K.I.Z verabschieden die Kanzlerin mit ihrer aktuellen Single in den Ruhestand. Konventionelle Schmeicheleien wird man in der Lobeshymne allerdings vergebens suchen.

Berlin (mima) - Pünktlich zum gestrigen Wahlabend beehren K.I.Z die Noch-Kanzlerin mit ihrer neuen Single: "Danke Merkel / danke für die geile Zeit / Eine Frau als Kanzler / wir war'n alle live dabei". Für den Dreh seien sie "an einem sonnigen Mittwoch im September 2021" zum Kanzleramt gefahren, heißt es in der Eingangsbeschreibung. Leider trafen sie dabei wohl nicht nur auf Fans, sondern auch auf "Hater und besorgte Nazis". Den feierlichen Abschied mit Blumen und Champagner hat sich das Trio trotzdem nicht nehmen lassen.

Normale Komplimente sucht man hier allerdings vergebens; wie kann es auch anders sein bei einem K.I.Z-Song. Merkel soll ja nicht einfach nur mit schnödem Speichelleckertum gelangweilt werden - nein, nein. Viel besser ist es, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, indem man gleichzeitig noch die Merkel-Gegner*innen disst. Wie das gehen soll? Man bedankt sich bei der Kanzlerin einfach genau für die Sachen, die ihr von Nazis und der Querdenker-Szene vorgeworfen werden: "Zur Begrüßung bekommt jeder / Einwandrer ein'n 7er / Mutti, bitte mach uns aus dem Reichstag / eine Shishabar". Oder auch: "Man wird zum K.I.Z-Fan durch die Chemtrails in der Atmosphäre / Und ihr seid immer noch am Klicks kaufen, ihr Amateure."

Wenn ein dahergelaufener AfD-Anhänger im Video sein "Wir sind ein paar kritische Bürger" mit "Cool, Merkel muss weg, oder? 18 Uhr vor'm Kanzleramt!" begegnet und K.I.Z auch noch das Haftbefehl-Sample "Und ich wollt mich bei Merkel bedanken" einstreuen, hilft nur noch eins: Eine Raute für die Kanzlerin. Diese nunmehr nostalgische Geste rührte Maxim dann auch zu einer imaginären Träne. Mal schauen, wer in ihre Fußstapfen tritt und "Gemeinsam gegen Deutschland / unter dem Deckmantel der Kunst" agieren wird.

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K.I.Z.

K.I.Z.,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) K.I.Z.,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) K.I.Z.,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) K.I.Z.,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) K.I.Z.,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) K.I.Z.,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) K.I.Z.,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) K.I.Z.,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) K.I.Z.,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) K.I.Z.,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) K.I.Z.,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) K.I.Z.,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler)

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laut.de-Porträt K.I.Z.

Wenn vier Rapper gelangweilt aussehende Fans in schweißtriefende Stagediver verwandeln, können sie mit Fug und Recht das Prädikat Rampensäue beanspruchen.

2 Kommentare

  • Vor 16 Tagen

    "Asylant rammt Deutschem Messer in das Herz, am nächsten Tag geben wir auf seinem Grab ein wir sind mehr Konzert!"
    Sowas ist höchstens witzig wenn es als Spaß gemeint ist. Da das KIZ aber so fast 1 zu 1 abgezogen hat und wahrscheinlich auch wieder bringen würde ist das einfach nur Geschmacklos.
    Ist sowas eigentlich keine Kritik wert? Aber wehe man rappt nur ansatzweise was, was nicht dem linken Zeitgeist entspricht sind die auf einmal alle Medien getriggert. Siehe Prezident, Absztrakkt etc.
    Diese Doppelmoral trieft aus allen Poren und ist nicht mehr auszuhalten. Da würde ich auch gerne mal Haß und Hetze, Menschenverachtend etc. hören. Lächerlich