Das Landgericht München gibt der GEMA im Streit um die Sperrtafeln auf der Videoplattform Recht.

München / Düsseldorf (mau) - "Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar, da es möglicherweise Musik enthält, für die die erforderlichen Musikrechte von der GEMA nicht eingeräumt wurden. Das tut uns leid." Diesen Hinweis hat wohl jeder deutsche YouTube-User schon gelesen, wenn er ein gesperrtes Video aufrufen wollte.

Gegen diese sogenannten Sperrtafeln hat die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) nun erfolgreich auf Unterlassung geklagt. Der Text sei herabwürdigend und anschwärzend und vermittle eine "absolut verzerrte Darstellung der rechtlichen Auseinandersetzung zwischen den Parteien zu Lasten der GEMA", begründete das Landgericht München seine Entscheidung, der Gesellschaft Recht zu geben.

Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. So kann YouTube-Betreiber Google vor dem Oberlandgericht noch Berufung einlegen.

Sperrtafeln werfen schlechtes Licht auf GEMA

"Die Sperrtafeln tragen bis heute in großem Umfang dazu bei, die öffentliche und mediale Meinung in höchst irreführender Weise negativ zu beeinflussen. Der Verweis auf die GEMA wird zur reinen Stimmungsmache willkürlich eingeblendet", hatte GEMA-Chef Harald Heker bereits Anfang 2013 betont.

Die GEMA sei keineswegs allein für die Sperrung der Inhalte verantwortlich. Stattdessen müssten die Sperrtafeln darauf hinweisen, dass beide Parteien bislang keine Einigung bezüglich der Bezahlung für genutzte Musik erzielt haben.

Keine Einigung in Sicht

Seit Jahren tobt der Streit zwischen der Verwertungsgesellschaft und Google. Dabei geht es um die Vergütung, die YouTube für die Nutzung von Musik in Videos an die GEMA abtreten soll.

Die GEMA verlangt angeblich einen Betrag von 0,375 Cent pro Video-Aufruf, da Google mit der Musik Werbeerträge erziele. Der Konzern lehnte diese Forderung bislang jedoch ab. Noch im Dezember hieß es, man habe sich auf eine Regelvergütung geeinigt. Die Verhandlungen liegen momentan jedoch auf Eis.

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12 Kommentare mit 51 Antworten

  • Vor 7 Jahren

    die gema hat ja durchaus ihre fehler.
    aber das ist ja pures gold im vergleich zu den widerlichen abzockern von youtube.
    spotify sind ja schon echt übel drauf, mit ihrem almosenbezahlmodel.
    aber die säcker von youtube saufen champagner aus den hirnschalen der kreativen....schad, dass ein so wichtiges und unerlässliches konstrukt in den händen solcher typen ist...naja...google-connection eben...gute schlappe!

    • Vor 7 Jahren

      youtube abzocker?
      inwiefern? die stellen eine videoplattform zur verfügung. Die von Künstlern und Musikverlagen sehr gerne genutzt wird, um ihre produkte vorzustellen.
      Die GEMA fordert, im Vergleich mit anderen Verwertungsgesellschaften, Mondpreise. Youtube bzw. Google will das nicht zahlen. Nachvollziehbar.
      Inwiefern die jetzt "Champagner aus den Hirnschalen der Kreativen saufen" erschliesst sich mir schlicht nicht.
      Ist es nicht eher so, dass die GEMA aufgrund Ihres Ausschüttungssystems die ohnehin Erfolgreichen mit Geld zuschüttet und ein unbekannter Künstler die GEMA bezahlen muss, um seine eigenen Stücke vor Publikum aufführen zu dürfen?

