Das bahnbrechende Buch über Geschlechterrollen in der Rockmusik erscheint endlich auf deutsch.

London (rnk) - Allein das Gewicht des Wälzers "Sex Revolts" macht deutlich: Es handelt sich hier nicht um einen kurzen und vereinfachten Online-Artikel zum Thema "Geschlechterrollen in der Rockmusik". Das Autorenpaar Joy Press ("Stealing the Show: How Women are Revolutionizing -Television") und Simon Reynolds ("Retromania") erklärt schon im sehr ausführlichen Vorwort, dass es nicht darum geht, die komplette Karriere der vorgestellten Künstler wie Iggy Pop und ihr Schaffen zu bewerten, aber trotzdem die frauenfeindliche Aspekte ihrer Texte näher zu beleuchten.

"Vorgeknöpft" oder "abgerechnet", wie es der Pressetext doch sehr dramatisch überspitzt, sind Adjektive, die dem journalistischen Anspruch der beiden nicht gerechnet werden. Das 1995 veröffentlichte Buch gilt bis heute als Klassiker zum Themas Diskurs-Pop, es erscheint nun erstmals auf deutsch, erweitert um ein Vorwort von 2018 und das Kapitel "Bonustracks", das Artikel aus der Zeit von 1997 - 2016 beinhaltet.

Hausdrache, Hure oder Schlampe - Das Frauenbild der Rock'n'Roll-Rebellen

Das erste Kapitel des Buches begibt sich auf die Suche nach dem Ursprung und der Frage, woher eigentlich diese Abwertung der Frauenrolle kommt, die viele männliche Künstler später übernahmen. Ein Ursprung scheint das Mutterbild in der Kindheit der späteren Babyboom-Rebellen zu sein. Viele Künstler dieser Generation wachsen nach dem Krieg ohne Vater auf und sehen die Rolle ihrer Erzeugerin als dominant und verweiblichend an.

"Momm" als quengelige Person, die in der Wahrnehmung zwischen weibischer Weinerlichkeit und dem mit Kochlöffel tadelnden Hausdrachen wechselt, hinterlässt auch später noch Eindruck bei den Rebellen der Beat- und Rock'n'Roll-Generation. Das freiheitliche Junggesellenleben auf der Route 66 kann gerne für den ein oder anderen amourösen Spaß unterbrochen werden, aber sobald es um Bindung geht, dampft man schnell auf der Highway der Freiheit wieder davon. Eine Frau, die der animalischen Potenzkraft widersteht, ist eh eine bourgeoise Spießerin, und wer schöne Augen macht ist eben die Schlampe, die es doch eh wollte.

Like, wem das auch heute aus der Rockmusik bekannt vorkommt. Die Frau als gleichberechtigter Mensch findet nicht statt, sondern gibt in den künstlerischen Vorstellungen entweder Heilige oder Schlampe ab. Die Abneigung von Reynolds/Press gegenüber den Stranglers und vor allem Sänger JJ Burnel ist daher logisch. Mit selbst für die damalige Zeit unfassbaren Aussagen wie "Ihre Körper lassen so schnell nach. Wenn sie 40 sind, sind sie weich und schwabbelig, während es Männer gibt, die mit 40 gut aussehen" oder "Ich mag Frauenbewegungen ... wenn sie unter mir liegen" müssen sich die dumpfen Schwanz-Rocker nicht wundern, dass ihnen gleich ein paar Seiten gewidmet werden.

Teilweise über das Ziel hinaus

Etwas sehr konstruiert hingegen wirken die Passagen über Nick Cave, dem seine "Obsession für tote Frauen" zur Last gelegt wird. Ob seine allgemeine opulente Bildsprache als Misogynie taugt, bleibt doch etwas zweifelhaft. Auch ob Iggy Pop, der u.a. 2013 für eine Kampagne gegen Sexismus zur Verfügung stand und mit feministischen Künstlerinnen wie Peaches arbeitete, seine drogenbenebelten Aussagen von früher auch heute noch so sieht, scheint zumindest fragwürdig. Extrem dumm bleiben sie natürlich trotzdem.

