Gentleman feilt gerade noch wild an den Details seines neuen Albums. laut.de stand er am Telefon im Interview Rede und Antwort unter anderem über sein neuestes Machwerk, die deutsche Hip Hop-Kultur und seinen Zugang zu Religionen.

Konstanz (al) - 15.00 Uhr, das Telefon klingelt. Eine nette Promoterin begrüßt mich und gibt mich sofort weiter an den deutschen Reggae-Star Gentleman. Dieser stellt sich sehr nett mit Namen vor und nach einer Frage, über seinen Start in die Festivalsaison, die sehr gut angelaufen ist, legen wir los. Die Fragen nach seinem neuen Album und den Kollaborationen mit einigen Reggae-Stars, darunter auch Gentlemans großes Vorbild Sizzla, beantwortet er sehr gerne.

Die jüngsten Entwicklungen im deutschen Hip Hop kann Gentleman keineswegs nachvollziehen. Vor allem versteht er nicht, wie es Leute geben kann, die Gewalt verherrlichenden Hip Hoppern ein Forum geben, in denen diese "gelobt werden und gleichzeitig in ihren Songs Frauen vergewaltigen".

Für ihn sollte das Hören von Gangster-Rap eine Frage des Alters sein. Mit 14 habe er auch N.W.A. gehört und ihre Texte mitgesungen. Doch mit 17, 18 sollte man an den Punkt kommen, an dem man sagt: "Es gibt auch Mucke, die mir was geben kann. Die für mich stimmt und mit der ich mich identifizieren kann."

Mit dem Thema Religion tut sich der Pastorensohn schwer. Für ihn sind Religionen das größte Missverständnis der Gesellschaft. "Wenn es keine Religionen geben würde, gäbe es keinen 11. September und es gäbe keinen Israel-Palästina-Konflikt, es gäbe keine Akademiker, die nach Jungfrauen brüllend in irgendwelche Hochhäuser fliegen."

Probleme hat er auch mit dem Christentum. "Der alttestamentarische Gott, was war denn das bitte für einer? Ein Kinderkiller, Korinthenkacker, Schwulenhasser, das hat doch mit Gott überhaupt nichts zu tun." Auf die Frage, ob für ihn Liebe gleich Gott ist, antwortet er mit seiner sanften Stimme: "Auf jeden Fall. Liebe ist göttlich."

Das vollständige Interview, in dem er sich unter anderem zur Schwulenfeindlichkeit der jamaikanischen Gesellschaft, den Schwierigkeiten der Inspirationsfindung für sein neues Album und seinem Verhältnis zum Internet äußert, lest Ihr demnächst auf laut.de.

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Gentleman

Gentleman,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Gentleman,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Gentleman,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Gentleman,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Gentleman,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Gentleman,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Gentleman,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Gentleman,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Gentleman,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Gentleman,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Gentleman,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Gentleman,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Gentleman,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Gentleman,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Gentleman,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof)

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laut.de-Porträt Gentleman

Tilmann Otto spricht Patois. Er lebt in Köln, serviert dessen ungeachtet aber Reggae, der genau so gut aus dem Herzen Jamaikas stammen könnte. Tilmann …

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