Der Popstar geißelte bei einem Gig in Moskau das umstrittene Gesetz zur Homosexualität.

Moskau (mau) - Im vergangenen Juni hatte das russische Parlament das Gesetz gegen 'Homosexuellen-Propaganda' verabschiedet, das wenig später von Präsident Wladimir Putin unterzeichnet wurde. Seitdem kam es immer wieder zu Protesten. Jetzt nutzte auch der homosexuelle Superstar Elton John während seiner Show in Moskau die Gelegenheit, sich gegen das weltweit kritisierte Gesetz zu stellen.

Mit den Worten "Dieses Gesetz ist unmenschlich und isoliert homosexuelle Menschen", unterbrach er sein Konzert am vergangenen Freitag in Moskau, schreibt die BBC. Er sei erschüttert gewesen, als er davon erfahren habe. Darüber hinaus widmete John die Show dem Russen Vladislav Tornovoi. Der 23-Jährige war in diesem Jahr im russischen Wolgograd aufgrund seiner vermuteten Homosexualität von mehreren Männern misshandelt und getötet worden.

Auftritt trotz Gerüchten

In den vergangen Wochen waren noch Gerüchte kursiert, Elton John würde seine Shows in Russland absagen. Doch bereits im September hatte er in einem Interview erklärt, er wolle auf jeden Fall auftreten: "Ich muss dort hin. Und ich muss sehr gründlich darüber nachdenken, was ich sagen werde. Ich kann die Leute dort nicht allein lassen."

Schon die Ankündigung seiner Gigs wurde von Protesten begleitet. Wie der Guardian berichtet, versuchten mehrere Vereinigungen mit Petitionen und Briefen an Präsident Putin, die Auftritte des schwulen Künstlers zu verhindern.

Gesetz mit großer Mehrheit verabschiedet

Das Gesetz gegen 'Homosexuellen-Propaganda' war vom Parlament mit großer Mehrheit verabschiedet worden und trifft trotz vereinzelter Proteste bei der Bevölkerung auf Zustimmung. Es stellt positive Äußerungen bezüglich Homosexualität in Anwesenheit von Kindern unter Strafe. Außerdem darf keine "homosexuelle Propaganda" über die Medien betrieben werden.

Sowohl ein Sprecher des Parlaments als auch Präsident Putin hatten zwar betont, das Gesetz richte sich nicht gegen Homosexuelle, sondern diene lediglich dem Schutz von Minderjährigen. Dies stieß bei den Kritikern auf nicht minder große Empörung.

Konflikte auch mit anderen Stars

Auch andere Popstars bekamen diesbezüglich die Macht des russischen Apparats zu spüren. So wurde Ende vergangenen Jahres - noch vor der Verabschiedung des neuen Gesetzes - der Tourmanager von Lady Gaga zu einer Geldstrafe verurteilt - wegen angeblicher öffentlicher Verherrlichung von Alkoholkonsum und Homosexualität.

Die Mutter einer 13-jährigen Konzertbesucherin hatte zuvor erfolgreich geklagt, weil die Show der Popsängerin homosexuelle Anspielungen und Darbietungen sowie Alkoholkonsum beinhaltet haben soll. Ein ähnlicher Fall ereignete sich im August 2012 nach einem Madonna-Konzert. Hier war die Klage jedoch fallen gelassen worden.

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Elton John

Elton John,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elton John,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elton John,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elton John,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elton John,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elton John,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elton John,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elton John,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elton John,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elton John,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elton John,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elton John,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elton John,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Elton John,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof)

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laut.de-Porträt Elton John

Es war einmal ein kleiner Mann mit Hut. Und Brille und Plateauschuhen und Federboas und anderem Krimskrams. Derart unansehnliche Rockstars sind ja eher …

26 Kommentare mit 62 Antworten

  • Vor 7 Jahren

    Der ehrenwerte Sir John hat es sich 2007 aber auch leider nicht nehmen lassen eine Million Pfund Gage einzusacken, als er auf der Geburtstagsfeier von Timur Kulibajew, dem Schwiegersohn von Kasachstans Diktator Nursultan Nasarbajew, auftrat. Dort werden die Menschenrechte ebenfalls mit Füßen getreten und auch Homosexualität gilt nach wie vor als gesellschaftliches Tabu...

  • Vor 7 Jahren

    Ich weiß nicht aber solche Meldungen wie Promi XY kritisiert dies und das oder Politiker so und so verurteilt ... scharf sind für mich so uninteressant. Gerade bei Polikitern geht mir dieses "ich zeig mal medienwirksam, dass ich das verurteile werde aber weiterhin Geschäfte mit dem Land oder der Person machen" extrem auf die Nerven.

  • Vor 7 Jahren

    Edit: Memo an mich, erst den Artikel lesen und dann posten. Im Falle von Elton finde ich es richtig und gut was er getan hat. Das revidiert aber nicht meine erste Aussage.

    • Vor 7 Jahren

      hast du denn den überaus gewichtigen einwand von herrn freidenker auch gelesen? wenn schon moralisch korrekt, dann bitte auch wenn es um 1 million euro geht - so wie es adele beim 14 millionen angebot von loreal getan hat.