Die Rolling Stones als "bösartigste Gruppe" zu bezeichnen, schießt auch etwas über das Ziel hinaus, ebenso wie der Versuch, Bands wie Kraftwerk und Neu! eine "Motorik"-Affinität anzudichten. Auch freudsche Bezüge im Psychedelic Rock zu vermuten, wirkt etwas sehr konstruiert. Überhaupt werden teilweise relativ willkürlich Künstler genannt, die kaum des Macho-Rocks verdächtig sind, wie zum Beispiel die Manic Street Preachers.

Doch muss man bedenken, dass Reynolds und Press zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung Mitte 20 und die 90er Jahre noch ein gutes Stück von der allgemein akzeptierten Diversität der heutigen Zeit entfernt waren. Das Ehepaar äußert sich wie erwähnt im Vorwort viele Jahre später wesentlich versöhnlicher: "Wir mögen fast alle Künstler in diesem Buch", heißt es gleich zum Einstieg, manche der schlimmsten Fälle gehörten gar "zu unseren absoluten Favoriten." Auch ob die weiblichen Fans dieser Gruppen und Musiker alles so unterschreiben und wie ihre Perspektive eigentlich ist, wird leider nicht erwähnt.

Anbiederung an den Boys Club

Die Enttäuschung über maskulin agierende Frauen behandelt das Kapitel "Herstory", in dem Joan Jett vorgeworfen wird, doch letztlich nichts anderes als eine Tomboy-Variante zu sein, die männliches Macker-Verhalten für mehr Kommerzialität imitiert. Ein harsches Urteil, aber im Gegensatz zu manchen anderen Passagen doch nicht ganz falsch. Wer kennt nicht das Mädchen oder die Kumpel-Freundin aus der Jugend, die mit burschikoser Trinkfestigkeit als Teil der Jungs-Clique immerhin akzeptiert wird. Als positive Gegenbeispiele gelten Queen Latifah oder Janis Joplin, die weibliche Stärken betonen und eben Frauen, die mit den Images des Sex-Objekt spielen.

Patti Smith macht noch einmal deutlich, wie wenig weibliche Vorbilder es für sie in ihrer Jugend gab. Eigentlich mit dem Rock'n-Roll-Virus infiziert, will sie nicht mehr länger "Daddys kleines Mädchen sein", aber die männlich dominierte Rockmusik lässt Frauen kaum eine Wahl. Also imitiert sie wie Chrissie Hynde männliches Verhalten, um im Boys Club des Rock zu bestehen. Malcolm McLaren fördert sogar das Image einer amerikanischen Macha (weibliche Form eines Machos), die aufgesetzte Coolness der Macker-Typen als Vorbild. "Nichts an mir war butch. Es ist nur eine Fassade." Ähnliches behauptet auch Debbie Harry von Blondie in ihrer Autobiographie.

Selbsthass & unterdrückte Sexualität

Eine andere Form ist dagegen der Selbsthass, den Reynolds/Press bei Frauen ausgeprägter oder anders ausgedrückt sehen. Künstlerinnen wie Lydia Lunch und Courtney Love beschreiben eine aggressive weibliche Form der Wut, allerdings auch gegen sich selbst. Eine Emotion, die bei Frauen schnell als Hysterie abgewertet wird, während männliche Künstler für ihre masochistischen Fantasien oder ihren selbstzerstörerischen Lifestyle verehrt werden.

Auch Sexualität dürfen die animalischen Rocker-Tiere nach der prüden Erziehung in den 50ern endlich ausleben und bekommen dafür Anerkennung. Janis Joplins Songs zu ihrer Lust gelten dagegen als wirre Nymphomanie einer Drogensüchtigen. "Sex Revolts" sieht hier auch den Grund für die spätere Überkompensation der Blues-Sängerin, die ihre Lust erst unterdrücken musste und später nicht mehr gesund entwickelte. Erinnerungen an Amy Winehouse werden beim Lesen wach, die bis zu der Doku "Amy" als kaputte Crack- und Magersüchtige behandelt wurde, während bei den männlichen Retro-Rockern der 00er ihr Drogen-Lifestyle als Höchstmaß an Coolness galt.

