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Dead Kennedys preisen Republikaner

Für Jello Biafra, der Trump von Tag eins bekämpfte und der mit seinen musikalischen Satiren konservativer Politiker überhaupt erst berühmt wurde, gab es letzte Woche auch einen Tiefschlag zu verkraften. Seine ohnehin verhassten Ex-Kollegen der legendären Punkband Dead Kennedys, mit der der Sänger aus guten Gründen nach wie vor assoziiert wird, obwohl er seit über drei Jahrzehnten ausgestiegen ist, posteten auf Twitter einen Dank an den republikanischen Senator Mitt Romney aus Utah, weil der sich über den Trump-Mob echauffierte.

Jello antwortete über sein Label Alternative Tentacles:

Die Band fühlte sich später nach zahlreichem Negativ-Feedback gezwungen, einen Folgepost abzusetzen mit einem erstaunlichen Plot-Twist: Der Social Media-Manager sei schuld. Aber eigentlich habe der ja schon auch recht, denn schließlich darf auch ein Arschloch wie Romney mal richtige Sachen sagen, so die kümmerliche Argumentation. Trotzdem wurde der Romney-Post vorsorglich mal gelöscht.

Über die nicht enden wollenden Comeback-Tourneen seiner Ex-Kollegen lästerte Biafra unter anderem im Song "Those dumb punk kids (will buy anything)" von 2005: "And look at all the whores / reunions for no reason / playing only songs from the good old days / about how bad the good old days were."

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5 Kommentare mit 6 Antworten

  • Vor 8 Tagen

    Ohne Biafra sind die Dead Kennedys für den Arsch. Guter Mann.

  • Vor 7 Tagen

    Sorry, aber das ist keine "kümmerliche Argumentation". Es IST gut, dass Romney sich, als erster und lange Zeit einziger prominenter Republikaner, gegen den offensichtlich wahnsinnig gewordenen Faschisten im Weißen Haus stellt. Widerstand gegen derartige Tendenzen - und die USA brauchen das dringend - funktioniert nur mit den aufrichtigen Konservativen. Mit aufrichtig meine ich solche mit demokratischen Prinzipien. Der kleinste gemeinsame Nenner. Ich find seine sonstigen politischen Ansichten ja auch kacke, aber in dieser Situation müssen die verbliebenen demokratischen Kräfte (im politikwissenschaftlichen Sinn, nicht die Partei) an einem Strang ziehen. Über 100 Kongressabgeordnete haben selbst nach dem Sturm des Kapitols, nachdem sie in Sicherheit gebracht werden mussten und bei der Aktion 5 Menschen sterben mussten, GEGEN die Anerkennung der Wahl Bidens gestimmt. Selbst die alte Schildkröte McConnell und Lindsay Graham sind nicht mehr auf Trumps Seite nach der Nummer (jaja ich weiß, Opportunisten. dennoch). So ernst ist die Lage zurzeit. Wer da immer noch im Lagerdenken verhaftet ist, hat den Ernst der Lage nicht erkannt.

  • Vor 7 Tagen

    Dieser Kommentar wurde vor 7 Tagen durch den Autor entfernt.

  • Vor 7 Tagen

    Sehe auch nicht, wo das Problem ist. Romney hat als einziger Republikaner für die Amtsenthebung Trumps gestimmt und hat außerdem noch bei den US-Wahlen Biden seine Stimme gegeben. Außerdem gilt er bei den Republikanern als größter Kritiker Trumps. Dass er in der aktuellen Situation etwas Richtiges sagt, dürfte daher sicherlich nicht verwundern. Das Lagerdenken finde ich da auch gerade, was den Ernst der Lage betrifft, weit überholt.

  • Vor 7 Tagen

    Ich finde das kann man durchaus anders sehen, bzw. kommt es vllt auch ein wenig drauf an, worüber genau sich hier echauffiert wird.
    Würde man nur den ersten Teil des Tweets nehmen oder ihn durch irgendetwas im Sinne von "Romney steht hier auf der richtigen Seite" ergänzen, gäb's da mMn wirklich nicht viel auszusetzen.
    Aber gerade den Satz "Mitt cares about the USA" kann man halt auch schon als blanken Hohn empfinden. Gerade wenn man in der Nähe der Punkszene steht, die für die Leiden der Unterschicht und der Gosse besonders sensibilisiert ist/sein sollte, ist es halt schon ein starkes Stück zu behaupten, Armenfeind und Millionär Romney schere sich irgendwie um die (Bürger) der USA, nur weil er sich hier mal für die Einhaltung von demokratischem Dekorum einsetzt.

    • Vor 7 Tagen

      Das ist wieder das klassische Ablenkungs- und Sündenbockthema. Kaum ist ein Volltrottel installiert, der sämtliche Messlatten in punkto Verhalten unterbietet, steht jeder andere plötzlich wie ein sauberer Staatsmann da und irgendwelche Bands machen einen auf "konservativ-cool" und "ohh, krass, sie loben einen Republikaner, das hätte ich jetzt aber nicht erwartet. Mensch, du. Man, man, man.", blicken aber überhaupt nicht das, was Gleep Glorp im zweiten Absatz sagt.
      Traurig und dämlich und Möchtegern-Rebellisch in punkto Erwartungsbruch pro Republikaner-Mensch. :rolleyes: