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Wievie sind deine Werte Wert?

Ich kann mir aber vorstellen, dass das wieder an meinem Mangel an Konsequenz scheitert. Tatsächlich hab' ich mir ja auch irgendwann die Diskussionsrunde angeschaut, in der Prinz Pi unter anderem mit Manuellsen im Rahmen des New Fall Forums über Werte im Hip Hop spricht. Was ich da alles gelernt habe! Zum Beispiel, dass es Sexismus oder strukturelle Ausgrenzung von Frauen im Deutschrap gar nicht gibt.

Ironie: off. Wünsche mir übrigens, falls ich noch einen Zusatzwunsch frei habe, ganz ernsthaft, dass zu allen Hip Hop-Fragen künftig Dr. Sina Nitzsche konsultiert wird: die kompetenteste und mit Abstand sympathischste Person in dieser Runde. Mit der Unsinnigkeit von Pis Geschwätz über "Hip Hop, die klassenlose Gesellschaft" hat sich ja zum Glück schon der Kollege Jonas Heuten von rap.de auseinandergesetzt: hier entlang.

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4 Kommentare mit 5 Antworten

  • Vor 8 Tagen

    Dagegen ist Springer-Sprech ja noch Teil der Hochkultur.

    Irony: Not active.

  • Vor 7 Tagen

    Dieser Kommentar wurde vor 7 Tagen durch den Autor entfernt.

  • Vor 7 Tagen

    Man muss auch nicht alles hochschwingen, oder? Er hat ja deutlich gemacht, dass ER das nie erlebt hat und ein bisschen anders sieht. Dass es das nie und nirgendwo jemals gegeben hätte, hat er ja nicht ansatzweise behauptet. Da ihr mittlerweile aber auch immer häufiger mit diesem Cringy-Zeigefinge-Sprech von Rap.de hantiert, wäre es zukünftig schön, wenn auch "Künstler" à la Loredana etwas kritischer beleuchtet und nicht durchgehend auf ihren Erfolg reduziert würden. Ja, wir wissen's, die hat's echt geschafft und ist voll krass, aber das ergibt aktuell schon ein sehr eindimensionales, unreflektiertes Bild.

    Im Übrigen ist die Definition "Frauenrap" mindestens genauso grenzdebil wie "Female Fronted Metal".

    • Vor 7 Tagen

      Nene die Loredana und Shirin David sind ja künstlerich so unglaublich wert wertvoll....*würg*

    • Vor 7 Tagen

      Ach, das ist mir sogar relativ egal, ich gönn' das Shirin. Sie hat eine Marktlücke entdeckt und diese clever ausgenutzt, was mehr Talent erfordert als man ihr jemals zugetraut hätte. Props dafür. Was mich jedoch gehörig stört, sind diese ständigen, opportunistischen Belehrungsposts, sobald es auch nur ansatzweise um Frauen im Rap geht. Wo waren all diese Beiträge vor 5-10 Jahren? Oder geht das erst seit #Metoo, weil man mehr Aufmerksamkeit bekommt, gleichzeitig aber auch generiert? Dann sollte man allerdings auch als journalistisches Portal die eigene, pseudo-aufständische Rolle bei der Geschichte, warum es Frauen im Rap so schwer hatten/haben, hinterfragen, wenn man sich erst oder nur dann vermehrt zu Wort meldet, wenn das Thema eh schon groß ist.

      Wäre alles okay, wenn man nun nicht auch noch anfangen würde, jemandem wie Prinz Pi Worte bzw. die schlechtmöglichsten Interpretationen anzudichten, die in dieser Form überhaupt nicht gefallen sind. Ich meine, ausgerechnet Pi, der nun seit mehreren Alben Musik mit erhöhter Östrogenlyrik (nur ein Scherz, keine Bange) released? Wahrscheinlich hatte seine Version, die er im Übrigen als nicht allgemeingültig deklariert hat (!) einfach nur den faden Beigeschmack, dass sie nicht in das übliche Bild passt, das man aktuell von (Deutsch-)Rap zu zeichnen versucht.

