Die Bundesregierung hat bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien einen Antrag auf Indizierung von Witts "Gloria"-Video gestellt.

Konstanz (huz) - In der vergangenen Woche hatte der deutsche Bundeswehrverband Joachim Witts Video zu "Gloria" als "verunglimpfend" und "geschmacklos" kritisiert und einen 'Shitstorm' gegen den Musiker angezettelt.

Witt schilderte einem Boulevardblatt die Folgen: "Ich bekomme wegen des Videos schlimme Morddrohungen und habe Angst um mein Leben! Deshalb habe ich mir Personenschutz zur Seite stellen lassen. Ich habe das Gefühl, dass da draussen 200 000 bissige Hunde auf mich warten, die mich zerfleischen wollen."

Als wäre das nicht schon genug der Publicity für ein bestenfalls mittelmäßiges Lied, hat sich jetzt auch noch eine höhere Instanz eingeschaltet: Die Bundesregierung. Das Bundesfamilienministerium habe bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) eine Indizierung beantragt, bestätigte eine Sprecherin der BPjM.

Joachim Witt: "Gloria"

Die Entscheidung über den Indizierungsantrag fällt voraussichtlich schon zu Beginn der nächsten Woche. Das ist zumindest ungewöhnlich, einschlägige Rap-Alben warten mitunter Jahre auf ihre Indizierung.

Im Fall einer Indizierung dürfte der Clip nur noch Erwachsenen zugänglich gemacht werden, was im digitalen Zeitalter allerdings kaum durchzusetzen ist. Die Aufmerksamkeit, die das Video durch eine Indizierung bekäme, zieht im Gegenteil unweigerlich Publikum an, das unter Umständen zur reflektierten Urteilsbildung nicht fähig ist. Joachim Witt, der gefallene NDW-Star bekommt also genau das, was er so mühevoll provoziert hat: Publicity für so-lala-Musik.

Weiterlesen

laut.de-Porträt Joachim Witt

Er war so hoch auf der Leiter, doch dann fiel er ab: Joachim Witt, geboren 1949 in Hamburg, hat wie viele seiner Musikerkollegen aus den Tagen der Neuen …

35 Kommentare

  • Vor 6 Jahren

    Und wir regen uns darüber auf, daß ein paar wenige verwirrte Muslime wegen eines absolut miesen "Kunstwerks" randalieren und Morddrohungen aussprechen? Erst mal vor der eigenen Tür kehren, würde ich sagen!

  • Vor 6 Jahren

    echt?
    nö!
    das musste kumulativ sehen, nicht alternativ...

  • Vor 6 Jahren

    Also, bloß nie nix böses die Pundeswehr sagen! Plötzlich finde ich auch die Imagekampagne bei Krömer Late Night total toll, und werde mich nie wieder negativ darüber äußern.

    Abgesehen davon... Lied und Video sind so oder so scheiße und können sich wohl kaum komplett im ganzen Internet verbieten lassen. Mal wieder auf die billigste Provokation reingefallen die BPjM/Bundeswär; pushen sie damit Müll der sonst in ein paar Tagen wieder in Vergessenheit geraten wär.

  • Vor 6 Jahren

    im gegenteil: wäre ich witt, würde ich fett anzeige wg u.A. nötigung (aufruf zum shitstorm) gegen bundesregierung, jeden einzelnen entgleisungsposter dort und die lancierenden bundeswehrheinis stellen....waffengleichheit....ich wiederhole mein prinzip v gestern:
    Kunstfreiheit gilt auch für schlechte kunst!!!

  • Vor 6 Jahren

    @Anwalt: Wäre natürlich schön, vor jeder Tür kehren zu können. Da die meisten anderen Türen aber weit außerhalb unserer Reichweite oder unseres Verantwortungsbereiches liegen, sollten wir bei unseren eigenen anfangen. Sonst ist es überhaupt kein Wunder, wenn unsere Forderungen als verlogen wahrgenommen werden. Und wenn man meint, sich so verlogen in fremde Angelegenheiten einmischen zu müssen, muss man sich über imperialistische, kulturzentristische oder gar faschistische Gegenvorwürfe nicht wundern.

  • Vor 6 Jahren

    ok, da ist was dran....kann man beide postings ja auch wieder schön kumulativ sehen ;)@Ragism (« @Anwalt: Wäre natürlich schön, vor jeder Tür kehren zu können. Da die meisten anderen Türen aber weit außerhalb unserer Reichweite oder unseres Verantwortungsbereiches liegen, sollten wir bei unseren eigenen anfangen. Sonst ist es überhaupt kein Wunder, wenn unsere Forderungen als verlogen wahrgenommen werden. Und wenn man meint, sich so verlogen in fremde Angelegenheiten einmischen zu müssen, muss man sich über imperialistische, kulturzentristische oder gar faschistische Gegenvorwürfe nicht wundern. »):