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CCN Infinite

Ein bisschen beseelter wirken dagegen Bass Sultan Hengzt und Fler. Ich war gegenüber ihrer neuen Kombo ja anfangs ein bisschen skeptisch, aber je mehr ich sie als Team sehe, desto mehr gewöhne ich mich daran, dass das eigentlich doch ein bisschen Sinn ergibt. Nach Hengzts solidem "Ketten Raus Kragen Hoch" geht jetzt wohl ein Kollabo-Album an den Start, das auf den Namen "Frank White & Sultan Hengzt" hören wird. Erste Auskopplung heißt "Underclass". Kann es etwas?

Ich würde sagen: Ja, schon. Dass jemand wie Fler sich lange nicht mehr so richtig nostalgisch gegeben und stattdessen versucht hat, Rap nach vorne zu denken, fand ich ja eigentlich immer schön. Trotzdem bringt ihm Hengzt jetzt wohl den nötigen Input, um den Sound vom Anfang der 2000er so richtig mit der Gegenwart zu fusionieren. Im Gegensatz zu dem, das Bushido unter dem "CCN"-Flagschiff so veröffentlicht hat, wirkt das hier nicht wie eine reine Wiederbelebung, sondern wie eine Modernisierung. Es nimmt den alten Sound und reichert ihn neu an.

Dafür ist natürlich auch Simes verantwortlich, der die frühere chorale und düstere Ästhetik wunderbar mit ein paar neuen Synth-Spielereien vermengt. Das klingt alles wertig, ohne die alte Straßenrap-Kante zu verlieren. Hengzt und Fler machen Rap-technisch dementsprechend das, was sie damals schon getan hätten. Es ist schmucklos und unaufwändig, aber roh, direkt und authentisch. Was auch immer man von Fler gerade halten möchte, musikalisch hat er mehr Vision als viele seiner Kollegen.

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