      Wir können jetzt auch anfangen und, wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen auch, für höhere Frauenquoten plädieren, aber das verfehlt eben das Thema. Wenn man talentfrei ist, hat die Kritik daran nichts mit dem Geschlecht zu tun. Ich streite nicht mal ab, dass man es als Frau deutlich schwerer hat, Erfolg zu haben, aber das ist a) ein anderer Blickwinkel und wenn man das b) im realen Leben an irgendwelchen rückwärtsgewandten Aufsichtsräten und Chefs festmacht, sollte man im Deutschrap eher die Plattenfirmen und ihre CEOs kritisieren, anstatt jetzt ständig bei Äußerungen von irgendwelchen Rappern hysterisch den Alarm-Button zu drücken. Denn da hat's jahrelang auch kein Schwein gestört, wenn Sluts gebitchslapped, Mütter gefickt oder Bitches an den Straßenstrich geschickt wurden. Egal ob das Savas, Bushido, Sido, Kollegah, Farid Bang, Summer Cem, KC Rebell, PA Sports oder sonst irgendein beliebiger Rapper war. Zumal da auch sonstige Gewalttaten/-delikte, Drogenverherrlichungen etc. pp. berappt wurden. Wer immer noch mit so alten Kamellen à la „das könnte einen negativen Einfluss auf die Jugend haben“ kommt, hat in etwa so viel Weitsicht wie ein Obdachloser mit einem Münzfernrohr.

    • Vor 7 Tagen

      Finde das aber immer etwas müßig danach zu fragen, wo das Thema vor 5-10 Jahren war. Debatten finden statt und führen irgendwann zu Ergebnissen. Dieser implizite "ihr heuchler !!11!"-Vorwurf ist einfach ziemlich inhaltsleer.

    • Vor 6 Tagen

      Kommt darauf an, würde ich sagen. Das Problem dabei ist für mich, dass vor 5-10 Jahren irgendwie "alles" richtig war (das war es sicher nicht, aber man hat sich offensichtlich auch nicht besonders daran gestört, denn sonst wäre Deutschrap zwischenzeitlich durch ebendiese Interpreten niemals so groß geworden) und jetzt, da dieses Thema plötzlich aufgekommen ist, wird plötzlich die Schablone angelegt und in jeder Line ein potenzielles Politikum gesucht. Oder sagen wir es so: Jahrelang war Rap halt Rap und durfte Rap sein, aber jetzt, da es mehr öffentliche Aufmerksamkeit generiert, nimmt man eine "Vorbildfunktion", die man nie wollte und lässt sich auf einen erneuerten Kodex ein, der mit Rap bis vor kurzem wenig bis nichts zu tun hatte. Kein Wunder also, dass sich da etliche Künstler angegriffen fühlen, zumal viele davon sicherlich nicht dafür gesorgt haben, dass Frauen im Rap keine Chance hatten, sondern das Hauptproblem eher darin bestand, dass die wenigen Rapperinnen, die es versucht haben, entweder todeswhack waren oder nicht die Lobby hatten (da darf man eben auch oder vor allem bei CEOs etc. anklopfen), die sie heutzutage bzw. aktuell allmählich zugesprochen bekommen/bekämen. Genau da kommt aber das in's Spiel, was ich eigentlich meinte: Wo waren damals der Aufschrei und die zahlreichen Medien und haben vehement dafür plädiert, dass sich das ändert? Soll nicht heißen, dass das überhaupt nicht der Fall war, aber eben viel zu wenig und viel zu selten. Wenn "einen" so etwas wirklich extrem stört, kann man auch eine Welle lostreten, bevor es andere tun. Oder wie soll #Metoo entstanden sein? Ob das nun etwas mit Heuchlerei oder nicht zu tun hat, ist gar nicht Gegenstand meiner Aussage, mir ging es lediglich um dieses mahnende Zeigefinger-Heben nach "Ich hab's schon immer gewusst!"-Motto, das ich deplatziert finde, weil sich die Zeiten nunmal geändert haben und man weder in jede Aussage eines männlichen Rappers das böseste Szenario hineininterpretieren muss noch von heute auf morgen erwarten kann, dass jetzt jeder konform geht. Im Gegenteil: man darf auch anderer Meinung sein, auch wenn es manchmal schwer auszuhalten ist.

  • Vor 7 Tagen

    überwiegend langweiliges gesülze. allerdings läuft manu gegen ende noch zu hochform auf. durchaus sehenswert :)