Das Konzert mit Sarah Connor und Co. vor 13.000 Zuschauern im September findet statt. Das Land NRW soll zugestimmt haben - unter Vorbehalt.

Konstanz (mis) - Das Großkonzert, das am 4. September in Düsseldorf mit einer Hallenkapazität von 13.000 Zuschauern geplant ist, darf stattfinden. Das Land Nordrhein-Westfalen habe sich mit der Stadt Düsseldorf geeinigt, berichten WAZ und WDR. Demnach soll das Konzert, bei dem Bryan Adams, Sarah Connor, The BossHoss, Rea Garvey, Joris und Michael Mittermeier auftreten, zu den von Veranstalter Live Nation und dem lokalen Gesundheitsamt beschlossenen Hygiene-Richtlinien der Corona-Schutzverordnung stattfinden. Einzige Bedingung: Die Infektionszahlen dürfen einen bestimmten, noch nicht näher benannten Wert nicht überschreiten. Die endgültige Entscheidung fällt daher am 31. August.

Zuvor hatte die Veranstaltung weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Nach anhaltender Kritik am geplanten Großevent, das Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) mitverantwortet, äußerte sich auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag kritisch: "Ich hätte mir hier mehr Sensibilität vom Oberbürgermeister erwartet (...) Ich halte es in den Zeiten steigender Zahlen für kein gutes Signal." Die Stadt hatte das Konzert eigenmächtig auf Basis der Corona-Schutzverordnung des Landes beschlossen. Geisel verteidigte anschließend die Entscheidung. Live Nation habe die Anforderungen sogar "deutlich übererfüllt", so dass das Infektionsrisiko angesichts der getroffenen Vorkehrungen "sehr, sehr gering" sei. Hierzu zählen etwa Alkoholverbot, Maskenpflicht und zeitlich abgestufte Ein- und Auslass-Slots.

Auch Live Nation-CEO Marek Lieberberg machte seinem Unmut hinsichtlich der Reaktion des Landes Luft und forderte öffentlich ein Gespräch mit Laschet. Er könne verstehen, dass der Landesvater sehr beschäftigt sei, "aber wenn man Zeit hat, sich öffentlich zu äußern zu Veranstaltungen, deren Regularien man offenbar nicht kennt, dann denke ich, müsste man auch Zeit haben, hier zu reagieren, um auch dieses Gespräch zu führen."

Heute legte Lieberberg im Handelsblatt nach. Im März habe man seine Branche "von einem Tag auf den anderen suspendiert (...) Wir sind eine Art Corona-Kollateralschaden." Das Konzert sei ein "allererster großer Schritt zur Rückkehr der Livemusik, ohne die das Herz der gesamten modernen Kultur stillsteht". Den bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder nannte er einen "Corona-Hardliner", wohingegen Laschet bisher "dankenswerterweise einen moderateren Kurs fährt."

Aus der Riege der Künstler reagierte nur Sarah Connor auf die anhaltende Kritik in ihren Social-Media-Accounts. In ihrem Statement hieß es u.a.: "Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass dieses Virus verschwindet und alles wieder 'normal' wird. Aber das wird es nicht. Noch lange nicht. Also müssen wir Konzepte entwickeln wie es in der 'neuen Zeit' machbar wird."

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Hallo Ihr Lieben. Ich höre Euch. Und ich verstehe alle Bedenken und Einwände zu dem ersten grossen geplanten Konzert in der „neuen Zeit“. Ich habe vier Kinder, eines davon könnte man als besonders „gefährdet“ einstufen. Auch wir erwarten mit Spannung den Schulbeginn. Auch meine Kinder müssen in der Schule Masken tragen. Seid gewiss, ich gehe auf keinen Fall leichtsinnig mit der Situation um. Aber: auch meine Branche hat in den letzten Monaten extrem gelitten. Auch ich habe viele Freunde und Kollegen deren Existenzen mittlerweile bedroht sind. Ich allein beschäftige über‘s Jahr um die 150 Menschen, denen im März von heute auf Morgen sämtliche Einnahmen weggebrochen sind. Musiker, Tontechniker, Bühnenbauer, Backliner, Bus-und Truckfahrer, Securityleute, Lichtdesigner, Videooperator und viele mehr, die z.T. keine grossen Gewerbe haben, sondern Selbständige sind. Familienväter- und Mütter. Fleissige Menschen, die seit März ohne Arbeit und vor Allem ohne jegliche Einkünfte sind. Die keine Perspektive haben, keine Lobby. Die brav ihre Steuern zahlen, aber nun seit Monaten ignoriert werden. Für die niemand kämpft, weil ständig gesagt wird, ihre Arbeit sei nicht systemrelevant. Wir reden über insgesamt 150.000 Arbeitsplätze alleine in Deutschland‼️ Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass dieses Virus verschwindet und alles wieder „normal“ wird. Aber das wird es nicht. Noch lange nicht. Also müssen wir Konzepte entwickeln wie es in der „neuen Zeit“ machbar wird, ein Konzert zu besuchen; indem wir die richtigen Sicherheitsvorkehrungen treffen und uns an alle Angaben und Maßnahmen halten. Nach meinen Informationen, sonst hätte ich niemals zugestimmt, ist das geplante Konzert vorsichtig durchdacht und eng mit den Behörden erarbeitet und abgestimmt worden. Ich bin selbst gespannt, ob und wie es stattfindet. Aber wenn, dann bin ich dabei. Alles andere kann ich meinen Leuten gegenüber nicht verantworten. Wir sind dankbar für den Versuch, unserer Branche wieder ein wenig Hoffnung zu geben. Viele Menschen warten darauf. Ich rede nicht von “Party machen”, sondern von JOBS. Von 150.000 Arbeitsplätzen! Ja es geht um Leben, aber auf beiden Seiten der Argumentation!!! Sarah

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2 Kommentare mit 2 Antworten

  • Vor einem Jahr

    Endlich! Ich kann mir nicht vorstellen wie diese Show unabhängigen Veranstaltern nicht helfen könnte. Da können sich alle Mitarbeiter der Musikindustrie bei Sonnenkönig Marek, seiner Aktiengesellschaft und jedem darin beinhalteten private equity fond bedanken.

    • Vor einem Jahr

      Word.

      Die Verantwortungslosigkeit vieler Mitbürger jetzt auch noch mit einem verantwortungslosen Konzert zu unterstützen, hilft dem Kulturbetrieb insgesamt überhaupt nicht.
      Auch angesichts der neuen Untersuchungen, die besagen, das Virus könne ohne Schwierigkeiten noch in fünf Metern Entfernung über die Luft übertragen werden, wäre etwas mehr Umsicht vonnöten.

      Bryan Adams, Rea Garvey, Sarah Connor, Michael Wendler oder wen auch immer sie noch im öden Programm haben, müssen trotz ihrer 5000 Fußnägellackierer noch immer weniger Einschränkungen oder Existenzängste durchleben als geschätzte 99% aller anderen Musiker.

  • Vor einem Jahr

    Dieser Kommentar wurde vor einem Jahr durch den Autor entfernt.