Fast eine Million Besucher machten die Street Parade in Zürich am vergangenen Wochenende erneut zur größten Techno-Party der Welt.

Zürich (ebi) - 900.000 Besucher, davon ein Drittel aus Deutschland, kamen nach Angaben der Veranstalter am vergangenen Samstag zur 12. Street Parade, der größten Techno-Party der Welt. Das Motto "Let The Sun Shine" passte dabei perfekt zum Wetter: mit über 35 Grad im Schatten war sie die bisher heißeste überhaupt. Im vergangenen Jahr hatten sich bei nass-kaltem Wetter nur rund 600.000 eingefunden. Diesmal mussten installierte Duschenflächen, ein Sprung in den Zürisee oder mitfühlende Anwohner, die die Tanzwütigen mit Wasser von Balkonen bespritzten, für Abkühlung sorgen. Trotz der drückenden Hitze rückten die Sanitäter aber nicht öfters aus als sonst auch.

Eher funktional als einfallsreich präsentierten sich die 25 Lovemoblies, die heuer in entgegengesetzter Richtung ums Zürcher Seebecken zogen: fette P.A.s fütterten die schwitzenden Massen mit Techno, House und Trance von progressiv bis oldschool. Aufwendige Deko erspähte man kaum. Dass fünf Trucks kurzfristig wegen Geldmangels bzw. technischer Probleme ausfielen, tat der Stimmung keinen Abbruch. Sorgten doch zahlreiche, in der City aufgebaute Sound-Systems für pumpende Rhythmen. Tausende verwandelten den Hauptbahnhof in einen riesigen Club. Allein 20.000 strömten nach der Parade u.a. ins Hallenstadion zur "Energy 03". Über 100 DJs, darunter Paul Van Dyk, Tomcraft und Antoine legten dort bis acht Uhr morgens auf.

1992 mit gerade mal 1.500 Fans gestartet und 1994 von den Behörden fast verboten, mauserte sich die Street Parade 2001 mit einer Millionen Besuchern zum größten Techno-Spektakel der Welt. Atmosphärisch hatte die Parade mit Berg-Kulisse und südlichem Flair im Vergleich zum Bruder von der Spree seit jeher die Nase vorn. Der Erfolg der Street Parade 2003 strafe alle jene Lügen, die behaupteten, die Techno-Bewegung sei tot, betonte Paraden-Sprecher Stefan Epli und fügte hinzu: "Es war nie der Sinn, die Love Parade besuchermäßig zu toppen."

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