten
Neonfly - The Future, Tonight
Nichts - Tango 2000 (Remastered Deluxe Edition)
Nichts - Made In Eile (Remastered Deluxe Edition)
Nick Cave & Warren Ellis - Carnage
Perilymph - Tout En Haut
Pharaoh - The Powers That Be
Ra'is - Traum (Limited Deluxe Bundle)
Razors - New Trash (EP)
Razz - Might Delete Later (EP)
SCALPING - Flood (EP)
Seventeen - Your Choice (Other Side Version)
Seventeen - Your Choice (One Side Version)
Silvio d'Anza - Viva Amor
Slut - Talks Of Paradise
Social Disorder - Love To Be Hated
Stefanie Werger - Langsam Wea I Miad
Styx - Crash Of The Crown
Subway To Sally - Eisheilige Nacht: Back To Lindenpark
Susanne Blech - Die Innere Sicherheit (EP)
The Catenary Wires - Birling Gap
The Day Of The Beast - Indisputably Carnivorous
The Lounge Society - Silk For The Starving (EP)
Timo Tolkki's Avalon - The Enigma Birth
Tom Morello & The Bloody Beetroots - The Catastrophists (EP)
Trialogas - Stroh Zu Gold
Trinity Carbon - Trinity Carbon
Twisk - Intimite Polity
We Hate You Please Die - Can't Wait To Be Fine
Whispering Sons - Several Others
Withered - Verloren
Yagow - The Mess

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Aus Ingolstadt kommen nicht nur Autos, auch musikalisch hat die Stadt in Bayern seit Mitte der 90er eine Band, die langsam zum Aushängeschild wird: Slut. 1995 …

2 Kommentare mit einer Antwort

  • Vor einem Monat

    Czarface & MF DOOM - Super What?

    HAMMER!

  • Vor einem Monat

    Wir wollen bei der Wahrheit bleiben. Fabian hat mit endlich erwachsen und Musik wegen weibaz ganz mies versucht sich zu verkaufen. und als keiner gekauft hat wurde verzweifelt "Rap wieder hart [gemacht]" :lol:
    Aber ich muss schlimmere kognitive Dissonanzen ertragen. Macho und 2ahltag: Riot haben einige geile Lieder am stisso

    Ich erspare uns die Leier, dass ich seit 2013 Eisregen verachte, bekämpfe und nie wieder hören werde nur um dann in einem traurigen Moment der Schwäche ohne Selbstkontrolle und Würde es dann doch streamen werde :| um wenigstens Mal reinzuhören