Ausgerechnet in der "Jungen Freiheit" kritisierte die CDU die Kandidatur des linken Rappers Holger Burner für die Bürgerschaftswahlen in Hamburg.

Hamburg (dtm) - Mit Holger Burner kandidiere ein "linksextremer Gewaltrapper" für einen Listenplatz der Linken bei den Hamburger Bürgerschaftswahlen. Das kritisierte der CDU-Politiker Kai Voet van Vormizeele im nationalkonservativen Magazin "Junge Freiheit".

Er forderte die Linke auf, sich von besagtem Rapper zu distanzieren. Holger Burner habe ein "gestörtes Verhältnis zu unserem Rechtsstaat und zur Gewalt". Seine Kandidatur "reiht sich nahtlos ein in die fragwürdige Zusammensetzung der Listen dieser Partei", schreibt van Vormizeele.

Wegen Textzeilen wie "Ich will Uzis verteilen von Hamburg bis München. Mit dem Aufruf, die Chefs aller Banken zu lynchen" oder "Ungefragt entern wir den Bundestag, schreien hundert Bars lang 'Das ist jetzt unser Staat', werfen bunte Farbbeutel in teure Wagen rein und üben linke Haken an Schäubles Nasenbein" werde Holger Burner vom Verfassungsschutz Brandenburg als "Hass-Musiker" bezeichnet, der für "für zynische wie menschenverachtende Texte" stehe.

"Realsatire"

Gegenüber rap.de sagte Holger Burner: "Wenn CDU und GdP sich in der Jungen Freiheit über meine Kandidatur beschweren, dann ist das doch eigentlich Realsatire genug." Der Rapper steht auf Listenplatz 14 und macht sich deshalb keine großen Hoffnungen, ins Parlament einzuziehen.

Allerdings würde er als Mitglied der Bürgerschaft Klassenkampfaktionen unterstützen. Demonstrationen und Proteste könne man als Parlamentarier leichter organisieren, erklärt er seine Motivation. Den Wahlkampf sieht er als Plattform, um mit Menschen zu diskutieren.

16 Kommentare