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"Radikal relevante Musik"

Einen neuen Track von Max Herre hätte ich danach wirklich nicht auch noch gebraucht, aber mich fragt ja keiner. In seine "Villa Auf Der Klippe" hat sich Herr Herre Trettmann eingeladen, der mit seiner Ich-feature-jeden-und-seine-Mutter-Politik langsam aber sicher auch auf guten Weg in die Bedeutungslosigkeit ist. Momentan bewegt er sich aber noch im Zwischenstadium Omnipräsenz.

Das zugehörige Album veröffentlicht Max Herre am 30. August, und um zu illustrieren, warum mir das jetzt schon von Herzen zuwider ist, muss ich eigentlich nur mal wahllos aus dem Pressetext zitieren: "Das Album 'Athen' ist ein bildlicher Roadtrip an den persönlichen Sehnsuchtsort im Süden. Die Villa, die Max Herre auf diesem Trip begegnet, beschreibt er als Konstruktion: zu schön um wahr zu sein; zum Greifen nah, aber dennoch nicht zu erreichen. Der Sehnsuchtsort wird so zum Sinnbild des ewigen Strebens nach Optimierung, das beständig zehrt an unserer Zeit. 'Villa auf der Klippe' ist eine Sommerhymne von entwaffnender Ehrlichkeit. Es ist 'Grown-Up Rap' mit Jetzt-Sound. Und es ist ein mutiges Statement eines Musikers, der sich nach einem Vierteljahrhundert im Game neu erfindet – mit radikal relevanter Musik zur Zeit."

Radikal relevante Musik ist offenbar einfach nix für mich. Deswegen seh' ich wohl auch nicht, wo in dieser drögen Nummer ein "mutiges Statement" versteckt sein soll, aber, hey, bezopfte Frauen machen Ausdruckstanz.

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