Nach über 15 Jahren gab Eminem gestern Abend wieder ein Deutschland-Konzert. Dabei begeisterte er seine Fans mit einer imposanten Show.

Hannover (ros) - Für dieses Konzert hätten vermutlich über eine Million Karten verkauft werden können. Rund 70.000 Zuschauer kamen am Ende auf das Messegelände in Hannover um ihn zu sehen - Eminem. Ob Fans der allerersten Stunde, Familienväter oder blutjunge Teenies: Als "The Real Slim Shady" die Bühne betritt, jubeln und schreien sie alle.

Bis dahin ist es allerdings ein weiter Weg. Um ihr Idol zu sehen, müssen die Anhänger von Marshall Mathers zunächst stundenlang in strömendem Regen ausharren. Als Detroit-Kumpel Royce Da 5'9" etwa zwei Stunden vorher den Anheizer gibt, verzieht sich der Regen langsam.

Eminem als Godzilla

In einer rosa Regenjacke wuchtet er die Songs vom Bad-meets-Evil-Gespann mit Eminem nur so dahin. Auch 2 Chainz gibt sich die Ehre und tanzt das Publikum mit Trap-Gesängen warm. Nach einem erneuten Bühnenumbau und einem Einspieler, in dem Eminem wie Godzilla auftritt und eine ganze Stadt in Schutt und Asche legt, fällt gegen 21:20 Uhr der Vorhang.

Er eröffnet mit "Medicine Man" vom Compton-Soundtrack von Dr. Dre. Dabei hat er nicht einfach nur einen DJ, sondern gleich ein ganzes Orchester auf der Bühne platziert. Zwischen Keyboard und Schlagzeug versammeln sich auch Streicher, Bläser und Bassisten, die über die gesamte Spielzeit für ein wuchtiges und lautes Soundbild sorgen.

In dieser Konstellation reiht Slim Shady in der rund 90 Minuten dauernden Show Hit an Hit. Angefangen von der "Marshall Mathers LP" bis zu "Revival" ist von allem etwas dabei. Von "Revival" weniger, von seinen älteren Liedern zuhauf: "The Way I Am", "White America", "I Just Don't Give A Fuck", "Stan" oder "Love The Way You Lie", wofür er Sängerin Skylar Grey als Duett-Partnerin auf die Bühne holt. Eminem spielt dabei fast keinen der Tracks komplett aus. Dafür muss er einfach zu viele seiner Klassiker im Set unterbekommen.

Die Hitdichte, die aufwändige Produktion sowie Lichtelemente und Feuerwerk in der Show tragen dazu bei, dass man sich wie in einem Kinofilm fühlt. Als Eminem um kurz vor elf ein letztes Mal zur Zugabe auf der Bühne erscheint, ist allen Fans klar, was folgen wird: "Lose Yourself". Sein vielleicht größter und bekanntester Song beendet ein beinahe atemberaubendes Konzert für seine Fans und auch für Eminem, der währenddessen ein paar mal nach Luft schnappt.

Wer will es ihm verdenken? Mit 45 Jahren sitzt immer noch jede Zeile des Rapgods on point. Live kann nahezu keiner, so wie Eminem kann.

Fotos

Eminem

Eminem,  | © LAUT AG (Fotograf: ) Eminem,  | © LAUT AG (Fotograf: ) Eminem,  | © LAUT AG (Fotograf: ) Eminem,  | © LAUT AG (Fotograf: ) Eminem,  | © LAUT AG (Fotograf: ) Eminem,  | © LAUT AG (Fotograf: ) Eminem,  | © LAUT AG (Fotograf: )

Weiterlesen

laut.de-Porträt Eminem

Ist er nun Amerikas Alptraum, ein neuer Elvis Presley oder einfach nur ein verdammt guter Rapper? Es treffen wohl die meisten Urteile über Eminem irgendwie …

9 Kommentare mit 2 Antworten

  • Vor 4 Monaten

    Nun wir standen seit 13 Uhr an und dann 5 Stunden im Regen, deshalb auch gute Plätze gute Sicht und guten Sound. Das Konzert war großartig, das Gelände zugegeben suboptimal.

  • Vor 4 Monaten

    Das Konzert war echt Hammer! Zumindest für Leute, die ein Early Entry Ticket hatten. Mussten nicht anstehen und hatten super Sicht. Aber ist natürlich dof, wenn die Fans hinten nichts rictig mitbekommen. Persönlich gebe ich da lieber etwas mehr aus und genieße . Ist ja nicht so oft...

  • Vor 4 Monaten

    Das Konzert gestern war echt super. Die Location in Nimwegen war echt gut. Haben uns allerdings die Vorgruppen sowie die Zugabe geschenkt.
    Hat mich etwas (negativ) überrascht, wie die neueren Tracks, insbesondere die Balladen, gefeiert wurden. Allerdings war das Publikum auch relativ jung.