Rammstein schieben Europatour auf 2022. Ihr Produktionsleiter schildert dramatische Folgen der Pandemie für die Branche.

Berlin (ebi) - Rammstein müssen ihre ausverkaufte Europatour nach der Absage im vergangenen Mai ein weiteres Mal canceln: "Aufgrund der voraussichtlich anhaltenden Veranstaltungsverbote und Beschränkungen im Zusammenhang mit COVID-19 sehen sich Rammstein leider gezwungen, die geplante Europa Stadion Tournee erneut zu verschieben. Die Enttäuschung darüber ist bei der Band und allen Beteiligten groß. Angesichts der fehlenden Planungssicherheit für die Durchführung von Veranstaltungen der Größenordnung, ist dieser Schritt jedoch unumgänglich.", teilten die Berliner heute mit.

Erneut werden die Konzerte um ein komplettes Jahr verschoben: Los gehts erst wieder im Mai 2022, alle neuen Termine finden sich weiter unten. Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Dass Rammsteins Nordamerika-Tour im Gegensatz dazu noch immer nicht offiziell abgesagt ist (Tourstart: 22. August in Montreal, Kanada), dürfte derzeit nicht nur die Fans jenseits des Großen Teichs freuen - mit am meisten leiden unter der Corona-Pandemie jene Menschen, die hinter den Kulissen des Livesektors arbeiten, etwa Stagehands oder Lichttechniker: "Da ist das längst existenzbedrohend. Finanziell sowieso, aber auch sozial. Teilweise auch körperlich. Ich habe regelmäßig Leute am Telefon, die völlig paralysiert dasitzen und nicht wissen, wie es weitergehen soll", sagte Rammsteins langjähriger Produktionsleiter Nicolai Sabottka dazu vor einigen Tagen in einem interessanten Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Darin beschreibt Sabottka u.a. die logistische Herausforderung, das komplette Rammstein-Equipment innerhalb von einer Woche von Europa in die USA zu bringen. Letztlich mussten Rammstein die "die fünf 747 canceln", die sie dafür gebucht hatten.

"Ihr bekommt gar nichts"

Die jahrelange Pause wird die Branche wohl empfindlich verändern. Viele der erfahrenen und oft freien Beschäftigten, so Sabottka, würden umschulen oder mittlerweile in anderen Bereichen arbeiten. Zu einem weiterem Problem bei der Durchführung großer Veranstaltungen werde zudem in Zukunft das Thema der Versicherungen: "Es gibt den Versicherungsmarkt für unsere Branche aktuell quasi nicht mehr", betonte Sabottka, dessen Firma FFP u.a. die Special Effects und Pyros von Rammstein und Kiss verantwortet.

"Wir haben eine Silvestershow in Dubai gemacht mit Kiss. Da stand im Vertrag sinngemäß: 'Wenn die Show wegen Covid 19 ausfällt, bekommt ihr gar nichts. Aktuell bekommt man offenbar sogar kaum noch Versicherungen, die 'Krankheit' abdecken, also zum Beispiel die kaputte Stimme des Sängers, eine Grippe oder einen gebrochenen Gitarristenarm. Wir haben zuletzt fast keine Unfallversicherung für unsere Arbeiter mehr bekommen", schildert der Profi die schwierige Situation weiter. Insgesamt brauche es den Mut, zumindest wieder sehr vorsichtig mit Konzerten zu starten. Die Konzepte dafür gebe es: "Draußen, bestuhlt, Impfpass, Schnelltests".

Die neuen Rammstein-Dates für Europa 2022 im Überblick:

