Nach zehn Tagen Vorbeuge-Haft ist Nadja Benaissa seit heute wieder auf freiem Fuß.

Frankfurt/Darmstadt (joga) - Nach insgeamt zehn Tagen im Gefängnis ist Nadja Benaissa von den No Angels wieder frei. Das Amtsgericht Darmstadt habe dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Haftverschonung stattgegeben, teilte ein Gerichtssprecher heute der Presse mit. Frau Benaissa war am Oster-Samstag verhaftet worden, weil sie einen Sexualpartner mit HIV infiziert haben soll.

Mit der spektakulären Verhaftung der Sängerin unmittelbar vor einem Auftritt, der Bekanntgabe von Details aus dem intimstem persönlichen Bereich und vor allem der Unterstellung der 'Wiederholungsgefahr' haben die Darmstädter Ermittler sich weit aus dem Fenster gelehnt und dafür auch viel Kritik geerntet. Denn die 'Wiederholungsgefahr' wird nicht umsonst äußerst selten als Haftgrund angeführt, ist sie doch mit dem Rechtsgrundsatz der Unschuldsvermutung unvereinbar.

Rechtsexperten kritisierten das Vorgehen der Darmstädter unter anderem, weil unklar sei, ob der Vorwurf der Ansteckung eines Sexualpartners nach so langer Zeit noch zu beweisen sei. Die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. warnte vor einer Stigmatisierung oder gar Kriminalisierung von Aids-Erkrankten. Wenn diese bei leichtsinnigem Verhalten Repressionen zu befürchten hätten, mindere das die Neigung, überhaupt einen Aids-Test zu machen.

Vier Tage nach der Festnahme hatte das Landgericht Berlin am Mittwoch vergangener Woche verboten, über das Verfahren und den Gegenstand der Untersuchungshaft zu berichten, und kritisierte damit indirekt auch die Informationspolitik der Staatsanwaltschaft Darmstadt. Die heutige Freilassung darf man insofern auch als Eingeständnis der Ermittler interpretieren, im Fall Nadja Benaissa zu weit gegangen zu sein.

Zwar betonte die Staatsanwaltschaft Darmstadt, der Haftbefehl sei nur gegen bestimmte Auflagen außer Vollzug gesetzt worden, die "Haftgründe" blieben bestehen. Dennoch ist kaum ersichtlich, warum die angebliche Wiederholungsgefahr nun plötzlich nicht mehr gegeben sein soll.

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No Angels

No Angels,  | © Polydor (Fotograf: Mathias Bothor) No Angels,  | © Polydor (Fotograf: Mathias Bothor) No Angels,  | © Polydor (Fotograf: Mathias Bothor) No Angels,  | © Polydor (Fotograf: Mathias Bothor) No Angels,  | © Polydor (Fotograf: Mathias Bothor) No Angels,  | © Polydor (Fotograf: Mathias Bothor) No Angels,  | © Polydor (Fotograf: Mathias Bothor) No Angels,  | © Polydor (Fotograf: Mathias Bothor)

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91 Kommentare

  • Vor 12 Jahren

    @Anonymous (« @Testave (« posten jetzt hier die studenten des wiener AKHs oder irgendwelche wiki-klugscheißer?? »):

    es gibt auch Leute, die haben sich einfach ein wenig mehr über das Thema informiert und deren Wissensstand über "Aids ist tödlich und wird durch Sex übertragen!" hinausgeht. »):
    aber nicht zufällig über wikipedia? :hoho:

  • Vor 12 Jahren

    @Anonymous (« Wundert mich nicht, dass die Zahl der Neu-Infektionen in Deutschland wieder ansteigt, wenn sich solche spätpupertierenden Leute wie Testave ihr Wissen nur noch über Wikipedia aneignen und anstattt ernsthaft über so ein wichtiges Thema zu reden nur Blödsinn verbreiten.

    Weißt du Testave, es gibt hier auch Leute Ü25, die haben in der Schule gelernt, dass es einem nicht peinlich sein muss, wenn man konstriktiv über Saver Sex und HIV/AIDS redet. Hat zwar bei uns auch gedauert und in der 7. Klasse konnten wir bestimmt auch noch nicht sachlich bleiben, aber das hat sich dann mit den Jahren gegeben.

    Und mit 19 ist man eigentlich zu alt, um die Unsicherheit mit dämlichen Spürchen zu überspielen. Oder willst du uns ernsthaft weismachen, dass du den Müll, den du verbreitest glaubst? Dann tust du mir wirklich leid. »):
    1. bin ich nur für die neu-infektionen in österreich verantwortlich, die in deutschland musst du leider deiner tochter anhängen.

    2. das ist das laut.de flamer/beleidigungsforum nicht die anonymen aidskranken.

    3. nene ich bin schon unsicher, ist genau der selbe effekt wie bei meinen homophoben äußerungen (btw: nur schwule übertragen aids)

  • Vor 12 Jahren

    Da, mal tatsächlich was von wiki:

    2006 erfolgten fast 42 Prozent der Neuinfektionen (in Österreich) über heterosexuelle Kontakte, 28,6 Prozent über homosexuelle Kontakte und 20,5 Prozent über intravernösen Drogenkonsum.