Zwei Turntables, ein MC: Der tiefenentspannte Hip Hop-Methusalem führt die Songs seines einsamen Meilensteins auf. Was auch sonst?

Düsseldorf (sla) - Das Interessanteste am Lieblingsplatte Festival, das derzeit, verteilt auf sieben Abende, in Düsseldorf stattfindet, ist noch nicht einmal das Konzept. In voller Länge aufgeführte Klassikeralben hat es vorher schon gegeben, auch im Deutschrap, in dessen Zeichen der Donnerstagabend stand. Spannender ist eher, wen das Zakk für seine Idee gewinnen konnte. Nämlich Künstler, die entweder als zu progressiv dafür gelten - oder als zu sturköpfig. Torch gehört mit seinem 16 Jahre alten Soloalbum "Blauer Samt" wohl zu letzteren.

Gleichzeitig unterscheidet sich der Abend gefühlt kaum vom normalen Konzert-Szenario. Der eigenartige Karriereweg des Heidelbergers - ein Album, ein Klassiker - bringt es mit sich: Was soll der Mann groß spielen, wenn nicht die Songs seines einsamen Meilensteins? Mit der Eröffnung in Form von "Kapitel 29", "Die Welt Brennt" und "Gewalt Oder Sex" bleibt er der Tracklist treu. Doch schon auf den prophetischen Hit "Wir Waren Mal Stars" mit seiner besseren Hälfte Toni L muss man im Zuge der Dramaturgie noch etwas warten.

Dabei könnte der Rahmen klassischer nicht ausfallen. Keine Instrumente, kein Backup-Rapper, keine Visuals. Zwei Turntables, ein MC, dahinter ein puristisches 360-Grad-Records-Banner, und "bitte nicht zu helles Licht auf der Bühne".

Doch wer das Phänomen Torch als langsam aber sicher überholt einschätzt, den sollte der Andrang eines Besseren belehren. Das Zakk ist vollgepackt, und zwar bei weitem nicht nur mit hängengebliebenen Zeitgenossen, sondern vor allem mit solchen, die zur Erstveröffentlichtung von "Blauer Samt" im Jahr 2001 noch in Kindernschuhen steckten.

Damit hängt vielleicht auch zusammen, dass einige Dutzend eher keinen Grund sehen, beim Sprechstück "Der Flammende Ring" mal kurz den Mund zu halten. Torch nimmts gelassen. Im Stile eines tiefenentspannten Hip Hop-Metusalems.

Fotos

Düsselkdorf, Zakk, 2016 "Blauer Samt" live, komplett und in Farbe.

"Blauer Samt" live, komplett und in Farbe., Düsselkdorf, Zakk, 2016 | © laut.de (Fotograf: Simon Langemann) "Blauer Samt" live, komplett und in Farbe., Düsselkdorf, Zakk, 2016 | © laut.de (Fotograf: Simon Langemann) "Blauer Samt" live, komplett und in Farbe., Düsselkdorf, Zakk, 2016 | © laut.de (Fotograf: Simon Langemann) "Blauer Samt" live, komplett und in Farbe., Düsselkdorf, Zakk, 2016 | © laut.de (Fotograf: Simon Langemann) "Blauer Samt" live, komplett und in Farbe., Düsselkdorf, Zakk, 2016 | © laut.de (Fotograf: Simon Langemann) "Blauer Samt" live, komplett und in Farbe., Düsselkdorf, Zakk, 2016 | © laut.de (Fotograf: Simon Langemann) "Blauer Samt" live, komplett und in Farbe., Düsselkdorf, Zakk, 2016 | © laut.de (Fotograf: Simon Langemann) "Blauer Samt" live, komplett und in Farbe., Düsselkdorf, Zakk, 2016 | © laut.de (Fotograf: Simon Langemann) "Blauer Samt" live, komplett und in Farbe., Düsselkdorf, Zakk, 2016 | © laut.de (Fotograf: Simon Langemann) "Blauer Samt" live, komplett und in Farbe., Düsselkdorf, Zakk, 2016 | © laut.de (Fotograf: Simon Langemann) "Blauer Samt" live, komplett und in Farbe., Düsselkdorf, Zakk, 2016 | © laut.de (Fotograf: Simon Langemann) "Blauer Samt" live, komplett und in Farbe., Düsselkdorf, Zakk, 2016 | © laut.de (Fotograf: Simon Langemann)

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7 Kommentare mit 14 Antworten

  • Vor 2 Jahren

    Nach wie vor einfach ein bockstarkes Album

    • Vor 2 Jahren

      na klar, ein album fly wie ein maulwurf. torch bleibt am boden wie insekten und brüllt rum wie ein fisch.