Girl Power

Die Spice Girls hingegen, die mit der rohen Punk-Wut der Rrriot Girl-Bewegung nicht viel zu tun hatten, gelten als Symbol eines verwässerten Pop-Feminismus. Ein bisschen frecher als vorige Girlgroups, mit Sporty Spice als Tomboy-Version, aber eben doch weiterhin das männliche Objekt der Begierde. Der Preis sei es allerdings wert, merkt die Bus-Redakteurin an: "Sollen die Spice Girls doch in MTV und in Filmen auftreten, Feminismus neu vermarkten und das Girl Power nennen. Sollen sie das in die Welt setzen und Mädchen es konsumieren. (...) Lasst die Mädchen das aufsaugen und dann darüber nachdenken, was wirklich Girl Power bedeutet."

Über die Bewertung des Erfolgs sind sich heute die Kritiker nicht viel einiger als damals, die auch nicht genau wissen, ob die Spice Girls nun spätere Feministinnen beeinflussen oder doch eher dem Feminismus die Zähne zogen. Klar ist hingegen, dass Girl Power so den Zugang zu einer breiten Masse und auch in die Popkultur fand.

Der Zahn der Zeit

Press und Reynolds arbeiten interessante Aspekte aus, und bis heute gibt es kein Werk, das sich dem Gender-Thema im Rock so ausführlich widmet. Ein paar Beispiele aus der damaligen Zeit der beginnenden 90er sind eher etwas für Nerds, zumal Gabba und Hardcore-Techno heute wenig bis gar keine Rolle mehr spielen. Die Autoren erwähnen aber im bereits im Vorwort, dass ihr Buch nach 25 Jahren ein Update oder gar ein neues Buch zu dem Thema bräuchte. Dümmliche und sexistische Kackscheiße aus den vorigen Rock-Jahrzehnten war allerdings auch schon 1995 eben genau das und erklärt vielleicht auch heute das skurrile Weltbild mancher Babyboomer/Boomer-Männer, die mit Cowboy-Hüten durch die Fußgängerzone stolzieren und Angela Merkel als "Mutti" verunglimpfen. Das solche Gestalten zumindest im Rockbusiness kein Konsens mehr sind, darf man "Sex Revolts" durchaus zugute halten.

Sex Revolts - Gender, Rock und Rebellion*, Ventil Verlag, 472 Seiten, 30 Euro.

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4 Kommentare mit 13 Antworten

  • Vor 3 Monaten

    Ist bestimmt ebenso superwichtig und wertvoll wie alle anderen Texte über Geschlechterrollen.

  • Vor 3 Monaten

    Interessanter als Janis Joplins Überkompensation und Nick Caves Lust auf Tiefgekühltes ist heute doch eher, wie essentiell Sexismus über die Jahre für die Unterhaltungsbranche geworden ist. So essentiell, dass Frauenfeindlichkeit nicht einmal mehr männliches „Attribut“ ist, sondern zunehmend zum weiblichen mutiert.

    Heute verdienen Frauen wesentlich besser am Sexismus als man es gemäß der „Opferrolle“ wahrhaben mag, als Influencer, Fashion Icon, Model (Heidi Klum) oder als Musikerin im Gewand eines Klischees (Katy Perry), einer Gegenbewegung (Billie Eilish) oder einer Independent Women (Beyoncé).

    Zu all den popkulturellen Geldeselininnen gesellen sind dann noch die „echten“ Frauen, die wahllos Geschlechterrollen-Updates generieren und „jederfrau“ in Misskredit bringen, die dem nicht d’accord geht. Dafür kann selbst der gute alte Cowboyhut nichts.

    • Vor 3 Monaten

      Mit den meisten dieser Bücher werden diese Rollen nur verfestigt. Es soll ja jeder auf die Weise glücklich werden, wie es ihm gefällt. Ob als Hausfrau oder Beyoncé. Normalität kann nur niemals eintreten, wenn jede dieser Rollen etwas besonders Erwähnenswertes sein soll. Zumal es auch zunehmend lächerlicher wird, was als Belege für das Patriarchat oder institutionellen Sexismus gelten soll. Siehe dieses Buch.

      Und ja. Völlig unwissenschaftlich und ohne allgemeine Studien habe ich auch das Gefühl, daß viel von dem, was als sexistische Gemeinheiten gilt, von Frauen gegenüber anderen Frauen oder von ihnen gegen sich selbst herrührt.