    • Vor 7 Jahren

      @Paranoid_Android:
      Diese Videoplattform ist mit Werbung vollgestopft, mit der youtube Kohle macht, ohne allerdings von diesen Einnahmen denjenigen etwas abzugeben, die für die verwerteten Materialien verantwortlich zeichnen. Ich nenne das nicht "Abzocke", sondern schlichtweg "Enteignung".
      Wo steht denn genau das mit den "Mondpreisen"? Das Gesetz spricht von einem angemessenen Obolus, der den Urhebern zu zahlen ist. Die Almosen, die man z. B. in USA oder UK bekommt, dürften nicht unbedingt angemessen sein ... wenn ein Titel von Dir vor vierzig Jahren eine Million Male über den Ladentisch ging oder im Radio gespielt wurde, warst du praktisch Millionär oder zumindest auf dem besten Weg dorthin; anscheinend hielt man das für angemessen. Selbst nach den jetzigen Forderungen der GEMA müßte Dein Titel fast 306,5 Millionen Klicks aufweisen, damit Dir nach Abzug der GEMA-Pauschale von ca. 13 % eine Million zukommt ... was würde youtube wohl verdienen, wenn auf einem ihrer Videos so viele Klicks zusammen kämen?
      Nein, es ist nicht eher so, daß die GEMA aufgrund ihres Ausschüttungssystems die Erfolgreichen zuschüttet. Die zugegebenermaßen vorhandene Ungerechtigkeit ergibt sich beim Verteilungsschlüssel vorrangig bei den Materialien, die durch einen Rahmenvertrag abgedeckt sind und bei dem keine detailliertere Aufschlüsselung erfolgt oder möglich ist. Wenn ein unbekannter Komponist sein Werk auf einer CD unterbringt, in einem Film oder anderswo, wo Rahmenverträge nicht zur Anwendung kommen, dann bekommt der seinen Schotter. Bei den Rahmenverträgen sieht's düsterer aus, aber andererseits - die Gerechtigkeit der Ausgabenseite ist kein Grund, youtube vor Zahlungen in Schutz zu nehmen. Und nein, es ist auch nicht so, daß ein unbekannter Künstler GEMA bezahlen muß, um seine eigenen Stücke vor Publikum aufführen zu dürfen, denn die GEMA zahlt der VERANSTALTER, nicht der Interpret. Wenn der Interpret trotzdem zahlt, kennt er die Spielregeln in seinem eigenen Geschäft nicht und verdient's nicht anders.
      Gruß
      Skywise

    • Vor 7 Jahren

      Zitat: "Diese Videoplattform ist mit Werbung vollgestopft, mit der youtube Kohle macht, ohne allerdings von diesen Einnahmen denjenigen etwas abzugeben, die für die verwerteten Materialien verantwortlich zeichnen."

      Aber YT hat sich doch mit den Verwertungsgesellschaften der anderen Länder geeinigt, oder nicht? Warum nicht mit der GEMA? Liegt es evtl. doch daran, dass die GEMA im Vergleich mit anderen Verw.ges. bezüglich Ihrer Forderungen zu hoch pokert?
      Und haben die "Kreativen" jemals YT finanziell für die Bereitstellung der Hardware, Traffic usw. entschädigt?
      Youtube bietet einen Win-Win-Situation für die Künstler und natürlich sich selbst an. Ich höre selten von Kreativen, dass YT die Ausgeburt der Hölle ist. Diese Meinung wird idR von den Schlipsträgern div. Rechteverwalter vertreten, die Ihre Felle davonschwimmen sehen.

    • Vor 7 Jahren

      @Paranoid_Android:
      Also erstens war die GEMA tatsächlich die erste Verwertungsgesellschaft weltweit, mit der sich youtube geeinigt hat.
      Und zweitens - youtube hat sich Anfang letzten Jahres freudestrahlend dazu herabgelassen, von Verwertungsgesellschaften in "über vierzig Ländern" zu sprechen, mit denen man sich mittlerweile geeinigt hätte. Nach meiner Lesart ist mal damit näher bei den 40 als bei den 50. In jüngerer Zeit kam einer mit den Schluchtenscheißern aus der Schweiz dazu. Sind das "die anderen Länder"? Mir fehlen da noch ca. 160 Stück weltweit. Sonderbarerweise gab es vonseiten der Verwertungsgesellschaften dieser Länder ebenfalls Unterstützung und Zustimmung für das Vorgehen der GEMA, als diese 12 Titel von youtube runtergeklagt hat. Eitel Sonnenschein sieht anders aus.
      Erklär' mir das doch mal mit der Win-Win-Situation genauer. Was genau bietet mir youtube, das ich sonst nirgendwo (!) anders im Netz finden kann und das so unglaublich geil ist, daß es das Aushebeln von Bundesrechten rechtfertigt. Nehmen wir mal an, Du wärst ein Komponist und hättest gerade die fertiggestellte Partitur für ein Lied vor Dir liegen. Stell' Dir weiterhin vor, ein Anderer nimmt ein Lied von Dir auf und lädt das auf seinem Kanal hoch. Und stell' Dir als dritte Möglichkeit vor, jemand schneidet mittels Handy ein Lied von Dir mit und wuchtet das auf den youtube-Server. Wie genau profitierst Du als Komponist auf youtube von den jeweiligen Szenarien?
      Keine Ahnung, wo Du Deine Ohren hast, aber ich höre genügend Kreative, die sich vor allem über die Zahlungsmoral im Netz negativ auslassen, ob das jetzt youtube oder spotify ist - ziemlich wurscht. Über die Umsonst-Mentalität des Internets haben sich schon einige Leute in der Vergangenheit ausgelassen, aber meistens stehen die nicht so in der Öffentlichkeit, daß man auf ihre Meinung gestoßen wird - die muß man sich suchen. Das Bizarre ist, daß die "Großen" im Geschäft, die auch teilweise im Rampenlicht stehen, sich nicht unbedingt drüber beschweren, weil's dann zwangsläufig heißt "Gerade der hat's nötig!", und die Kleinen werden entweder gar nicht ernst genommen ("Wer is'n das? Der soll wieder zurück unter seinen Stein, wo er hergekommen ist!" oder noch härter "Wenn ich den nicht kenne, dann ist seine Musik auch gar nicht wert, daß er was dafür bekommt!" - und ich wünschte, die beiden Aussagen hätte ich mir gerade ausgedacht) oder bekommen erst gar keine Plattform geboten, auf der sie ihre Meinung darlegen können.
      Gruß
      Skywise

