Er zählte neben Sven Väth zu den Initiatoren des "Sound Of Frankfurt". Nun ist Feos an Krebs gestorben.

Frankfurt (mis) - Der Frankfurter DJ Pascal Feos ist tot. Er starb gestern im Alter von 52 Jahren an Magenkrebs, wie der Express berichtet. Der aus Bad Nauheim stammende Feos zählte mit Sven Väth in den frühen 90er Jahren zu den Identifikationsfiguren der Frankfurter Technoszene. Sein Künstlername Feos stand für "From The Essence Of Minimalistic Sound" und kennzeichnete seinen bevorzugten Stil.

Mit den Projekten Resistance D und Sonic Infusion, die auf Väths Labels Eye Q und Harthouse erscheinen, entsteht in Clubs wie Dorian Gray und Omen mit Trance der 'Sound Of Frankfurt'. Auf dem Höhepunkt der Trance-Welle Mitte der 90er Jahre gründet Feos mit Alex Azary die Labels Elektrolux, HeyBabe und Planet Vision. Vor allem Elektrolux entwickelt sich in den folgenden Jahren zu einer der weltweit besten Adressen in Sachen Ambient, Dub und Lounge.

Im Jahr 2000 ehren ihn Künstler wie Ricardo Villalobos, Timo Maas, Thomas Schumacher, Chris Liebing oder WJ Henze auf dem Album "Remixed". Bis 2011 ist Feos Teil des Produzententeams von Aural Float, dem Ambient-Projekt mit Gabriel Le Mar und Azary. Er lebte zuletzt lange Jahre in New York. Die französische DJane Miss Kittin und Oliver Huntemann erinnerten in Kondolenzpostings an den Techno-Pionier.

Weiterlesen

laut.de-Porträt Pascal Feos

Der DJ und Produzent Pascal Feos hat sich mit Haut und Haaren elektronischer Musik verschrieben. Unter zahlreichen Pseudonymen aktiv, ist er eine der …

3 Kommentare

  • Vor einem Jahr

    Danke Leute, dachte schon das würde hier untergehen. Er hatte vermutlich mehr Einfluss auf den deutschen Techno der 90er Jahre als irgend ein anderer. Immer ein sicherer Wert als DJ und als Producer an unzähligen Produktionen beteiligt. Gute Reise FEOS!

  • Vor einem Jahr

    Eine Ära geht zu Ende und doch bleibt die Geschichte . Wir vergessen Pascal nicht da er sein Leben den Fun gewidmet hatte . Ich höre schon die Techniklänge der Engel im Himmel.

  • Vor einem Jahr

    "Er lebte zuletzt lange Jahre in New York." So ein Schwachsinn. Er hat zuletzt lange Jahre in selbst gewählter Isolation verbracht, in seinem Studio bei Frankfurt, das zu beziehen er genötigt war, nachdem sein gewohntes Leben, seine Existenz, auch durch das Betreiben seiner ehemaligen Mitstreiter, zusammenbrach. Er verbrachte sein Leben dort, ge- und enttäuscht von vielen seiner ehemaligen Weggefährten, ohne relevante Einnahmen, und ohne Aussicht auf Besserung seiner Lage. Er wurde von der Industrie, die er "maßgeblich mitgeprägt" hatte, von Kollegen und Partnern, die über Jahre hinweg von seinem Talent und seinem Können profitiert haben, einfach fallen gelassen, und viele derjenigen, die sich jetzt auf den sozialen Kanälen zu Wort melden, haben in diesen ganzen Jahren keinerlei Interesse an seinem Schicksal gezeigt, geschweige denn haben sie etwas unternommen, um ihm mit den Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen, aus seiner Situation zu helfen. Ganz im Gegenteil, haben einige dieser ehemaligen "Freunde und Partner" ihm noch zusätzlich Steine in den Weg gelegt, haben ihn erfolgreich übervorteilt und die Tatsache ausgenutzt, daß diesem sensiblen Menschen leider auch eine sehr ausgeprägte Konfliktscheue zu eigen war. Eine paar wenige seiner Gefährten haben ihn in dieser Zeit auf seinem Weg begleitet und haben versucht, ihn nach ihren Möglichkeiten zu unterstützen, allerdings reichten diese Möglichkeiten nicht aus, seine Situation grundlegend zu verbessern. Trotz der Unterstützung dieser Wenigen, spitzte sich seine Lage in den letzten Monaten immer weiter zu, was dazu führte, daß auch diese Unterstützer ihr Engagement nach und nach enttäuscht einstellten, weil sich augenscheinlich keine Besserung ergab und auch kein Anzeichen eines Motivationsschubs bei Pascal zu erkennen war. Was allerdings keiner dieser Helfer wußte: Seine Lage konnte sich, trotz aller Mühen, gar nicht bessern, weil er seit langem mit dieser tückischen Krankheit gekämpft hat, von der niemand, nicht einmal er selbst, etwas ahnte, und diese Krankheit hat alle Energien aufgezehrt, die Auseinandersetzung seines Körpers mit den Auswirkungen hat sämtliche Motivationsschübe im Keim erstickt. Alleine gelassen, isoliert und vor allem unbehandelt, konnte sein Körper diesen Kampf letztlich leider nicht gewinnen.