    • Vor 3 Monaten

      Genau, ein Spartenbuch für Leute, die sowieso mit einer gewissen Erwartung rein gehen. Lyrics aus den 70ern decken sich nicht mehr mit dem heutigen Geschlechterbild - wow. Drogenabhängige Künstler labern Bullshit – is nich wahr! Soziologisch mag eine objektive, historische Aufarbeitung Sinn machen, nur geht doch jeder heutzutage dem gleichen Fehler auf den Leim und zieht daraus subjektive Schlüsse für die Gegenwart. Vom Normalo bis zur Hardcore-Fem, alle werten die eigene Meinung zum Status Quo aufgrund oller Kamellen auf, niemand wird zum ernsthaften Hinterfragen des eigenen Gedankenkonstrukts gezwungen. Applaus für so viel Kuschelatmosphäre!

      Hoffentlich werde ich den Tag noch miterleben, an dem alle (durchaus verwerflichen) Ungleichheiten zwischen Mann/Frau/Divers aufgehoben sind. So feierlich dieser Tag auch sein wird, für viele Frauen wird er enttäuschend sein. Denn der Gros der „Unterdrückten“ wird dann erst erkennen, dass der Kern des Problems in der eigenen Selbstwahrnehmung und der Wahrnehmung anderer Frauen liegt. Wenn man so will, leiden auch Frauen unter „toxischer Weiblichkeit“, und dass mehr, als man es wahr haben will. Nur steht toxische Männlichkeit aktuell mehr im Fokus – wegen Frauen.

      PS: Sex Revolts ist ein sehr sexistischer Buchtitel für ein Buch, das Sexismus entlarven will. Aber die Verwerflichkeit von „Sex sells“ hört natürlich an der eigenen Haustür auf. Autsch.

    • Vor 3 Monaten

      Nun ja, den Tag wirst du nicht erleben, solange uns eine dicke Evolutionsstufe noch nicht alle und ausnahmslos zu biologischen Hermaphroditen macht...
      Aber den Weg aus der Ungleichbehandlung würde ich schon mit dir gehen und meinen Teil dazu beitragen. Natürlich abzüglich der Bereiche, in denen der bestehende Geschlechtsdimorphismus relativ zum Tätigkeits- und Beanspruchungsprofil mit einbezogen werden sollte oder in denen durch gegebene Handicaps eine besondere Rücksichtnahme erforderlich ist.
      Für mich ist an Menschen seit ich hier bin gleichermaßen faszinierend wie verstörend geblieben, wie sie bei einer so hohen Ähnlichkeit der Gesamtheit ihrer psychischen Prozesse über alle Geschlechter, Kulturen, Hautfarben und Altersstufen hinweg sich immer wieder nur auf das Herausstellen der wenigen Unterschiede untereinander zu konzentrieren scheinen.

    • Vor 3 Monaten

      Thomas Doll:
      "Alles BlaBlaBla ist das doch. Alles BlaBlaBla ist das. "

    • Vor 3 Monaten

      Guter Beitrag!

    • Vor 3 Monaten

      Danke :). War aber eigentlich von Thomas Doll.

    • Vor 3 Monaten

      Natürlich gibt es statistische, biologische und anthropologische Unterschiede zwischen Geschlechtern. Das Traumziel wäre es aber, kulturell so gut es geht auf sie zu scheißen, bis die Idioten, die ihre ersten Eindrücke für der Weisheit letzten Schluß halten, nur noch eine seltene Ausnahme sind. Leider zementieren Bücher wie diese sie nur.

    • Vor 3 Monaten

      @SirPsycho777:
      Legendär, was der Doll IMMER zum Thema Feminismus abgeliefert hat. Unvergessen auch der Loddar: „Egal ob brünett oder braun, hauptsache blond“.

