Im Prozess um eine angebliche Flughafen-Prügelei verurteilte ein Gericht zwei Presse-Fotografen zu Bewährungsstrafen.

Köln (mis) - Das Kölner Landgericht hat heute zwei Pressefotografen wegen Falschaussage und falscher Verdächtigung zu jeweils einjährigen Bewährungsstrafen und Geldstrafen verurteilt. Die Fotografen hatten Herbert Grönemeyer wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Er sei 2014 am Flughafen Köln/Bonn auf sie losgegangen und habe sie verletzt, nachdem diese den Sänger sowie seine damalige Lebensgefährtin und seinen Sohn fotografieren wollten. Die Paparazzi gaben an, Prellungen davon getragen zu haben.

Ein Gutachter stellte nun allerdings fest, dass der Deutschrocker beide nur leicht berührt habe. Zudem hätten sich die Angeklagten in ein Netz aus Widersprüchen verstrickt, so der Richter. Es sei von vornherein geplant gewesen, den Sänger zu provozieren, um anschließend eine womöglich ungehaltene Reaktion filmisch festzuhalten. Grönemeyer, der sein Privatleben seit jeher unter Verschluss hält, habe die Fotografen zwar mit einer Tasche geschlagen und möglicherweise auch getroffen, so das Gericht. Dies müsse aber als Notwehr gewertet werden, denn er habe lediglich verhindern wollen, dass Bilder von seiner Familie gemacht werden.

Urteil übersteigt Forderung der Staatsanwaltschaft

In einem Video war zu sehen, wie der Sänger mit den Worten "Fuck off! Ich bin privat hier, du Affe!" einer Kamera entgegenläuft. Danach packte er den anderen Fotografen im Nacken, um weitere Fotos zu unterbinden. Grönemeyer erzählte damals der Süddeutschen Zeitung, dass er im ersten Moment mit einem Anschlag gerechnet habe, als ein ihm unbekannter Mann in einem Korridor dicht an ihm und seiner Familie vorbei gelaufen sei und dabei eine Reisetasche aufgerissen habe. Diese Erfahrung hätte ihn mehrere Monate begleitet, so der 62-Jährige vor Gericht. Er bestritt, die Fotografen geschlagen, gewürgt oder verletzt zu haben. Das Urteil übersteigt die Forderung der Staatsanwaltschaft sogar um vier Monate.

Herbert Grönemeyer ließ bereits kurz nach dem Vorfall verlauten, dass er sich von der Klage der Paparazzi nicht einschüchtern lasse. Vielmehr wolle er ein Zeichen setzen, gegen "die Leute an der Spitze, die es möglich machen, dass solcher Dreck gesendet oder gedruckt wird".

Fotos

Herbert Grönemeyer

Herbert Grönemeyer,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Herbert Grönemeyer,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Herbert Grönemeyer,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Herbert Grönemeyer,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Herbert Grönemeyer,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Herbert Grönemeyer,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Herbert Grönemeyer,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Herbert Grönemeyer,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Herbert Grönemeyer,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Herbert Grönemeyer,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Herbert Grönemeyer,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Herbert Grönemeyer,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Herbert Grönemeyer,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Herbert Grönemeyer,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Herbert Grönemeyer,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Herbert Grönemeyer,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Herbert Grönemeyer,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Herbert Grönemeyer,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof)

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