    • Vor 2 Jahren

      Auch wenn ich mit dem User nichts anfangen kann und ich "bockstark" nicht zu meinem Vokabular zählen würde, muss ich ihm hier insofern recht geben, als dass "Blauer Samt" für mich eine Singularität im Deutschrap darstellt und nachwievor zu meinen persönlichen Klassikern zählt.

      Der meiste andere output von Torch und vor allem Toni L hingegen, ist mir eher suspekt. Gerade Letzterer ist auch extrem schlecht gealtert, muskalisch.

    • Vor 2 Jahren

      Sodhahn... Man muss doch anerkennen welch grandioses Album Torch da hingezaubert hat. Habe wenig HH-Alben in meinem Regal die überhaupt auf diesem Niveau rausgekommen UND besser gealtert sind. Kommt immer wieder mehrmals jährlich in die Anlage. Deshalb: mehr als nur ein Klassiker, ein Top-10 Deutschrap-Release ever der noch ewig halten wird.

    • Vor 2 Jahren

      Also gut..... Nach wie vor einfach ein saugeiles Album.... Besser?...
      @trumpelstielzchen...das tut jetzt aber weh

    • Vor 2 Jahren

      Das Album ist gut, keine Frage. Der Typ ist aber unfassbar nervig, genau so wie seine Fans.

  • Vor 2 Jahren

    jaja torch war schon der erfinder vom deutschen rap jaja!!!

    torch die fette sau soll sich mal ihren wiki artikel lesen, höchstens underground!!! und dann sonen antifa kack

    • Vor 2 Jahren

      alter, fahr dich mal langsam wieder ne stufe runter, du haariger speckpesel. dein gesabber ist selbst für einen faketroll zuviel des guten...

    • Vor 2 Jahren

      ist die existenz eines weiteren faketrolls oder der gedanke, dass JK Trolling seine postings absolut ernst meint, schwerer zu ertragen?

    • Vor 2 Jahren

      ehrlich gesagt kann man nur beten das er ein troll ist...wenns den wirklich gibt dann prost mahlzeit...

    • Vor 2 Jahren

      sodhan ist mir jetz schon mehrmals negativ aufgefallen.. und das nicht nur in den kommentaren auch auf der metaebene:

      - ewa profil dafuck?
      - fler fan? alles klar!
      - wie passt lea-won in deinen musikgeschmack?
      - ist absoluter hiphoper und bewertet metal alben (idr mit einem stern)?? alter wenn dir die materie nicht taugt, dann rate es ned

      um den armen sodhahn jetz aber nicht weinend zurück zulassen ein paar probs:

      + bushido und ssio
      + er hat gecheckt dass kiz romano bsh und deluxe (mittlerweile) scheiße sind
      + baba haft ist korrekt hatte mal mit ihm nen meet and greet, war nen anständiger birra

    • Vor 2 Jahren

      sodi, der meint das ernst.
      alles!
      alles, was er postet!

    • Vor 2 Jahren

      @Paranoidn: mit diesem gedanken kann ich mich weiterhin nur schwer anfreunden :D
      @Jerome: wenn du den beweis antreten willst kein fake zu sein, dann versuch doch mal plausibel zu erklären warum du hier rüberkommst wie ein schmieriger speckpesel?

  • Vor 2 Jahren

    jaja torch war schon der erfinder vom deutschen rap jaja!!!

    torch die fette sau soll sich mal ihren wiki artikel lesen, höchstens underground!!! und dann sonen antifa kack

  • Vor 2 Jahren

    Nach wie vor eine gute Platte und unbestreitbar ein Klassiker des Genres, aber der beste Rapper ist Torch ganz sicher nicht. Schon damals gab es andere Rapper, die deutlich mehr Flow und Raffinesse boten. "Der blaue Samt" lebt eher von seinen Beats, der nachdenklichen Grundstimmung und lyrischen Highlights wie "Der flammende Ring".

  • Vor 2 Jahren

    Lyrisch zweifellos ein starkes Album, aber eben nicht so stark, dass ich im Zweifelsfall nicht richtige Lyrik oder richtigen Rap (mit Skills, dopen Beats und so was ;)) vorziehen würde, je nach Bedarf.

  • Vor 10 Monaten

    Dieser Kommentar wurde wegen eines Verstoßes gegen die Hausordnung durch einen laut.de-Moderator entfernt.