      @soulburn:
      Die Konzentration auf Unterschiede ist biologisch gesehen das normalste der Welt. Weiße Hühner rupfen das braune und das kranke wird zurückgelassen, weil‘s dem Selbsterhaltungstrieb und der Erhaltung der Art dient.
      Bei gewissen Primaten ist dass schon etwas komplexer, da sind Selbstwahrnehmung und Empathie die Zutaten für ein primitives Abwägungs- und Sozialverhalten. „Wenn ich dem heute helfe, dann hilft er mir vielleicht, wenn ich Hilfe brauche“ sozusagen. Hier wird ein simpler Trieb durchaus schon unterdrückt, um einen potentiell „höheren Vorteil“ zu generieren.
      Ganz crazy wird es beim Menschen, der darauf ein soziales System mit Werten, moralischen Grundsätzen und Regeln baut, dass durchaus sinnvoll ist, ihn aufgrund seiner Komplexität jedoch meist selbst überfordert und häufig an der Einzelfallbetrachung oder am Individuum scheitert. Wer mit Freud sympathisiert, der kann das auch als Ich-Theorie verbuchen.

      In der Hirnforschung ist lange schon bekannt, dass ein Teil unseres Gehirns ständig abgleicht, was wir kennen und diesem „Standardzeugs“ nur minder Wahrnehmung schenkt. Die Konzentration dient den neuen Impulsen, den Unterschieden, die ggf. wesentliche Vor- oder Nachteile für unser Überleben mit sich bringen können. Stellt man dass in einen gesellschaftlichen Kontext, dann führt dass durchaus zu Konflikten und über kurz oder lang zu Nachteilen für Schwächere und Minderheiten. Eine moderne Gesellschaft muss sich der Aufgabe stellen, diese zum Allgemein- und Individualwohl zu beseitigen bzw. auszugleichen, um dauerhaft existieren zu können.
      Ein ziemlich komplexes Thema also, dass sich da auch um das Thema „Feminismus“ herum schlingt. Dabei lässt sich „die Rolle der Frau“ weitaus schlechter herauslösen und gesondert betrachten, wie es die Medien einem üblicherweise servieren. Apropos Medien: es stellt sich gerade hier auch die soziologische Frage, wie objektiv fair diese Dauerwerbesendung „Fem TV“ sein kann, wenn Frauen, die nun mal +/-50% der Bevölkerung stellen, gegenüber wahrlich benachteiligten Minderheiten (Trans, Divers, Homo, körperliche und geistig Kranke, Behinderte…) so viel Air time erhalten. Aber gut, ist halt grad für Medienhäuser auch ne große Zielgruppe.

      „Sex Revolts“ ist bestenfalls NOCH EIN popkultureller Bücher-Snack von vielen, der mit der Beleuchtung bekannter Einzelpersonen und -schicksale Schlüsse auf vergangenen Zeiten zieht und nicht ernsthaft eine Bereicherung für dieses Themengebiet liefern kann. Kommerzielle, zielgruppengerechte Populärliteratur, einfach verdaubar, gespickt mit bekannte Namen. Neuauflage 2020: ökonomisch alles richtig gemacht.

      Oder in lauti-Sprech: „Kurzweilige, oberflächliche Kackscheiße für Schnupperkurs-Feministinnen in Poloshirts, die auf 15m² Berlin-Mitte bei Gin Tonic und Annemaykantereit die eigene Freiheit voll feiern und sich abends ne neue Tönung gönnen“.

    • Vor 3 Monaten

      Danke für den ausführlichen Exkurs!

      Ich hab mich auch ne Zeit lang mit der Spezies befasst und war an manchen Punkten sogar überzeugt, dass sie sich durch Psychoedukation o.ä. bis zum Selbsterhalt optimieren ließe. In den letzten Jahren aber hatte ich immer häufiger den Gedanken, dass alle zur Verfügung stehende Energie vielleicht besser darauf verwendet wäre, so schnell wie möglich von hier weg zu kommen. Als mir dann neulich nachmittags ein Affe in einem Weltraumanzug begegnete und mir während eines ungezwungenen Austauschs versicherte, dass dies hier ein Strafplanet ist, machte plötzlich alles einen Sinn...

    • Vor 3 Monaten

      Strafplanet ist da, wo James Blunt im Radio läuft, ich verstehe!

  • Vor 3 Monaten

    "müssen sich die dumpfen Schwanz-Rocker nicht wundern, " Laut.de mal wieder mit ihren journalistischen Perlen :D

  • Vor 3 Monaten

    Dieser Kommentar wurde vor 3 Monaten durch den Autor entfernt.