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The Cure: Episches Interview

Wie man mit unliebsamen Medienprotagonisten als Verfechter eherner Punkrock-Werte umgeht, zeigte am Wochenende ausgerechnet der 59-jährige Sänger Robert Smith, dessen Band The Cure in die Rock'n'Roll Hall Of Fame in Cleveland aufgenommen wurde. Als ihn eine wild Superlative umherschleudernde Moderatorin in kieksender amerikanischer Klischeehaftigkeit auf dem roten Teppich empfing, erntete sie das, was eine so reaktionäre Veranstaltung bei jedem anspruchsvollen Musiker hervorrufen sollte: Gleichgültigkeit. Ob er denn auch so supersupermegaaufgeregt sei, floskelt sie den Sänger an und erhält die Antwort: "Ehrlich gesagt nein." Auch ihr Versuch, Smiths Stimmung mit der Aussicht auf Alkohol aufzubessern, misslingt königlich:

Während die bemitleidenswerte Dame alles AMAZING findet (Smith, die Band, die Songs, die Karriere), müht sich der Musiker redlich, seine Verachtung hinsichtlich Preisverleihungen zurück zu halten. Irgendwelche Holy Shit-Momente? Antwort Smith: "Was sind Holy Shit-Momente?" Derweil stiert die aktuelle Bandbesetzung hinter dem Sänger ins Leere, Keyboarder Roger O'Donnell langweilt sich derart, dass er sich umdreht und die Wand mit den dort platzierten Sponsoren scannt.

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