  • 20.05.2022 Leipzig, Red Bull Arena Leipzig (verlegt vom 29.05.2020 & 22.05.2021)
  • 21.05.2022 Leipzig, Red Bull Arena Leipzig (verlegt vom 30.05.2020 & 23.05.2021)
  • 25.05.2022 Klagenfurt, Wörthersee Stadion (verlegt vom 25.05.2020 & 27.05.2021)
  • 30.05.2022 Zürich, Stadion Letzigrund (verlegt vom 06.06.2020 & 05.07.2021)
  • 31.05.2022 Zürich, Stadion Letzigrund (verlegt vom 07.06.2020 & 06.07.2021)
  • 04.06.2022 Berlin, Olympiastadion (verlegt vom 04.07.2020 & 05.06.2021)
  • 05.06.2022 Berlin, Olympiastadion (verlegt vom 05.07.2020 & 06.06.2021)
  • 10.06.2022 Stuttgart, Cannstatter Wasen (verlegt vom 02.06.2020 & 31.05.2021 von der Mercedes-Benz Arena)
  • 11.06.2022 Stuttgart, Cannstatter Wasen (verlegt vom 03.06.2020 & 01.06.2021 von der Mercedes-Benz Arena)
  • 14.06.2022 Hamburg, Volksparkstadion (verlegt vom 01.07.2020 & 30.06.2021)
  • 15.06.2022 Hamburg, Volksparkstadion (verlegt vom 02.07.2020 & 01.07.2021)
  • 18.06.2022 Düsseldorf, Merkur Spiel-Arena (verlegt vom 27.06.2020 & 26.06.2021)
  • 19.06.2022 Düsseldorf, Merkur Spiel-Arena (verlegt vom 28.06.2020 & 27.06.2021)
  • 22.06.2022 Aarhus, Ceres Park (verlegt vom 04.08.2020 & 23.06.2021)
  • 26.06.2022 Coventry, Ricoh Arena (verlegt vom 20.06.2020 & 19.06.2021)
  • 30.06.2022 Cardiff, Principality Stadium (verlegt vom 14.06.2020 & 16.06.2021)
  • 04.07.2022 Nijmegen, Goffertpark (verlegt vom 24.06.2020 & 03.08.2021)
  • 08.07.2022 Lyon, Groupama Stadium (verlegt vom 09.07.2020 & 09.07.2021)
  • 09.07.2022 Lyon, Groupama Stadium (verlegt vom 10.07.2020 & 10.07.2021)
  • 12.07.2022 Turin, Stadio Olimpico Grande Torino (verlegt vom 13.07.2020 & 13.07.2021)
  • 16.07.2022 Warschau, PGE Narodowy (verlegt vom 17.07.2020 & 17.07.2021)
  • 20.07.2022 Tallinn, Song Festival Grounds (verlegt vom 21.07.2020 & 21.07.2021)
  • 24.07.2022 Oslo, Bjerke Travbane (verlegt von Trondheim 26. & 27.07.2020 Granåsen & 25.07.2021 Leangen Travbane)
  • 29.07.2022 Göteborg, Ullevi Stadium (verlegt vom 31.07.2020 & 30.07.2021)
  • 30.07.2022 Göteborg, Ullevi Stadium (verlegt vom 01.08.2020 & 31.07.2021)
  • 03.08.2022 Ostend, Park De Nieuwe Koers (verlegt vom 10.06.2020 & 07.08.2021)
  • Belfast, Boucher Road Playing Fields (abgesagt vom 17.06.2020 & 12.06.2021)

Fotos

Rammstein

Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Rammstein,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof)

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4 Kommentare mit 8 Antworten

  • Vor 19 Tagen

    Dieser Kommentar wurde vor 19 Tagen durch den Autor entfernt.

  • Vor 19 Tagen

    Dieser Kommentar wurde vor 19 Tagen durch den Autor entfernt.

  • Vor 19 Tagen

    Rammstein sind natürlich öde. Da ändert auch die Kirmes auf den Konzerten nichts. Da kann einer die Ehrlich Brothers schwarz anmalen und vergessen, die Loop aus vier Takten NDH-Müll auszumachen, und ich habe dieselbe Erfahrung.

    Aber was er da über die Branche sagt, ist wirklich desaströs. Ich dachte mir schon, daß Versicherungen jetzt fieser werden. Aber wenn sie sich zum Großteil sogar komplett zurückziehen, ist das brutal. Zum Kotzen, daß Kultur in Deutschland der behinderte Sohn ist, den man auf dem Dachboden angekettet vor den Nachbarn versteckt. Es hört halt keiner

    • Vor 18 Tagen

      Holst du dir eigentlich selbst einen zu deinen Texten runter? Hast du auch einen Blog wie der Meurer?

    • Vor 18 Tagen

      "daß Kultur in Deutschland"

      Ist das in anderen Ländern anders?

    • Vor 18 Tagen

      @molchi
      Anders als bei dir böten ihm die Fähigkeit zu formalem Denken sowie sein Sprachschatz zumindest gebührenden Anlass dazu.

      @argi
      Bis auf paar verhandlungsmüde Tories sind wohl (wie musikkulturell so oft) hier zuerst die Briten zu nennen.

    • Vor 18 Tagen

      Genau. Besonders rosig ist es natürlich nirgendwo, gerade nach Covid. Aber auch Frankreich, Belgien, Holland, Österreich (um mal nur die direkten Nachbarn zu nennen) bilden sich zumindest ein wenig darauf ein, kulturfreundlich zu sein. Bessere Arbeitsbedingungen ind Gehälter gibts da sowieso, also hats die Branche dort nicht nur idealistisch, sondern auch materiell einen längeren Atem.

  • Vor 19 Tagen

    Widerliche cancel culture, hoffentlich sind die linksgrünversifften Gutmenschen jetzt zufrieden !!!!!!!