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Platz 11: "More", 1969

Eine der vielen Floyd'schen Eigenarten ist sicherlich der Umstand, dass nicht nur eines, sondern zwei ihrer Soundtrack-Alben seit jeher mit zur regulären Diskografie zählen. Dennoch (oder gerade drum?) vergisst man gerne, dass es sich gerade bei "More" um verdammt stimmiges Kleinod handelt.

"Den nächsten Song haben wir für einen französischen Film geschrieben. Es geht nur um Drogen und Sex, so wie alle Filme, für die wir Musik machen sollen. Keine Ahnung, warum." Mit diesen großartigen Worten kündigt Roger Waters 1970 im Fillmore West das Stück "Cymbaline" an – ein weiterer Track, den Pink Floyd in den frühen Siebzigern live bis zur Unkenntlichkeit strecken und verfremden. Die Originalversion hingegen lebt vom nonchalanten Psychedelic-Folk-Touch, in dem sich die nach dem Abgang Barretts zunächst etwas orientierungslose Truppe auf "More" weitgehend bewegt.

Inspiriert von den palmenreichen Filmbildern Ibizas komponieren und produzieren Pink Floyd das oft skizzenhafte Material in nur zwei Wochen. Keine Abbey Road-Studios, kein Produzent, kein Filter. Schnell übernehmen die vier einfache Jam-Ideen, gerade einmal die Hälfte der Songs knackt die Drei-Minuten-Marke. "More" ist vertonte Findungsphase, was sich sowohl in gescheiterten Flamenco-Experimenten ("A Spanish Piece") als auch in plärrenden Hard-Rock-Tracks wie "The Nile Song" zeigt. Mindestens ein Kuriosum, bedenkt man, dass das Sabbath-Debüt damals noch einige Monate entfernt war.

Anspieltipps:
"Cymbaline", "The Nile Song", "Green Is The Colour"

Hätte nicht sein müssen:
womöglich die B-Seite  

"More"*

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1 Kommentar

  • Vor einem Jahr

    Schöner Soundtrack zum sommerlichen Herumdösen, sieht man von den beiden Hardrocksongs ab. "Kleinod" trifft es sehr gut, "Cymbaline" könnte der am meisten unterschätzte PF-Song sein und die erste Hälfte macht generell einiges her. Leider verliert sich das Album mit der Zeit zu sehr in öden Soundcollagen wie "Quicksilver"