18 Jahre nach dem Mord am DJ von Run DMC wurden in New York zwei Personen festgenommen.

New York City (fri) - Die New Yorker Polizei hat zwei Personen wegen Verdachts auf Mord an Jam Master Jay festgenommen. Das bestätigten die Behörden am Montag laut New York Times. Damit kommt Bewegung in einen Mordfall, der fast 18 Jahre zurückliegt.

Nach Angaben des Staatsanwalts drangen die Angeklagten am 30. Oktober 2002 in das Studio des DJs und Labelbesitzers, der mit bürgerlichem Namen Jason Mizell heißt, ein. Die beiden bewaffneten Männer sollen den DJ der legendären Rapgruppe Run DMC kaltblütig erschossen haben. Vorausgegangen sei eine Auseinandersetzung um eine Drogenlieferung. Mizell habe 10 Kilogramm Kokain erhalten und ursprünglich geplant, diese mit seinen Partnern weiterzuverkaufen. Nach einem nicht genauer benannten Konflikt soll er aber damit gedroht haben, seine Partner aus dem Handel auszuschließen, woraufhin diese zur Waffe griffen.

Die Anklage kommt einige Jahre nachdem der Fall erstmals zu den Akten gelegt wurde. Bereits 2007 beschuldigte man einen der nun angeklagten Männer des Mordes an Mizell, dieser konnte damals jedoch nicht dafür belangt werden. Allerdings wurde er für andere Verbrechen verurteilt und sitzt derzeit noch eine Haftstrafe ab.

2016 wurde der Fall erneut aufgenommen. Die nun erfolgten Festnahmen stützen sich offenbar auf zwei neue Zeugenaussagen, so eine anonyme Quelle gegenüber der New York Times. Die beiden Angeklagten plädieren auf nicht schuldig.

Hip-Hop-Pionierleistung "Raising Hell"

Der Mord erschütterte damals die Musikwelt. Run DMC gelten als Wegbereiter des Hip Hop und feierten in den 1980er Jahren große Erfolge. Die Formation aus Queens veröffentlichte mit dem Album "Raising Hell" 1986 einen Meilenstein der Musikgeschichte. Als erste Rapgruppe überhaupt erreichten die New Yorker Gold- und Platinauszeichnungen. Zu ihren bekanntesten Liedern gehören "It's Tricky" und "Walk This Way" mit Aerosmith.

Jason Mizell gründete 1989 sein eigenes Musiklabel Jam Master Jay Records, wo er Rap-Acts wie Onyx und 50 Cent entdeckte. Außerdem gründete er im Jahr seiner Ermordung eine DJ-Schule, um eine neue Generation von DJs und Producern zu lehren.

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1 Kommentar mit 4 Antworten

  • Vor 8 Monaten

    Gut, dass das jetzt gelöst ist endlich.

    Aber hatte er echt noch das Drogen dealen nötig? Hals nicht voll bekommen mit der Music-Money?

    Raising Hell war damals der helle Wahnsinn, aber grad mal durchgeskipped, unglaublich staubig, heuer eigentlich unhörbar.

    • Vor 8 Monaten

      "Aber hatte er echt noch das Drogen dealen nötig?"

      Hat mich auch gewundert. Vor allem weil das so viel gewesen sein soll. Sind ja auf der Straße wohl etwa eine Million.

    • Vor 8 Monaten

      Unhörbar? Ich widerspreche vehement! Finde die extrem gut gealtert, dieses rohe, furztrockene in die Fresse Geballer kriegt mich immer noch total. Raising Hell und Power von ICE T sind zwei 80er Alben, die bei mit immer noch ziemlich häufig laufen.

    • Vor 8 Monaten

      Yo Güldi, ist ja nur meine bescheidene Sicht der Dinge. Auch die 80er-Sachen von PE und ICE T kann ich mir nicht mehr geben, ggf. mal 1-2 Tracks aus Nostalgie-Gründen.

      Freue mich aber für Dich, wenn Du damit nach wie vor Spaß hast! :)

    • Vor 8 Monaten

      Ja, bei PE bin ich bei Dir. Die wollte ich immer gut finden, weil halt irgendwie militant und cool, aber dieser Bomb Squad Sound hat mich nie wirklich abgeholt. Als ich mich später mit Sampling beschäftigt hab, hab ich dann schon gescheckt, warum das irres Zeugs ist, was die da produziert haben, aber gefühlt hab ich das nie wirklich.