Seite 10 von 24

Bogy-Praktikum

Aber warum auch selber arbeiten, wenn Kollegin Fromm aus dem Urlaub alles in Facebook-Kommentaren zerpflückt, was es dazu zu sagen gibt:

"Bin mit Berlin Crime- und Bassboxxxkram hiphopsozialisiert worden. Hatte mich also echt für Bogy gefreut, dass er, obwohl komplett durchgeschossenes Drogenopfer, in dieser sehr speziellen (aber unterhaltsamen) Form von Journalismus eine Nische gefunden hatte. Als Rapper war er ja schon immer bestenfalls unteres Mittelfeld, seine Graffitilegacy müssen Leute beurteilen, die davon was verstehen. Er hätte jetzt also seinen unerwartet erreichten Szenemaskottchenstatus genießen können. Das Gelaber aktuell ist so hart schmerzhaft und daneben, ich kanns leider kaum noch ertragen. Mit welchem Selbstbewusstsein stellt sich da eine Handvoll irrelevanter Typen hin und beansprucht eine ganze Kultur für sich und will andere ausschließen? Wenn Bogy, Cashmo und Twin (wer zum Teufel ist Twin?) die Türsteher sind, möchte ich in diesen Club weder rein noch mit denen, die da drinseinwollen, irgendwas zu tun haben. In ihrem Neandertal können die gerne vor sich hingestrigen. Sie sollen aber bitte aufhören zu versuchen den Leuten zu erzählen, was Hip Hop ist. Hip Hop ist sicher nicht Ausgrenzung, Frauenhass, Diskriminierung und n wacker Rapper sein, der musikalisch, wenn überhaupt je, ewig nix gerissen hat."

Seite 10 von 24

Weiterlesen

1 Kommentar mit 5 Antworten

  • Vor 3 Monaten

    Das Problem: Viele dieser Protagonisten hatten früher nichts - und haben sich ihr Selbstvertrauen aufgebaut durch Hip Hop-Skills, Fame und körperlicher Stärke. Sie haben jetzt das Gefühl, dass man es ihnen nimmt, ihnen alles nimmt und ihr Fundament fürs Leben angreift. Dann wird - mit dem Rücken zur Wand - zurückgebissen und geschlagen, so wie sie es gelernt haben bzw. mit den Mitteln, auf die sie zurückgreifen können. Denn eins muss man verstehen: Die Mittelstandskids wollten mit Hip Hop raus aus der Spießergesellschaft, die Ghetto-Kids wollten rein. Das haben sie geschafft und haben Angst davor, wieder rauszufallen (oder suhlen sich nach dem Rausfall im Anti-Sein) und müssen daher Hip Hop für sich ownen. Sie haben eben für nichts die Deutungshoheit in unserer Gesellschaft - außer für Hip Hop. Leider kriegst du oft das Kind aus dem Ghetto, aber nicht das Ghetto aus dem Kind. Schade, das alles.