Der Clip zu "Was Hast Du Gedacht?" von Gzuz darf nicht mehr weiter verbreitet werden. So entschied die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien.

Hamburg (ynk) - Es hat sogar den Amis ein bisschen imponiert, als das wirklich zügellos bescheuerte Musikvideo zu "Was Hast Du Gedacht?" von Gzuz 2018 auf dem ikonischen WorldstarHipHop-YouTube-Kanal erschien. Da war also dieser grenzdebil wirkende Deutsche, volltätowiert und mit allen Knarren, Drogen und Frauen, die er auftreiben konnte. Und er schrie-rappte gegen den dröhnenden Trap-Beat, als wäre er aufgewachsen in der Bronx. "Ach was", müssen die amerikanischen Abonnenten des Kanals gedacht haben, "hätte gar nicht gedacht, dass die in Deutschland so drauf sind". Stellt sich heraus: Sind wir auch nicht. Seit gestern ist das Video nämlich indiziert.

Zur Begründung teilt die BPjM auf Anfrage mit, das Video würde "Frauen diskriminieren und einen kriminellen Lebensstil" propagieren. Kann man auch kaum bestreiten, dass es das getan hat. Eine Entscheidung, an der man natürlich wieder dahingehend rütteln kann, weil sie als Präzedenzfall einer ganzen Menge Rapvideos an den Stühlen sägt. Aber grundsätzlich war in diesem Gzuz-Video jetzt auch erstmal nichts, das so vital für die Existenz guter Rapvideos gewesen wäre, dass man unbedingt dafür eintreten müsste.

Der 187 Straßenbande geht es eben um den Grenzübertritt. Den haben sie einmal mehr bestätigt bekommen. Man kann sicher sein, sie hängen sich das Gerichtsurteil über den Kamin. Der Song selbst steht immer noch zum Streaming zur Verfügung, die Reaction-Videos von geschockten Amerikanern kann man sich immer noch ansehen, und ohne eine interne Diskussion in der Szene wird sich an den grundlegenden Problemen des Musikvideos so bald eh nichts ändern. Es ist also eine Entscheidung, die man schon so treffen kann, die aber bestenfalls Symptome, aber sicher keine Ursachen trifft. Zur Feier des Tages hier nochmal ein Ami, dessen Bild von deutschen Wiesen und Lederhosen zu Scherben zerfällt:

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1 Kommentar mit 8 Antworten

  • Vor 6 Monaten

    Das Video ist mir egal, aber dieser Verein gehört abgeschafft. Never forget als sich bei CS auf einmal alle hingesetzt haben oder die deutsche Version von C&C: Generals. Würde dieses Gremium ja gerne mal kennenlernen, die müssen ja komplett den Bezug zur Realität verloren haben.

    • Vor 6 Monaten

      Dieser Kommentar wurde vor 6 Monaten durch den Autor entfernt.

    • Vor 6 Monaten

      Die Entschärfungen kamen von den Herstellern, nicht von der Bundesprüfstelle.

      Es gab damals eben für Computerspiele nch keine verbindlichen Alterseinstufungen. D. h. die Indizierung war die einzige Möglichkeit, zu verhindern, dass kleine Kinder solche Spiele kaufen.

    • Vor 6 Monaten

      Das ist mir schon klar, die wollen hier ja auch ihr Geld machen. Dennoch hat das in anderen Ländern ja anscheinend auch irgendwie ohne Zensur geklappt. Laut wiki gab es diese Änderungen bei CC: Generals nur in Deutschland und China(!). Und auch nach 2003 werden Computer- und Videospiele in Deutschland zensiert und gekürzt, auch diejenigen, die ab 18 sind.

      @Capslock: Ja, so ähnlich habe ich mir das vorgestellt.

    • Vor 6 Monaten

      "D. h. die Indizierung war die einzige Möglichkeit, zu verhindern, dass kleine Kinder solche Spiele kaufen."

      Abgesehen davon, dass es eine nicht bewiesene Vermutung ist, dass gewalthaltige Computerspiele sich negativ auf die Entwicklung von Kindern auswirkt:

      Die einzige Möglichkeit? Es gibt da doch noch diese Menschen, die verantwortlich für die Erziehung von Kindern sind, Eltern heißen die glaube ich... Könnten nicht möglicherweise die sich darum kümmern, was ihre Kinder so machen?

    • Vor 6 Monaten

      Damals als Pubertierende war die Indizierung für uns ein Gütesiegel, das waren die Spiele die man unbedingt haben musste. Und wenn man sie nicht mehr kaufen konnte, egal. Igendjemand hat immer eine gecrackte Version aufgetrieben^^

    • Vor 6 Monaten

      Ich kann mir vorstellen, dass eine Indizierung Rapper heute härter trifft als vor 10 Jahren, wo eh jeder alles gesaugt hat. Wiß nicht ob die Kiddies, die gewohnt sind, alles auf Spotify zu finden, sich diese Mühe machen.

      Der Einfluss von Eltern ist aber nicht zu überschätzen. Klar sind die die grundlegende Säule, um dem kind das Werkzeug zu geben, sowas einzuordnen, aber die sind ja auch nicht immer zugegegn, wenn jemand eine gecrackte Version auftreibt ;)

    • Vor 6 Monaten

      Ja, aber keiner von uns hat meines Wissens einen bleibenden Schaden von den brutalen Spielen zurückbehalten. Ich denke mal, dass Jugendliche, die einen gesunden Bezug zu ihren Eltern und zur Realität haben, schon in der Lage sind Medien, Entertainment und Wirklichkeit zu unterscheiden.