    • Vor 7 Jahren

      Zitat: "In jüngerer Zeit kam einer mit den Schluchtenscheißern aus der Schweiz dazu. Sind das "die anderen Länder"? Mir fehlen da noch ca. 160 Stück weltweit."

      Verwertungsgesellschaften wie die GEMA wird es vermutlich nur in den wirtschaftlich westlich geprägten Ländern geben. Ich glaube nicht, dass zB Somalia oder die Demokratische Republik Kongo eine funktionierende Verwertungsgesellschaft hat. Von Anzahl der Länder der Erde (die auch hoch umstritten ist) auf die Anzahl der Verwertungsgesellschaften zu schliessen, führt sicherlich zu falschen Ergebnissen.

      Zitat: "Erklär' mir das doch mal mit der Win-Win-Situation genauer. Was genau bietet mir youtube, das ich sonst nirgendwo (!) anders im Netz finden kann und das so unglaublich geil ist, daß es das Aushebeln von Bundesrechten rechtfertigt"

      Die Win-Win-Situation:
      Künstler bekommt Plattform angeboten, die täglich von Millionen Nutzern besucht wird. Er kann dort seinen Output anderen zur Verfügung stellen. Es entstehen ihm keine Kosten.
      Youtube partizipiert über die dadurch generierten Werbeeinnahmen.
      Versteh mich nicht falsch. Ich rede von vom Künstler selbst bereitgestellten Content. Nicht von den Album-Komplett-Rips, die man dort auch hören kann.
      Und natürlich gibt es das meiste auch woanders im Netzt zu finden. Aber frag mal 100 Leute nach dem Namen einer Videoplattform. Die Antwort wird zu 99% Youtube sein und nicht etwa Vimeo oder MyVideo oder ähnliches.

      Zitat: "Wie genau profitierst Du als Komponist auf youtube von den jeweiligen Szenarien?"

      Indem ich einer breiten Masse vorgestellt werde?
      Dein Szenario ist jedoch eher Richtung "Raubkopie". YT kann ja erstmal nichts dafür, wenn jemand Content hochlädt, an dem er keine Rechte hat.

    • Vor 7 Jahren

      Die Verwertungsgesellschaft im Kongo heißt SONECA und die hat sogar einen Gegenseitigkeitsvertrag mit der GEMA (davon gibt's übrigens 85, wenn auch manchmal etwas eingeschränkt). Nicht in allen Ländern dürften Verwertungsgesellschaften existieren, stimmt, aber in denen, die die Menschenrechte akzeptiert haben, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, denn der Schutz des geistigen Eigentums ist in den Menschenrechten geregelt.

