Ein Rapstar zwischen den Fronten: Palästinensische Aktivisten haben Snoop Dogg aufgefordert, ein Konzert in Israel abzusagen.

Ramat Gan (ebi) - Eine palästinensische Gruppe, die Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel (PACBI), forderte jüngst von Rapstar Snoop Dogg, einen Auftritt am 18. September im jüdischen Ort Ramat Gan abzusagen. Die Gruppe wurde 2004 von Akademikern und Intellektuellen in Ramallah mit dem Ziel gegründet, Israel ökonomisch und kulturell zu isolieren.

"Wir sind überrascht, dass Sie in Israel auftreten wollen. Wir fordern Sie dringend auf, ihre Pläne abzusagen, so lange Israel palästinensische und arabische Territorien besetzt hält und international verbriefte Rechte der Palästinenser missachtet", setzen die Aktivisten den Rapper unter Druck.

Ein Rap-Künstler, dem doch Freiheit wichtig sei, dürfe der Politik Israels nicht so teilnahmslos gegenüber stehen. Wenn Snoop in Ramat Gan auftrete, stütze er die israelische Apartheid, finden die politischen Aktivisten - um im selben Atemzug die Diskriminierung von jüdischen Rapfans völlig in Ordnung zu finden.

Man mag zum Konflikt der Palästinenser mit Israel oder der Nahost-Problematik unterschiedlicher Meinung sein. An der Verquickung von Musik und Politik ist die Welt aber noch nie genesen - zumal in einer Gegend, wo der gewaltsame Tod seit Jahrzehnten zur Tagesordnung gehört.

Aufgabe und Verantwortung von Superstars wie Snoop Dogg - wenn es überhaupt legitim ist, eine Person des Showgeschäfts in einen derart hochbrisanten Konflikt hineinzuziehen - kann nur sein, die Aussöhnung von Moslems, Juden und auch Christen zu fördern und nicht das Gegenteil.

Fotos

Snoop Dogg

Snoop Dogg,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Snoop Dogg,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Snoop Dogg,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Snoop Dogg,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Snoop Dogg,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Snoop Dogg,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Snoop Dogg,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Snoop Dogg,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Snoop Dogg,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Snoop Dogg,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Snoop Dogg,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein) Snoop Dogg,  | © laut.de (Fotograf: Michael Grein)

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laut.de-Porträt Snoop Dogg

Rap-Superstar, Produzent, Sänger, Songwriter, Labelboss, Schauspieler, Comedian, Computerspiel-Junkie, Football-Trainer (mit Lizenz!), Porno-Produzent, …

164 Kommentare

  • Vor 11 Jahren

    @Anonymous (« nicht grade sehr neutraler artikel ...
    also ich finde sehr wohl das gerade ein rapper sich sehr gut überlegen sollte ob ein auftritt in israel ihm das geld wert ist

    mit jedem israel boykott kann man flagge bekennen
    vll. verletzt israel nicht mehr ganz so viele menschenrechte wenn es am pranger steht »):

    sehr schwarz weiß oder? beide seiten haben schuld am konflikt oder bin ich der einzige der mitbekommt dass auch genug israelis durch bomben u raketen sterben?
    da ist die eine seite nicht besser als die andere in diesem konflikt

  • Vor 11 Jahren

    Sicher an-used-boy, aber die Verhätnisse sind nicht gleich.... Jeder der mal in Palästina/Israel war, wird verstehen, dass der grosse Aggressor Israel ist. Seit Jahren wird jede UNO Resolution missachtet, Gebiet besetzt und eine Rassentrennung geführt. Es ist hart, aber es ist so.

    Die Jungen haben keine Perspektive, kann man es ihnen verübeln, dass es unter ihnen Leute gibt die zu extremen Taten neigen? Es ist doch mit allen Völkern auf der Welt so, die in einer schlechte Position sind.

    Ich will nicht unbedingt eine Diskussion vom Zaun brechen, aber ich als halber Palästinenser würde es sehr begrüssen, wenn Snoop Dogg ( Ich höre nicht mal seine Musik ^^") Israel boykottieren würde. Würde vielleicht wirklich mal wieder gewissen Weltpolitische Schauplätze ins Rampenlicht rücken.
    Ach, ich bin da immer mit Herzblut dabei, habe mich extra für diesen Post registriert ^^.

    Greets

    Amir

    PS: Wer sich für das Thema interessiert, kann mir mal eine PM schreiben. Ich werde in 2 Wochen Israelisches und Palästinensisches Gebiet besuchen und führe ein kleines Reisetagebuch auf einem Blog. Ich will ja hier keine Werbung machen.

  • Vor 11 Jahren

    @Amir (« Jeder der mal in Palästina/Israel war, wird verstehen, dass der grosse Aggressor Israel ist. »):

    Ähm, wie bitte?

    Ich glaube, kein Land ist in den letzten 60 Jahren so oft angegriffen worden, wie Israel.

  • Vor 11 Jahren

    @Lilibet (« @Torque (« @Amir (« Palästine ein Ort in dem verschiedene Religion beheimatet waren ( ist immerhin ein heiliger Ort für [color=red:072bf333c8]alle 3 Weltreligionen [/color:072bf333c8]) und es gab gar keinen Streit, sondern Frieden. »):

    Reverend Lovejoy:
    Nein Homer. Gott hat dein Haus nicht angezündet. Aber er hat alle deine Freunde mobilisiert dir in der Not zu helfen, welchen Religionen sie auch immer angehören. Christen (dann zeigt lovejoy auf flanders,) Juden (er zeigt auf krusty) und sonstige Religionen( er zeigt auf Apu)
    Apu:
    Hindus! Wir sind immerhin 75 millionen
    Lovejoy:
    Ja, was auch immer »):

    Es gab auch die Kreuzzüge der Päpste die die Juden und anders Gläubige niedermetzelten. »):

    Sorry, aber du nervst...so was von einseitig!

  • Vor 11 Jahren

    Also, aufgefordert von mehreren Usern, veröffentlich ich jetzt hier mal den Link zu meinem Blog.

    Ich befinde mich gerade in Palästina / Israel, um genauer zu sein im Westjordanland, in Ramallah, und schreibe meine Eindrücke nieder.

    Da ich gemerkt habe, dass hier ein reges Interesse an der Thematik herrscht, bin ich zum Entschluss gekommen, das ich den Blog publik mache.

    Jeder ist eingeladen, in den Kommentaren mit zu diskutieren!

    Adresse: www.besuch-in-nahost.blogspot.com