Seite 16 von 24

Obacht, sensibles Bauchgefühl!

Das letzte Wort zum Thema Xavier Naidoo darf heute der amtierende König der Rührseligkeit sprechen. Nachdem sich MoTrip inzwischen dreimal durch die Deutschraplandschaft und zurück gefeaturet hat, weitet er seine Bekanntheit ja jetzt per "Sing meinen Song" noch weiter gen Mainstream aus. Ihr wisst schon, dieses Promo-TV-Format, bei dem ohnehin schon bekannte Musiker und ein, zwei Newcomer mit ordentlich Labelbudget im Rücken gegenseitig ihre Lieder covern und dann in Rührung zerfließen, wie toll, eigen und ganz anders und wahnsinnig berührend die neuen Versionen doch allesamt seien. Taschentuch?

Gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung inszeniert sich MoTrip als Raps Paradebotschafter: "Ich habe mich selbst nicht enttäuscht - und ich habe Rap nicht verraten. Vielleicht habe ich Rap sogar in einem Licht gezeigt, das viele Leute da draußen noch gar nicht kannten. Ich konnte die Kollegen jedenfalls zu Tränen rühren, als ich ihnen ihre Songs als Rap-Versionen vorstellte. Da hat man wieder mal gesehen, dass wir Rapper viel zu häufig belächelt werden für das, was wir machen. Es heißt so oft, Rap wäre keine richtige Musik, ja nicht mal richtige Kunst. Ich denke, es ist mir gelungen, darzustellen, wie präzise Rap sein kann, wie weh er tun kann, aber auch wie glücklich er machen kann."

Wie windelweich sich Rapper um ein eindeutiges Statement herumdrücken können, zeigt er gleich außerdem. Auf die Frage, ob er auch teilgenommen hätte, wäre Xavier Naidoo noch Teil des Teams, antwortet MoTrip doch allen Ernstes: "In Anbetracht der aktuellen Geschehnisse hätte ich wahrscheinlich meinen Anwalt gefragt: 'Kann man das machen und man selbst sein, oder vertritt man eine bestimmte Meinung, wenn man dabei ist?'" Ja, genau. Sei du selbst, aber frag' vorher deinen Anwalt, wie das geht. Bezüglich Naidoo schwurbelt er noch dann von seinem "sensiblen Bauchgefühl", "das hat zuletzt Alarm geschlagen". Aha.

Seite 16 von 24

Weiterlesen

Doubletime Sido unterm Aluhut

Während Deutschrap in Verschwörungsmythen erstickt, zeigt Capital Bra, dass er seiner Zielgruppe wirklich alles andrehen kann. Auch Pizza.

1 Kommentar mit einer Antwort

  • Vor einem Monat

    Opportunistischer, undankbaren Pimmel. Wurde von flizzy rausgebracht damals und ging als Fler wegen ndw 2 Mal wieder im Nazi Kreuzfeuer war. Das ist die weit verbreitete Geisteshaltung unter diesen "Rappern"
    Das sind keine rapper das sind fotzen

    • Vor einem Monat

      Aha. Alle wollten Trip soweit ich weiß, aber unterschrieben hat er bei keinem. Fler, Savas, Azad undwasweissich. Und ganz ehrlich, Fler signed nur noch damit er später jemanden zum beefen hat.