      Zur Win-Win-Situation:
      a) Und was genau unternimmt youtube, um die Millionen von Besuchern auf meine Erzeugnisse zu locken? Nix, oder? Und wenn sich doch welche auf mein Video verirren, hat youtube dank Werbung garantierte Einnahmen und ich hab' auch erst mal nix außer der Hoffnung, daß vielleicht der eine oder andere den Geldbeutel zückt und mir ein Almosen in den Hut schmeißt, ...
      b) Mein Szenario ist keineswegs "Raubkopie". Mein Szenario ist: Musik in irgendeiner Form wird auf youtube verbreitet, youtube macht Kohle damit - die Art und Weise ist dabei völlig wurscht. Jemand lädt ein komplettes Album hoch, jemand nimmt eine Cover-Version auf, jemand schneidet das Lied eines Interpreten in der Fußgängerzone mit, jemand untermalt seine Schmink-Videos mit Lala, ... völlig egal. Es findet eine öffentliche WIedergabe eines Werkes statt, wofür laut Urheberrecht dem Urheber ein Obolus zusteht - das reicht als Szenario. Ob youtube etwas dafür kann, daß urheberrechtlich geschütztes Material verbreitet wird, ist nebensächlich; die verbreiten es, das genügt.
      c) Ich weiß nicht, wie viele Komponisten ich über youtube kennengelernt habe - im Augenblick würde ich behaupten, daß es gar keine waren. Bei den Liedern oder Stücken, die ich kannte, wußte ich's im Vorfeld (oder ich hätte schnell nachschauen können), und bei den unbekannten Sachen, die ich ganz interessant fand, stand praktisch nie ein Titel oder ein Interpret bei und ganz bestimmt niemals ein Urheber, zumindest keiner, der mir im Gedächtnis geblieben wäre. Und selbst, wenn ich den Namen des Komponisten erfahren hätte - was hätte es ihm genutzt? Einen Auftrag für ihn hätte ich jedenfalls nicht in petto gehabt ...
      Es gibt mittlerweile diese Phänomene, bei denen ein Video ordentlich gehypt wird - ich hätte ganz gerne, daß der Urheber dieses Werkes auch etwas von dem Hype hat, wenn sich deutsche Klicker daran beteiligen. Ist ja schön, wenn im Zweifelsfall sein Name bekannter wird, aber davon kommt auch keine Marmelade auf's Brot.
      Gruß
      Skywise

    • Vor 7 Jahren

      ui. das mit dem kongo hätte ich nicht erwartet. man lernt nie aus.

      Zitat: Und was genau unternimmt youtube, um die Millionen von Besuchern auf meine Erzeugnisse zu locken? Nix, oder? Und wenn sich doch welche auf mein Video verirren, hat youtube dank Werbung garantierte Einnahmen und ich hab' auch erst mal nix außer der Hoffnung, daß vielleicht der eine oder andere den Geldbeutel zückt und mir ein Almosen in den Hut schmeißt, ...

      Stellt die Plattform zur Verfügung.
      Was unternimmt RTL um die Millionen von Zuschauern von Produkten der Firma XY zu überzeugen? Nix, oder? Und wenn sich doch welche die Werbung ansehen, hat RTL dank der Gebühren für die Schaltung der Werbung garantierte Einnahmen und Firma XY hat erstmal nix außer der Hoffnung, dass vielleicht der einen oder andere das angeworbene Produkt kauft.
      Das ist das Prinzip der Werbung.

      Zitat: Es findet eine öffentliche WIedergabe eines Werkes statt, wofür laut Urheberrecht dem Urheber ein Obolus zusteht - das reicht als Szenario. Ob youtube etwas dafür kann, daß urheberrechtlich geschütztes Material verbreitet wird, ist nebensächlich; die verbreiten es, das genügt.

      Und genau das ist in meinen Augen der Knackpunkt. Die GEMA will hier von jedem Friseur, jeder Pizzeria, jedem Klamottenladen der in seinem Laden im Hintergrund leise ein Radio laufen hat, Gebühren. Aber die Leute gehen ja nicht dahin, weil sie Musik konsomieren wollen, sondern um sich die Haare schneiden zu lassen oder eine Pizza zu essen.
      Jeder Datenträger, jedes Gerät auf dem man theoretisch auch Musik speichern könnte, ist mit einer GEMA-Pauschale belegt. Dieses zigfache Abgreifen von Gebühren ist es, das imho die GEMA auf moralisch extrem dünnes Eis treibt. Es ist für mich zB nicht einzusehen, auf der einen Seite YT pro Klick abzurechnen und den Blogbetreiber für das Einbinden des Videos auf seiner Seite nochmals zur Kasse zu bitten, wie es der GEMA erst neulich eingefallen ist.

      Zitat: Ich weiß nicht, wie viele Komponisten ich über youtube kennengelernt habe - im Augenblick würde ich behaupten, daß es gar keine waren.

      Ich habe schon einige, zumindest besser kennengelernt.

      Um es kurz zu machen: rechtlich hast Du sicherlich recht und YT bzw. Google sind eher Freunde des eigenen Geldbeutels als Freunde der Menschheit.
      Aber moralisch ist die GEMA für mich ein Sauhaufen.

