Am Wochenende fanden deutschlandweite Proteste gegen die geplante Urheberrechtsreform des EU-Parlaments statt.

Berlin (timm) - In ganz Europa fanden am Samstag Demonstrationen gegen die vieldiskutierte Urheberrechtsreform, genauer Artikel 11, 12 und vor allem 13 statt. EU-weit sollen sich mehr als 700.000 Menschen beteiligt haben.

In München sollen es über 30.000 Menschen gewesen sein, in Berlin ein bisschen weniger. Dort musste die Prozession sogar die Route wechseln, weil die Straßen zu schmal waren, gas gab die Polizei Berlin auf Twitter bekannt.

Die EU-Kommission bezeichnet die Demonstranten als Mob, Axel Voss, Mitglied des Rechtsausschusses im EU-Parlament, als "von Google Instrumentalisiert" und Sven Schulze, Europaabgeordneter der CDU, hatte bereits im Vorfeld ein Eigentor geschossen, indem er vermutete, die auf ihn einprasselnden E-Mails gegen Artikel 13 seien von Bots verfasst worden. Dafür wurde er auf der Demo von Christian Solmecke, dem "Youtube-Anwalt", und weiteren Demonstranten Hops genommen:

Daniel Caspary, Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament äußert sich derweil so: "Wenn amerikanische Konzerne mit massivem Einsatz von Desinformationen und gekauften Demonstranten versuchen, Gesetze zu verhindern, ist unsere Demokratie bedroht. [...] Offensichtlich wird versucht, auch mit gekauften Demonstranten die Verabschiedung des Urheberrechts zu verhindern. Bis zu 450 Euro werden von einer sogenannten NGO für die Demoteilnahme geboten." Die hat jedoch scheinbar keiner der 100.000 Demonstranten in Deutschland bekommen.

Kevin Kühnert und die SPD entschieden sich dann besser spät als nie dazu, den Koalitionsvertrag nicht zu brechen.

Natürlich hatten auch viele Youtuber dafür gesorgt, dass ihre Fans auf die Straße gingen. Die meisten der Demonstranten waren unter 30 Jahre alt und auch viele Minderjährige waren mit ihren Eltern gekommen. Unter den Demonstranten in Köln befanden sich außerdem bekannte Influencer wie Felix von der Laden, Juliabeautx, Rezo und Rewinside. Zusammen kommen diese auf über zehn Millionen Youtube-Abonnenten.

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Ein paar Eindrücke der gestrigen #artikel13 Demo in Köln. @ogunwitt hat einfach abgedrückt und gut getroffen (:

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Auch Wikimedia Deutschland beteiligte sich am Protest gegen die geplante Urheberrechtsreform, indem die deutschsprachige Wikipedia-Seite letzte Woche für einen Tag offline ging. Heute zogen weitere Wikipedia-Communities nach:

Nachdem versucht wurde die Abstimmung noch vor die EU-weiten Demonstrationen zu verlegen wird nun morgen, Dienstag 26.03, endgültig votiert. Es gibt drei Möglichkeiten: die Abgeordneten akzeptieren den Vorschlag, streichen oder ändern einzelne Teile oder lehnen die Reform komplett ab.

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1 Kommentar mit 11 Antworten

    • Vor einem Monat

      war doch klar.
      die meinung der jugend interessiert die polit-eliten nur, sofern sie sich vor den eigenen karren spannen läßt.

    • Vor einem Monat

      Ich denke sowas müssen sowieso Profis wie zB Herr Lindner entscheiden.

    • Vor einem Monat

      Gut gemeint ist bekanntlich nicht immer gut gemacht. Ob die (an sich dringend nötige) Reform wirklich die häufig herbeigeunkten Folgen für den Einzelnen hat, wird sich zeigen. Stand heute und insbesondere, wenn ich an die im Vorfeld ähnlich apokalyptisch gezeichneten Auswirkungen von Maas' Anti-Hatespeech-Nummer denke, bin ich geneigt zu sagen: Bravo!

      Hoffen wir mal, dass die Öffentlichkeit bereit ist, ähnlich engagiert zu Werke zu gehen, wenn es gilt, den Künstlern ggü der Plattformen den Rücken zustärken, um das Sperren von Inhalten tatsächlich zu verhindern...

    • Vor einem Monat

      Was soll einem Politiker auch die Meinung vn hunderttausenden interessieren wenn es um Millionen geht. Irgendwie haben Leute mit so einer Aussage Demokratie nicht so ganz verstanden. Und hochmoor zeigt mit seinem Spruch mal wieder wie dumm er ist. Wenn man ein Zitat nicht versteht sollte man sich nicht drüber lustig machen. Aber klar alle macht der Jugend und so alles andere wäre spießig.

    • Vor einem Monat

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    • Vor einem Monat

      Dieser Kommentar wurde vor einem Monat durch den Autor entfernt.

    • Vor einem Monat

      Was soll einem Politiker auch die Meinung vn hunderttausenden interessieren wenn es um Millionen geht. Irgendwie haben Leute mit so einer Aussage Demokratie nicht so ganz verstanden."

      Was ist das denn für eine grunddämliche Aussage? Wieviele Leute sind denn FÜR die Reform auf die Straße gegangen? Überhaupt welche? Nur weil die überwältigende Mehrheit nicht auf die Straße gegangen ist, heißt das doch nicht, dass die auch allesamt dagegen sind. Der Logik zufolge hätte so ziemlich KEINE Demostration, die je irgendwie stattgefunden hat, den Mehrheitswillen vertreten.

    • Vor einem Monat

      hm, ich bin damals gegen SOPA mit marschiert. Alle anderen haben demonstriert. ich bin marschiert. mit ruhigem festen schritt. wie es sich auch gehört. SOPA wurde ja kassiert. ich hätte damit gerechnet, dass die reform auch kassiert wird. bald ist wahl. und dort dürfen tatsächlich auch alle ab 16 mitmachen.

    • Vor einem Monat

      nicht gerade die beste eigenwerbung für die EU

    • Vor einem Monat

      falls du die eu-wahl meinst, ich glaub, noch ist 18 jahre das mindestalter für den spass.
      es gibt aber wohl bestrebungen, es künftig auf 16 zu reduzieren

    • Vor einem Monat

      Sancho aka Aqualung, du bist einfach so ein Tiefflieger. Wie du versuchst mir ans Bein zu pissen um dich im selben Post als absoluter Obertrottel zu outen, ist mal wieder wirklich priceless.
      :lol: Laut deinem Schwachsinnspost ist also sowas nur legitim, wenn 50,1% der Bevölkerung auf die Straße gehen? Das solltest selbst Du mit deinem Spatzenhirn merken, dass das Quatsch ist. Also halt dich bitte jetzt raus, wenn hier die Erwachsenen reden und beschäftige dich währenddessen lieber mit dem bekifften Krokodil.