Ein nordirischer Politiker bringt Dido mit der Terrorgruppe IRA in Verbindung. Zumindest habe sich die Sängerin an fragwürdigen Texten bedient.

Belfast (ebi) - Nordirland bleibt ein heißes Eisen in der öffentlichen Meinung Großbritanniens. Jüngst die Finger daran verbrannte sich Dido, befindet zumindest der Politiker Gregory Campbell, berichten britische Medien.

Die Sängerin, die einen irischen Vater hat, habe für den Song "The Things We Normally Do" vom aktuellen Album "Safe Trip Home" auf höchst fragwürdige Lyrics zurückgegriffen, so der nordirische Minister für Sport, Kultur und Freizeit.

Die Nummer enthält Auszüge aus "The Men Behind The Wire" von der Folk-Band Barleycorn aus den 70er Jahren, die für damals inhaftierte IRA-Leute geschrieben worden sein soll. Die Irish Republican Army kämpfte bis 2005 mit Gewalt für eine Loslösung Nordirlands vom britischen Mutterland und die Vereinigung mit Irland.

"Sie muss klarstellen, wo sie steht"

Die BBC hatte den Song, der Textzeilen wie diese enthält, einst aus der Rotation genommen: "Armoured cars and tanks and guns / Came to take away our sons / But every man must stand behind / The men behind the wire". Just diese griff Dido u.a. wieder auf.

Aufgrund Didos irischer Herkunft sei es unvorstellbar, dass sie sich des Hintergrunds dieser Zeilen nicht bewusst gewesen sei: "Sie wurden über Mörder, Brandstifter und Terroristen geschrieben. Sie sollte nun öffentlich klarstellen, wo sie in dieser Sache steht", findet Campbell. Dido äußerte sich bis dato nicht zu den Vorwürfen.

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Dido

Dido,  | © BMG (Fotograf: Ellen von Unwerth) Dido,  | © BMG (Fotograf: Ellen von Unwerth) Dido,  | © BMG (Fotograf: Ellen von Unwerth) Dido,  | © BMG (Fotograf: Ellen von Unwerth) Dido,  | © BMG (Fotograf: Ellen von Unwerth) Dido,  | © BMG (Fotograf: Ellen von Unwerth) Dido,  | © BMG (Fotograf: Ellen von Unwerth) Dido,  | © BMG (Fotograf: Ellen von Unwerth)

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4 Kommentare

  • Vor 10 Jahren

    Wenn es nach Slayer geht sicherlich nicht! ;)

    Ansonsten ist das schon ein starkes Stück von Dido!

  • Vor 10 Jahren

    dass dabei niemand an zufall glaubt, wundert mich...

  • Vor 10 Jahren

    Zitat (« schließlich werden explizit beschriebene sexpraktiken von sängerkolleginnen und kollegen nicht so kritisiert »):

    mit expliziten sexualpraktiken bringst du im allgemeinen auch niemanden um. oder zumindest eher seltener ... :hoho:

  • Vor 10 Jahren

    was für die einen Terrorismus ist, ist für andere Freiheitskampf...

    die britische Armee hat bedeutend mehr Iren auf dem gewissen als die IRA je Iren oder Briten über den Jordan geschickt hat, nur haben die Tommys den Krieg gewonnen...
    Und praktiken wie die der Black and Tans, die mit Panzerfahrzeuge in voll besetzte Fußballstadien fahren und das Feuer auf die Zuschauerränge eröffnen finde ich nicht weniger terrorstisch als eine Rohrbombe in einem britischen Außenposten in Ulster.

    Und wer nun meint die jungs der Irish Republican Army wären Terroristen, der soll sich mal was zum Bloody Sunday anlesen.

    Also als britischer Politiker würd ich da ganz kleine Brötchen backen und niemanden ankreiden weil er vermutlich mit der IRA symphatisiert.
    Denn selbst wenn Dido dies tun würde... macht sie mir ehrlichgesagt symphatisch.

    (achyar, versteht mich nicht zu falsch, die attentate der PIRA heiße ich keinesfalls gut)