    • Vor 7 Jahren

      "Das Prinzip der Werbung" sieht allerdings völlig anders aus, wenn man bedenkt, daß man als Unternehmen nicht nur das Prinzip der Werbeclips auf RTL in petto hat, sondern auch gleichzeitig andere Aktionen wie etwa an Plakatwänden oder aber im örtlichen Supermarkt fährt. "Werbung" ist immer ein Konzept, meistens zeitlich beschränkt und vor allem liegt immer in der Hand desjenigen, der ein Produkt an den Mann bringen will - und alles das ist bei Musik, die auf youtube plaziert wird, nun einmal nicht der Fall.

      Die Leute gehen zum Friseur, um sich die Haare schneiden zu lassen, richtig, aber der örtliche Supermarkt, die Pizzeria umme Ecke oder der besagte Friseur profitieren in diesem Fall von der Hintergrundmusik, weil es das Kaufverhalten anregt, den Eindruck von Bella Italia entstehen läßt oder den Kunden die Wartezeit versüßt. Sie *nutzen* die Musik zur Steigerung der Kundenzufriedenheit und damit ihres Umsatzes. Solange jeder einzelne von denen seinen Vorteil aus der Musik zieht, habe ich absolut kein Problem damit, wenn jeder einzelne von ihnen auch etwas an die Urheber latzen darf. Wenn youtube mit der Musik Kohle macht, dürfen die gerne etwas von ihren zwei Milliarden US-Dollar abdrücken, die sie im letzten Jahr allein durch Werbung eingenommen haben, und wenn der Blogbetreiber ebenfalls die urheberrechtlich geschützten Erzeugnisse Dritter zum Pimpen seiner Besucherzahlen verwendet oder am Ende noch Werbung auf seinem Blog geschaltet hat, mittels derer er den Blödsinn finanziert, dann ab zur Kasse, bitte. Das ist übrigens auch nicht der GEMA eingefallen, sondern das wird eine Geschichte werden, die derzeit vorm Europäischen Gerichtshof ausgezackert wird. Nicht direkt diese Geschichte, aber das mit dem Einbetten wäre eine logische Konsequenz daraus, und man kann sich sicher sein, daß über kurz oder lang die Mitglieder der GEMA einen entsprechenden Antrag stellen werden; ist ja nicht so, daß das alles von den höheren Tieren der GEMA initiiert wird.
      Gruß
      Skywise

    • Vor 7 Jahren

      Werbung =/= nutzen.
      Werbung heisst für mich, ich sehe / höre einen Teil des Produktes und werde dazu verleitet, das ganze Produkt zu kaufen.
      Ist bei Youtube, wo ich mir die ganze CD immer und immer wieder anhören kann ja nicht der Fall.
      Das wäre wie wenn sich eine Werbung für Fusscreme dergestallt dargäbe, dass jedes mal jemand zu mir nach Hause kommt um mir eine 1A Fussmassage zu verpassen. Immer und immer wieder. Aufs neue. Jeden Tag. Solange ich will.
      Das ist nicht Werbung. Das ist Nutzen.

    • Vor 7 Jahren

      so lange bis du vom balkon fällst, wohl eher.. ;)

    • Vor 7 Jahren

      du arbeitest bei der GEMA ;)

      Ich sprach von Musik, die vom Künstler oder seinem Verlag auf YT bereitgestellt wird. Und da habe ich durchaus die Möglichkeit, das Ding nach einer gewissen Zeit wieder zu löschen. (Ob das was bringt, ist zweifelhaft, da vermutlich schon zigfach vervielfacht.)

      Deine Meinung im zweiten Absatz teile ich aufgrund des Mehrfachabschöpfens nicht; das ist für mich eher moderne Wegelagerei.

    • Vor 7 Jahren

      du bist nicht der erste der Sky unterstellt bei der GEMA zu arbeiten. :P

    • Vor 7 Jahren

      Nein, ich arbeite nicht bei der GEMA.
      Die Möglichkeit, als Künstler oder als Verlag Material "nach draußen" zu geben, habe ich auch auf eigenen Seiten oder auf anderen Plattformen, die ich deutlich besser kontrollieren kann als youtube oder die eben nicht für sich nebenbei noch ordentlich Schotter abgreifen. Ich habe immer noch keinen Grund dafür gefunden, warum youtube gegen das Urheberrecht verstoßen können sollte. Ich halte den Mehrwert auf youtube schlicht für ein Gerücht.

