Seite 2 von 27

Massiv vs. M'Barek

Okay, genug Zeit geschunden. Bringen wir das Thema hinter uns, das diese Woche (wieder einmal) die Nachrichten beherrscht: Der seit Jahrzehnten schwelende Konflikt in Nahost ist erneut eskaliert. Wieder fliegen Raketen, wieder toben Lynchmobs durch die Straßen, wieder sterben sinnlos Palästinenser*innen wie Israelis. All das geschieht in einer historisch derart verworrenen politischen Gemengelage, dass ich mir Schuldzuweisungen oder auch nur Aufdröselungsversuche nicht ansatzweise zutraue. Auf eine Aussage, wie sie Schauspieler Elyas M'Barek getätigt hat, könnte man sich aber doch verständigen:

... sollte man meinen. Doch: nix da! Diese eigentlich doch wirklich nicht angreifbare Zwei-Worte-Forderung trat einen Sturm der Entrüstung bei denen los, die das offenbar unbedingt als eine Parteinahme für Israel und die Politik Benjamin Netanjahus deuten wollen. Darunter, wie es aussieht (den Originalpost find' ich leider nirgends) Massiv:

"Du warst dir zu schade, was Schönes für deine Geschwister zu schreiben? Damit kannst du nicht punkten bei deiner scheinheiligen 'bayrische Filmpreis'-Welt? Es macht mich traurig, dass du genau jetzt dich dafür entscheidest, lieber diese Karte zu spielen, anstatt an unserer Seite auf die unterdrückten Menschen hinzuweisen? Du hast Recht, stoppt den Antisemitismus, aber ich betone: Stoppt auch die minimale Wasserzufuhr in den Gaza zu versalzen. Stoppt die gezielte Täuschung, uns alle als radikal darzustellen, stoppt das Töten unserer Kinder."

Und er legte noch nach: "Du weißt genau, was du machst, du bist alles, aber nicht dumm. Diese Aktion zeigt mir nur, wie gleichgestrickt deine ganze Szene ist. Kreischende Fans sind dir wichtiger als weinende Babys."

M'Barek allerdings wehrt sich und stellt klar: "Massiv, mein Lieber. Ich spreche mich hier klar und eindeutig gegen Antisemitismus aus. Period. Genauso, wie ich mich gegen Rassismus oder jede andere Form von Diskriminierung aussprechen will. Ich möchte mir nicht anmaßen, ein Urteil über einen unsäglichen, Jahre andauernden Nahost-Konflikt zu fällen. (...) Ich bin es nur leid, dass immer wieder stereotype Feindbilder beschworen werden und so viele Menschen auf allen Seiten leiden, die nichts dafür können, ich wünsche mir Frieden und ein menschliches Miteinander. Toleranz und Respekt für jeden, kein Hass."

Seite 2 von 27

Weiterlesen

Doubletime Massiv gegen M'Barek

Schauspieler fordert "Stoppt Antisemitismus", Rapper drehen hohl. Fler opfert Tattoos. Sido wurde gefeuert. Eunique packt aus. Songquiz mit Kontra K.

6 Kommentare mit 6 Antworten

    • Vor 2 Monaten

      Ist natürlich vollkommen unkontrovers und nur unterschreibbar die Botschaft und Massivs Gekläffe von wegen "Geschwister" auch nicht ganz problemfrei mMn.

      Ist halt nur ne relativ oberflächliche und gefällige Mixtur sich scheinbar berufen zu sehen mit der eigenen Plattforn gesellschaftliche Themen anzusprechen und dann aber nicht über die basalsten Aussagen herausgehen zu können/wollen. Ein einfaches "Kritik an der israelischen Regierung darf nicht zur Kritik am/Hass gegenüber dem Judentum oder dem Abstreiten der Existenzberechtigung Israels führen" hätte da schon ne Menge Arbeit geleistet mMn.

    • Vor 2 Monaten

      Ja. Aber vielleicht gibt es ja hier den ein oder anderen, der sich als Fan mit Massiv gut auskennt und das alles für uns ein bisschen besser einordnen kann, sodass wir nicht länger im Dunklen tappen(?).

    • Vor 2 Monaten

      ich denke du musst nicht fan sein jeder sieht das statment von massiv und dann gleich waffen ruhe in nahen osten das ist nicht zufall

    • Vor 2 Monaten

      Zudem kommt Massiv von der Straße und hat guten Einblick.

  • Vor 2 Monaten

    Dieser Kommentar wurde vor 2 Monaten durch den Autor entfernt.

  • Vor 2 Monaten

    Ich warte noch auf das Posting von ragism, dem alten israelversteher :kiss: Ehe ich mir ein Urteil anmaße.

    Aber Ich hoffe und bete zum allmächtigen, dass Ginseng, restle, volksverpetzer und correctiv einen Faktencheck zu dieser" minimale Wasserzufuhr nach Palästina salzen" Kiste machen und dann anschließend von Massiv und 40 Anabolika-nax hausbesucht werden :koks: (gekreuzte Finger)

    • Vor 2 Monaten

      Seit wann kapier ich Israel? Ich kapier doch nicht mal genug vom deutschen Kackbetrieb. Ich muß auch nix kapieren. Die Statistiken sprechen eine deutlich genugene Sprache. Wie halt auch die absolute Mehrheit der internationalen Presse.

  • Vor 2 Monaten

    Will jetzt hier kein Fass aufmachen und werde mich an weiteren potentiellen Diskussion zum Nahost-Konflikt oder Antisemitismus nicht beteiligen, da ich nicht wirklich in das Thema eingearbeitet bin und es einfach nur anstrengend finde, aber: Elyas M'Barek ist für mich ein opportunistischer Speichellecker und auch wenn an seinem Tweet rein vom Wortlaut her NATÜRLICH nichts auszusetzen ist, ist hier der Kontext absolut entscheidend. Bei so einer verkürzten Botschaft musste er angesichts des komplexen, langwierigen Konflikts, der aktuell wieder erheblich eskaliert, einfach mit gemischten Reaktionen rechnen und das wusste er sicherlich auch, aber hielt es für seiner Karriere dienlich dies zu tun. Wer sich hier überrascht gibt, stellt sich echt doof, aus welchen Gründen auch immer.

    Oder, um es mit Flizzy zu sagen: "Wer gerne Arsch leckt? Elyas M'Barek!"

  • Vor 2 Monaten

    Der einzige Erkenntnisgewinn aus der Sache: Massiv ist dümmer als Elyas M'Barek.

    • Vor 2 Monaten

      Was genau ist an Massivs Aussagen denn dumm? Die enthalten natürlich das typische Massiv-Pathos, aber dass er dadurch getriggert wurde, verstehe ich schon. Und Elyas M'Barek ist schon aufgrund seiner unterirdischen Filmografie ein richtiger Bastard.

  • Vor 2 Monaten

    Sicher ist das alles etwas theatralisch, aber werft ihr einem Palästinenser gerade vor, dass er Kritik übt? Er muss sich sicher nicht an M´barek auslassen, wenn gleich die Aussage auch den gleichen Mehrwert hat wie Misswahlen und Weltfrieden. Beides unnötig.
    Da kann man auch dem Bewohner des Freiluftgefängnisses Gaza Antisemitismus vorwerfen, weil er Israel kritisiert. Wie sehr das allen Pareteien hilft sehen wir seit 1948.