Nach dem schwulenfeindlichen Facebook-Post des DJs ziehen Melt! und MS Dockville die Reißleine.

Konstanz (pek) - Ein radikaler Facebook-Post gegen Homosexuelle des litauischen DJs und Produzenten Ten Walls sorgte gestern für Aufregung. Zahlreiche Festivals, die den House-Produzenten ("Gotham") gebucht hatten, ziehen nun die Konsequenz und laden ihn aus. Neben dem spanischen Sonar und dem Urban Art Forms im österreichischen Wiesen ziehen nun auch die deutschen Festivals MS Dockville und Melt! die Reißleine.

So verkündete das Hamburger MS Dockville Festival: "Jede Form von Diskriminierung widerspricht unseren Idealen eines weltoffenen Festivals, das nur durch das Zusammenwirken aller Beteiligten zu einem respektvollen Ort werden kann."

Marijus Adomaitis, wie der Musiker mit bürgerlichem Namen heißt, hatte die Äußerungen bereits Anfang des Monats auf seiner privaten Facebook-Seite gepostet. Darin verglich er Homosexualität mit Pädophilie und bezeichnete Schwule als Menschen anderer Sorte, die man in den "guten 90ern" noch "repariert" habe. Das Posting hat er mittlerweile gelöscht.

Ten Walls entschuldigt sich bei Schwulen

Viele Musiker und Fans reagierten empört und bekundeten ihren Unmut gegenüber Ten Walls. Dieser entschuldigte sich inzwischen für den homophoben Post. In einem Statement auf seiner Facebook-Seite bezeichnet er die eigenen Äußerungen als "inakzeptabel". "Es war nie meine Absicht irgendjemand zu beleidigen", bekundet der Musiker.

Der Shitstorm gegen Ten Walls in den sozialen Medien bricht dennoch nicht ab. Viele User sind nach wie vor verärgert und betonen die Tatsache, dass Dance-Music stark von der schwulen Community profitiere. Ten Walls habe also einen großen Teil seiner Karriere Homosexuellen zu verdanken. Monika Kruse twitterte, dass sie alle Tracks von Ten Walls gelöscht habe.

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7 Kommentare mit 11 Antworten

  • Vor 5 Jahren

    "betonen die Tatsache, dass Dance-Music stark von der schwulen Community profitiere" Das ist dann natürlich ein ehrenhafter Grund, gegen diese Äußerungen zu sein.

  • Vor 5 Jahren

    Schade, dass er eingeknickt ist.

  • Vor 5 Jahren

    mal ganz von der Äusserung mal abgesehen ......
    wieso schreiben die immer sowas wie "Es war nie meine Absicht irgendjemand zu beleidigen"??

    Wenn ich auf der Strasse jemanden in die Eier trete, dann muss ich mich auch nicht wundern wenn das dem weh tut, eh?

    Ich mein, mal davon abgesehen dass Social Media Nutzer allesamt Zuckerarschgepuderte Sackfalten mit Wohlfühlzone sind, Beckenrandschwimmer und Schattenparker und Laktoseintolerante Habmichlieb-Glukosevermeider... das ist doch logisch. :lol:

    • Vor 5 Jahren

      So sehe ich das auch. "Ein Mann, ein Wort" hieß es früher mal so trefflich. Leider halten sich heute nur noch Wenige daran.

    • Vor 5 Jahren

      Ja. Genau. Logisch wird bei so einer Meinung jemand beleidigt. Wenn ihm das nicht klar war, dann ist er ein noch gröserer Vollidiot als sein Posting den Anschein hat. Und was sollen dann immer diese Entschuldigungen danach? Diese seine Meinung muss zwar nicht jeder teilen, aber wenn es seine Meinung ist und er sie für so wichtig hält, sie der Welt mitteilen zu müssen, dann soll er doch bitte dazu stehen und zeigen, dass er Eier hat und nicht den Schwanz einziehen, wenn ihm ein kalter Wind entgegen bläst. Absolut erbärmlich.

    • Vor 5 Jahren

      In diesem Falle wäre es wohl eher ein warmer Wind.

    • Vor 5 Jahren

      LOL und ich habe mir noch gedacht ob ich nicht warmer Wind schreiben soll. ;-)