      Nun ja, was heißt "Wegelagerei". Wenn Du ein Patent anmeldest, das von der Firma A genutzt wird, um ein Produkt herzustellen, steht Dir davür Geld zu, wenn das Patent von der Firma B genutzt wird, steht Dir dafür ebenfalls Geld zu, und wenn jemand das Produkt der Firma B weiternutzt zur Herstellung eines Produkts C, macht das Dein Patent immer noch nicht unwirksam. Drehen wir's mal um: jeder, der die Musik nutzt, hätte mittlerweile auch die Möglichkeit, GEMA-freie Musik bei sich zu nutzen. Wenn es allerdings unbedingt die bekannte Musik sein muß, die von der GEMA vertreten wird, weil dann die Kunden noch zufriedener sind oder sonstwas, dann soll man auch gefälligst dafür zahlen. Ist ja nicht so, daß einen die Beträge gleich umbringen, auch wenn es Leute gibt, die da im Netz schon Anderes behauptet haben. Wenn man die 11 Euro nicht übrig hat, um seinen kleinen Friseursalon monatlich mit Hintergrundlala zu beschallen, dann hat man ganz andere Probleme als die GEMA.
      Gruß
      Skywise

    • Vor 7 Jahren

      @cafpow: ich weiss, der arbeitet nicht da. ;)

      Zitat: Die Möglichkeit, als Künstler oder als Verlag Material "nach draußen" zu geben, habe ich auch auf eigenen Seiten oder auf anderen Plattformen, die ich deutlich besser kontrollieren kann als youtube oder die eben nicht für sich nebenbei noch ordentlich Schotter abgreifen.

      Keiner wird gezwungen, sein Material da hochzuladen. Wie schon erwähnt, rede ich nicht von Albenuploads oder verwackelten Livemitschnitten mit dem Smartphone, sondern von vom Künstler oder dessen Verlags hochgeladenen Inhalten.

      Zitat: jeder, der die Musik nutzt, hätte mittlerweile auch die Möglichkeit, GEMA-freie Musik bei sich zu nutzen.

      Ist aufgrund der GEMA-Vermutung eigentlich nicht so einfach möglich. Und deren Mitgliederliste ist meines Wissens nicht so einfach zugänglich.

      Zitat: Wenn Du ein Patent anmeldest, das von der Firma A genutzt wird, um ein Produkt herzustellen, steht Dir davür Geld zu, wenn das Patent von der Firma B genutzt wird, steht Dir dafür ebenfalls Geld zu, und wenn jemand das Produkt der Firma B weiternutzt zur Herstellung eines Produkts C, macht das Dein Patent immer noch nicht unwirksam.

      Ich wende Dein Beispiel mal auf PC-Technik an.
      A hat das Patent auf eine Schnittstelle. Firma B baut Motherboards und nutzt diese Technik. Zahlt für die Verwendung an A. Firma C baut Grafikkarten, die diese Schnittstelle nutzen und zahlt an A.
      Alles ist gut. B und C verkaufen Ihre Bauteile an Einzelhändler D. Der schraubt das Ding zusammen und verkauft es. Nach Deiner Logik darf auch er nochmal an A zahlen. Wenn jetzt Endverbraucher E von Einzelhändler D kauft und nach zwei Jahren an den anderen Endverbraucher F gebraucht verkauft, soll F auch nochmal an A zahlen? Darauf läuft es nämlich hinaus.

      Ich habe eben noch einen anderen Artikel auf zeit.de bezüglich dieses Themas gelesen. YT sperrt sich nicht gegen Zahlungen. YT will nicht pro Klick zahlen sondern einen prozentualen Anteil an den Werbeeinnahmen . Nachvollziehbar.
      Für pro Klick würde ich irgendwo 5 rechner hinstellen, die den ganzen tag nichts anderes machen, als sekündlich yt-videos "anklicken". und zwar mit 100 tasks pro rechner.

    • Vor 7 Jahren

      Dieser Kommentar wurde vor 7 Jahren durch den Autor entfernt.

    • Vor 7 Jahren

      Keiner wird gezwungen, aber wenn, soll das eine Win-Win-Situation sein? Versteh' ich ehrlich gesagt nicht.

      www.gema.de
      Dort Online-Services, Musikalische Werke. Da gibt's 'ne Datenbank, kann man suchen. Wobei es ja nicht nur die GEMA-Mitglieder sind, sondern auch diejenigen Verwertungsgesellschaften betrifft, die mit der GEMA einen Gegenseitigkeitsvertrag abgeschlosen haben, wie etwa die Leuts aus dem Kongo.
      Die GEMA-Vermutung sollte sich im Prinzip sehr leicht aushebeln lassen, wenn man ausschließlich auf GEMA-freies Material zurückgreift ... müßte man mit der GEMA mal klären.

