Per Gerichtsbeschluss ist es Rapidshare zukünftig untersagt, rund 5.000 Musiktitel anzubieten. Die GEMA feiert das Urteil als richtungsweisend.

München (vog) - Rapidshare muss mehr Verantwortung im Kampf gegen illegale Downloads übernehmen. Laut einer gestern veröffentlichten GEMA-Pressemitteilung hat das Landgericht Hamburg mit seinem Urteil vom 12. Juni dem Sharehoster untersagt, rund 5.000 Musiktitel im Netz zugänglich zu machen.

Die GEMA, die beim Landgericht geklagt hatte, spricht nun von einem "Durchbruch im Kampf gegen die Online-Piraterie".

Rapidshare in der Verantwortung

Wie die GEMA weiter mitteilte, ist der Sharehosting-Dienst nun selbst dafür verantwortlich, dass eine Veröffentlichung in Zukunft nicht mehr erfolgt. Künftige Urheberrechtsverletzungen müssten vollständig unterbunden oder Wiederholungstäter zumindest identifiziert werden. Bisher löschte der Sharehoster Dateien nur nach expliziter Aufforderung in Einzelfällen.

Durchbruch gegen Online-Piraterie?

Die GEMA sieht in der Entscheidung des Gerichts "nach zahlreichen kleinen Erfolgen in kleinerem Ausmaß im Kampf gegen illegales Filesharing über Sharehoster" eine "Bedeutung über den konkreten Fall hinaus" und verspricht sich von diesem Urteil Signalwirkung im Kampf gegen die Online-Piraterie.

Da noch keine schriftliche Urteilsbegründung vorliege, wolle man das Urteil nicht kommentieren, heißt es dagegen auf Seiten des Sharehoster-Unternehmens. Der leitende Geschäftsführer Bobby Chang sieht in dem Urteil keinen Durchbruch: "Unserer Erfahrung nach schränken Oberlandesgerichte die Entscheidungen von Landgerichten häufig wieder ein."

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164 Kommentare

  • Vor 11 Jahren

    Super. Dann wechseln die Piraten eben den Hoster, sobald ihr Premiumaccount bei Rapidshare abgelaufen ist.

  • Vor 11 Jahren

    Wann werden die Verantwortlichen endlich einsehen, dass das ein Kampf gegen Windmühlen ist. Das bringt doch niemanden wirklich was. Man sollte die Mühen lieber in die Entwicklung neuer Vermarktungsformen stecken.

  • Vor 11 Jahren

    @user (« Wann werden die Verantwortlichen endlich einsehen, dass das ein Kampf gegen Windmühlen ist. Das bringt doch niehmanden wirklich was. Man sollte die Mühen lieber in die Entwicklung neuer Vermarktungsformen stecken. »):

    Nenne mir nur eine einzige, richtig gute Vermarktungsform, die dafür sorgt, daß die Leute Geld für etwas ausgeben, das sie an anderer Stelle auch kostenlos haben können.
    Abgesehen davon sind höchstwahrscheinlich die Anwälte der GEMA bestimmt nicht die Leute, die auch für die Entwicklung neuer Vermarktungsformen zuständig sind. Wäre schlimm, wenn es so wäre :D

    Gruß
    Skywise