Der Prozess, in dem die US-Amerikanerin Jammie Thomas im vergangenen Jahr zu 220.000 Dollar Schadenersatz verurteilt wurde, wird neu aufgerollt.

Minneapolis (max) - Der Sieg, den die RIAA, der Verband der amerikanischen Musikindustrie, im letzten Jahr davon tragen konnte und damit vielen privaten Filesharern einen ordentlichen Schreck einjagte, kommt ins Wanken: Der zuständige Richter Michael Davis hat kürzlich erklärt, er habe bei der Instruierung der Geschworenen damals Fehler gemacht. So sei es für eine Verurteilung nicht ausreichend, urheberrechtlich geschütztes Material nur online anzubieten. Es müsse vom Ankläger nachgewiesen werden, dass und in welchem Ausmaß die Dateien von anderen Personen auch heruntergeladen wurden.

Überzogene Forderungen

Die damals verhängte Strafe für 24 Songs, die Jammie Thomas via Kazaa zum Download angeboten hatte, belief sich für die Angeklagte auf 220.000 Dollar, also knapp 9.300 Euro pro Song – von den Prozesskosten abgesehen. "Nun müssen sie Ihre Vorwürfe beweisen", so die glückliche Thomas, die von einer Berufung der RIAA ausgeht. Richter Davis wandte sich indes an den Kongress und bat um eine Änderung der Rechtslage, um zukünftig derart überzogene Forderungen, in diesem Musterfall das über 4000-fache des eigentlichen Wertes, zu vermeiden.

Urheberrecht - quo vadis?

Die Entscheidung in dieser Sache - womöglich vor dem Obersten Gerichtshof - dürfte wegweisend für die zukünftige Rechtssprechung in punkto Urheberrechtsverletzung sein. Einen schweren Rückschlag für die Plattenindustrie bedeutet der neuerliche Prozessauftakt indes allemal.

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Musikpiraterie Hohe Strafe für Filesharing

In den USA wurde eine Kazaa-Nutzerin zu einer saftigen Geldstrafe verurteilt, weil sie illegale Downloads verbreitet haben soll. Ob sich die Urheberrechtsklagen der Plattenfirmen gegen Filesharing wirklich lohnen, bleibt umstritten.

31 Kommentare

  • Vor 13 Jahren

    @Anonymous (« Deine Einstellung ist absolut asozial. »):

    word.

    aber wahrscheinlich isser noch jung.
    zumindest isser noch nicht reif.

  • Vor 13 Jahren

    @Supporter (« 2. Es ist nun mehrfach bewiesen und auch von den meisten Bands akzeptiert das Geld nicht mehr durch den Verkauf von CDs zu machen ist, wie noch vor einem Jahrzehnt. »):

    Quellen?

    Zitat (« Bands verdienen ihr Geld durch Konzerte und Merchandising-und um diesen Krams an die Kunden zu bringen, hilft das kostenlose Verteilen von Musik zur erschliessung neuer Kundenschichten. »):

    Da hast Du aber was ziemlich drastisch mißverstanden. Das *gezielte* kostenlose Verteilen von Musik mag dabei helfen, aber nicht das willkürliche Einstellen einer Datei ins Internet.

    Zitat (« Wenn dich keiner kennt dann verkaufst du weder CDs noch Tickets, Shirts etc. »):

    Wenn Dich keiner kennt, hört sich keiner das Zeug an, das Du kostenlos ins Internet gestellt hast.

    Zitat (« Jeder so wie er möchte aber Bands freuen sich mehr über Geld das in ihren Taschen landet als über Geld das in den Taschen von Sony und Konsorten landet. »):

    Und wie machen das die übrigen Leute, die an einer Plattenproduktion beteiligt sind? Die Produzenten, Arrangeure, Songautoren, Designer - die leben von Luft und Liebe und werden zukünftig nicht mehr gebraucht?
    Ich war auf Konzerten mit einem einzigen (!) zahlenden Zuschauer, ich war auf Konzerten, bei denen die Interpreten noch Geld drauflegen mußten, weil mehr als 'ne Pizza pro ein bzw. zwei Personen nicht drin war, ich war auf Konzerten von Interpreten mit wirklich wohlklingenden und in gewissen Kreisen auch bekannten Namen, die erstaunlich wenig Eintritt genommen haben (in einem Fall 10,00 Euro), bei denen der ca. 500 Mann fassende Saal aber trotzdem nicht mal zur Hälfte voll war ... wie paßt das zu Deiner These?

    Gruß
    Skywise