      B und C brauchen Lizenzen, um ein Produkt herzustellen, das mit dieser Schnittstelle funktioniert. Sobald es deren Dunstkreis verläßt, handelt es sich schlicht um eine Grafikkarte und ein Motherboard und können zusammengeschraubt (nicht verändert oder in Einzelteilen genutzt) werden, wie's gefällt, dazu ist grundsätzlich keine weitere Lizenzierung mehr notwendig. Bei Software schaut das schon wieder etwas anders aus.

      Klar will youtube möglichst eine Pauschale abschließen oder zur Not eine anteilige Zahlung aufgrund der Werbeeinnahmen. Paßt deshalb großartig, weil man dann gepflegt dazu übergehen kann, die Software, die uns gerade mit Sperrtafeln versorgt, zukünftig dazu einzusetzen, das Schalten von Werbung auf exakt diesen Videos zu verhindern. Letzten Endes werten diese Klicks trotzdem die Seite auf und man kann mittels eingebundenen Bannern auf youtube direkt oder durch indirekte Werbung (beispielsweise durch entsprechende Hinweise auf "ebenfalls angesehene" Videos in der rechten Spalte die Leute doch wieder zu werbebelasteten Videos locken. Keine Verbesserung der Situation, wirklich nicht.
      Gruß
      Skywise

    • Vor 7 Jahren

      [P. S.: Wenn jemand pausenlos Klicks auf bestimmte Videos mit Werbung laufen läßt, ist as bestimmt youtube auch nicht unlieb, sofern's die Server aushalten - sind ja alles Werbeeinnahmen, wenn pro Klick die Werbung aufgeht.]

    • Vor 7 Jahren

      Memo an mich selbst: Keine Diskussion mit Skywise vom Zaun brechen, man kann nur verlieren.

    • Vor 7 Jahren

      oder dazulernen.
      die art der diskussion mit argumenten statt mit krawall ist durchuas angenehm. auch wenn wir nicht die selbe meinung vertreten.

    • Vor 7 Jahren

      Absolut. Trotz der unmenschlichen Länge eurer Posts war das sehr spannend zu verfolgen.
      Mein Kommentar war eigentlich nur ein billiger Aufhänger, um euch meinen Respekt zu zollen. Ich lass' mich gern von Skywise von der Unsinnigkeit meiner Positionen überzeugen, wenn wir jemals diskussionstechnisch aufeinanderprallen sollten.

      (Ich wollte dich auch in keiner Weise herabwürdigen, Paranoid_Android, du hast 'ne sehr gute Figur abgegeben. Ich hätte schon sehr viel früher die Segel gestrichen.)

    • Vor 7 Jahren

      @Schnuddel:
      Das nennt man "Streitkultur" ;-)
      Gruß
      Skywise

  • Vor 7 Jahren

    0,375 Cent pro Aufruf ist aber auch ne Ansage. Bei 1 Mio. Klicks, die ja bei diversen Künstlern mehr als übertroffen werden, sind wir dann schon bei 375.000 Euro. Persönlich finde ich die Forderung überzogen.

    • Vor 7 Jahren

      Du weißt aber schon, was ein CENT ist, oder?
      Mach bei 1 Mio. Klicks 3.750 Euro draus, dann paßt das schon eher.
      Immer noch überzogen?
      Gruß
      Skywise

    • Vor 7 Jahren

      Oh ok. Peinlicher Fehler. Ich bitte um Verzeihung. Natürlich ist das nicht überzogen.

    • Vor 7 Jahren

      Na, dann hammer's ja wieder ;-)
      Wobei ich immer noch glaube, daß sich youtube nicht an der Höhe der Summe stört, sondern an irgendwelchen Rahmenbedingungen links und rechts vom Betrag.
      Gruß
      Skywise

    • Vor 7 Jahren

      Was ich nicht ganz verstehe: Ist die Gema nicht für die Unterstützung hiesiger Künstler zuständig? Woher nehmen die sich dann das Recht bei Videos von Künstler aus Übersee oder anderen Ecken des Globus Kohle zu verlangen. Das ist mir nicht ganz klar.

