Die Redaktionskolumne: Heute mit den ganz jungen Nirvana und den alten Säcken von Kyuss Lives im 5-Fragen-Check.

Inside The Shit (mis) - Als jemand, der schon einmal jemandem die Hand geschüttelt hat, der Elvis Presley die Hand geschüttelt hat, bin ich immer vorne dabei, wenns um Legendenbildung und sonstige Mythenmalerei geht. Ein alter Freund erzählte mir vor etwa zehn Jahren zum ersten Mal die Geschichte, wie er 1991 mal wieder zu Sonic Youth ins nahe gelegene Stuttgart pilgerte.

Die Sell Out-Vorwürfe, die man Thurston Moore und Co. seinerzeit ob des Labelwechsels zum Major Geffen machte, prallten an der Neubauten-tätowierten Haut dieses strammen Alternative Rockers ab, ganz im Gegensatz zu meinen jährlich, meist zu später Stunde wiederkehrenden Nachfragen nach dieser Geschichte. Von daher kann ich sie beinahe wortgetreu nacherzählen.

"Scheiße, da spielt schon die Band!"

Wie in seinem üblichen Leben auch kam mein Kumpel am 29. August 1991 mit Verspätung am Ort des Geschehens an. Seiner inneren Gemütsruhe folgend, suchte er danach sicher erstmal zehn Minuten lang Tabak und Feuerzeug, bevor er kippendrehend vom Parkplatz zum Eingang des Longhorns schlurfte, um in der Halle zu erkennen: Scheiße, da spielt schon die Band. Aber, welch Glück, es ist nicht Sonic Youth.

In seinem unnachahmlichen oberschwäbischen Dialekt arbeitete er sich von dieser Stelle an in gewohntem Tempo zur Pointe vor: "Ha woisch, do sann so Tübbe funda Forgrupp uffda Bühn gschdonne. Het holt koi Mensch kennt. Hänn dann halt ä bissel zuguckt un na ischde sell Sänger, son Blonda, ins Publikum gsprunga. Mir sann dann naus noch oiner baue." Ohne Frage: Smells Like Teen Spirit!

Happy Birthday: 2-Tone

Vor ziemlich genau 32 Jahren ereignete sich im Londoner Electric Ballroom ein Konzert, das ein längst totgeglaubtes Genre quasi über Nacht zu einem unverhofften Comeback verhelfen sollte. Auf die Bühne sprangen Arbeiterklasse-Rotzlöffel namens The Specials, Dexy's Midnight Runners, Madness und The Selecter. Gemeinsam schwangen sie das Ska-Banner, etablierten mit dem 2-Tone-Label im Vorbeipogen eine neue Jugendbewegung und verabschiedeten sich kurze Zeit später ebenso schnell, wie sie aufgetaucht waren.

Nach praktisch jahrzehntelanger Bühnen-Abstinenz sind heute 75% der Genannten wieder aktiv: Madness touren bereits seit Jahren unermüdlich, die Specials sind dieses Jahr erstmals seit 30 Jahren mit Originalsänger Terry Hall live in Deutschland zu sehen und Dexy's Midnight Runners veröffentlichen gar ein Comebackalbum. Stay rude!

5 Fragen an ... Kyuss Lives

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Welche Platte hast du dir zuletzt gekauft?

Eine Best Of von Paolo Conte, hat mich unser Manager Ram draufgebracht. Sehr wohltuende Klänge. (John Garcia)

Zitiere eine Zeile deines Lieblingssongs.

Puh, zu viele, um sie hier aufzulisten. Ganz schnell: "Deny Everything" von Circle Jerks, "New Rose" von The Damned, "Light My Fire" von den Doors, "Searching" von Lynyrd Skynyrd, "Detroit Rock City" von Kiss und wie gesagt viele viele mehr. (Brant Bjork, Nick Oliveri)

Dein wertvollster materieller Besitz?

Meine 650er Honda, die allerdings dringend mal überholt werden müsste. (Nick Oliveri)

Wovon bist du abhängig?

Music, Music, Music, Music. (John Garcia, Brant Bjork, Nick Oliveri, Bruno Fevery)

Welche Berühmtheit, die du persönlich getroffen hast, machte einen großen Eindruck auf dich?

Ian von The Cult. Auf der letzten Tournee durfte ich in Italien die Bühne mit ihm teilen. Ein Kindheitstraum, der wahr geworden ist. (John Garcia)

Kyuss Lives! machen seit Monaten Wüstenrock-Freunde glücklich, indem sie Songs der 90er-Stonerrock-Legende Kyuss spielen. Im August geben die Kalifornier nochmal einen Konzert-Nachschlag in Dortmund, Hamburg und Wacken.

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Lieblingssong der Woche: M83, "Midnight City"

Gut, im Jahr 2008 erschien auch ein Werk namens "Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon", aber das erklärt jetzt auch nicht hinlänglich, warum M83 vor drei Jahren nicht allein des Albumtitels "Saturdays = Youth" wegen zu Superstars wurden.

Aber schließlich ist M83 auch nur ein einziger Musiker, Anthony Gonzalez, obendrein auch noch Franzose, also fürs internationale Starsein bis vor kurzem völlig ungeeignet.

Bevor im Oktober sein neues Album "Hurry Up, We're Dreaming" erscheint, gibts ne knackige Vorabsingle, die alles hat, was wir an French Electro schätzen: Style, Groove, Wumms. Très bien, Anthony.

Michael Schuh hört Musik, beobachtet Kollegen und schreibt dann drüber. Personen, Orte und Handlung sind definitiv nicht erfunden.

Fotos

Kyuss

Kyuss,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Kyuss,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Kyuss,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Kyuss,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Kyuss,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Kyuss,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Kyuss,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Kyuss,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Kyuss,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Kyuss,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Kyuss,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Kyuss,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Kyuss,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Kyuss,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele)

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