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Willkommen beim Prinz

In etwa das genaue Gegenteil davon hat Prinz Pi zu bieten. Wenn ich "Willkommen Zu Haus" lese, erwarte ich eigentlich die nächste der schauderhaften Homestorys, in der er durch seine durchgestylte, vollkommen seelenlose Spießerbude führt und mit Töpferwaren in der Farbe seiner Augen angibt. Tatsächlich ist "Willkommen Zu Haus" aber die jüngste Auskopplung aus seinem Album "Wahre Legenden".

"Mein Freund, warte kurz, ich lade nur die Glock nach / Mit Anekdoten von mir, die ich noch parat im Kopf hab'." Örks, danke, reicht mir schon. Pi reicht es aber noch lange nicht: Ihn gibts jetzt auch als Podcast (nur echt mit Deppenapostroph), und im Tagesspiegel gibt er Erziehungstipps.

"Ich finde bestimmte Inhalte auch persönlich bedenklich – aber ich sitze hier in Grunewald in meinem Elfenbeinturm voller Bücher und es ist leicht für mich, das zu kritisieren und zu erkennen."

Immerhin: Prinz Pis Ratschlag, Interesse zu zeigen und sich mit der Musik, die die Kinder hören, auseinanderzusetzen, kommt mir bei aller herzlichen Abneigung gegen diesen blasierten Wendehals sinnvoller und zielführender vor, als das, was Rike Drust, ebenfalls im Tagesspiegel, Eltern empfiehlt:

Problem: "Hilfe, mein Kind hört Gangsterrap!"
Lösung nach Drust: "Ich zeige ihm Musik, die diskriminierungsfrei ist."

Als Ersatz für "Leute wie Capital Bra, Gzuz, Mero und wie sie nicht alle heißen" bietet die Autorin ihrem Sohn dann allen Ernstes Sookees Kindermusikprojekt an? Na, da hätte ich doch wirklich gerne noch einen Nachbericht, wie gut DAS funktioniert hat.

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