    • Vor 7 Jahren

      Das Prinzip nennt sich "Gegenseitigkeitsverträge". Die GEMA schließt mit einer Verwertungsgesellschaft aus einem anderen Land einen Gegenseitigkeitsvertrag und vertritt daraufhin ebenfalls die Rechte der ausländischen Rechteinhaber im Inland nach hiesigem Recht. Gilt umgekehrt natürlich genauso. Am Ende einer Laufzeit verrechnen die beiden Verwertungsgesellschaften die eingenommenen Beträge miteinander. So bekommt auch Dieter Bohlen seinen Obolus, wenn in Vietnam Modern Talking gespielt wird (VCPMC heißt die vietnamesische Verwertungsgesellschaft, glaube ich ...) und die Erben von Jacques Brel freuen sich bestimmt auch immer, wenn die SABAM mit der GEMA abrechnet, denn in Deutschland ist der Gute ja immer noch populär und häufig interpretiert ...
      Es existieren nicht mit allen Verwertungsgesellschaften weltweit Verträge.
      Muttu mal Google fragen nach "GEMA Gegenseitigkeitsverträge", müßte 'ne PDF-Datei sein; dort werden die Vertragspartner öffentlich gemacht ...
      Gruß
      Skywise

  • Vor 7 Jahren

    Dieser Kommentar wurde vor 7 Jahren durch den Autor entfernt.

  • Vor 7 Jahren

    Finde es ja immer wieder erfrischend, wenn die GEMA anfängt zu jammern, dass sie keiner lieb hat in Deutschland. Wer seit Jahren versucht, ohne Rücksicht auf Verluste das Maximum an Profit aus allem rauszuziehen, was auch nur irgendwie und im entferntesten mit Musik zu tun hat und dass auch noch unter dem Deckmantel der Kulturförderung, der muss sich nicht wundern, wenn seine Sympathiewerte mit denen von Wiesenhof oder Ronald Pofalla vergleichbar sind.

    Nun sind sie halt mit google/youtube zum ersten Mal auf einen Gegner gestoßen, der aus dem gleichen Holz geschnitzt ist wie sie selbst und sich nicht mal eben so erpressen lässt wie der kleine Clubbetreiber von nebenan. Bully gegen Bully also, da lehne ich mich doch gerne zurück und betrachte den Stellvertreterkrieg der Anwaltskanzleien vor Gericht.

    • Vor 7 Jahren

      Eijeijeijeijei ...
      - Die GEMA macht keinen Profit. Der Gewinn der GEMA liegt seit Jahr und Tag bei null Euro, weil nach Abzug einer Pauschale die restlichen Erlöse nach einem Verteilungsschlüssel an die Mitglieder verteilt werden, und das sind Komponisten, Texter, Arrangeure, diverse Erben etc. Da bleibt kein Gewinn oder Überschuß über.
      - Die GEMA betreibt zwar Kulturförderung, aber das rangiert auf ihrer Prioritätenliste irgendwo unter "ferner liefen" und ist weder das Hauptanliegen der GEMA noch die Haupt-Antriebsfeder. Die Mitglieder haben bestimmte Rechte aufgrund des Urheberrechts, die sie allein nicht wahrnehmen können oder wollen und daher einen Verein gegründet haben, der ihnen diese Arbeit abnimmt, und das ist die GEMA.
      - Google/Youtube ist nicht aus dem gleichen Holz geschnitzt wie die GEMA. Ein Global Player, der Gewinnmaximierung betreibt, gegen eine Treuhand-Gesellschaft, die davor sorgen soll, daß die Urheber nicht enteignet werden, sondern eine Vergütung erhalten auf der Grundlage eines Bundesrechts.
      - Ich weiß nicht, wo sich "der kleine Clubbetreiber" von nebenan" erpressen ließe ...? Der hat im Regelfall auch seine Stellvertreter, die nennen sich "DEHOGA", die haben mit der GEMA verhandelt und zu einer Einigung gefunden.
      Gruß
      Skywise

    • Vor 7 Jahren

      no offense, aber dass man in so einer diskussion tatsächlich noch erklären muss, was die gema eigentlich macht, zeigt, wie uninformiert die mehrheit der gema-hater ist :/

  • Vor 7 Jahren

    ich hab gute nachrichten für dich, skywise. du bekommst support quasi von oberster stelle :koks: da man himself, fler, macht sich im neuen rap.de inti für die gema stark. ab minute 7. ein großer moment, von fler recht zu bekommen. es freut mich sehr, dass wir das zusammen teilen können

  • Vor 7 Jahren

    yo skywise... was muss ich da lesen?! der deutsche musikmark WÄCHST wieder :eek: :uiui: :eek: die cd stark... streaming und downloads im kommen :uiui: und das trotz aller pöööhhhhhssseenn raubmordkopierer...