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Der Saft ist alle

Aber das wird nicht die einzige Umstellung im Kosmos des Deutschrap-Journalismus' sein: Nach einem sagenhaften Lauf von 22 Jahren wird es die JUICE als Printmagazin bald nicht mehr geben. Knapp vor der 200-Ausgaben-Marke wurde nun beschlossen, dass das Printgeschäft schlicht tot ist und man sich in Zukunft besser auf das Online-Business umverlege.

Eine Aussage, die man in the year of our Lord 2019 durchaus so treffen kann. Also keine unverständliche, wenn auch eine etwas melancholische Aussage. Auch als jemand, der die JUICE nur selten in die Hand genommen hat, war sie doch eine dieser Institutionen, deren Existenz man sich immer bewusst war.

Rapper haben Exclusive-Tracks gemacht, Rapper wollten auf ihr Cover, Fans haben sich seit Jahren beschwert, dass Rap immer schlechter wird und die JUICE, die modernen Hip Hop schon ein bisschen verschlafen hat, nichts dagegen tut. Aber ja, damit räumt im deutschen Raum das letzte Magazin seine Hefte von den Kiosk-Regalen, und wir verbleiben wohl als eine rein digital kommentierte Szene. Der Tenor in den Reaktionen ist wohl von einem perfekt zusammengefasst: "Jetzt fühl ich mich alt." Aber stetig ist der Wandel, Wandlung bleibt stetig. Nur solche Songs wird es künftig nicht mehr geben:

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3 Kommentare mit 4 Antworten

  • Vor einem Monat

    zu seiner hochzeit war die juice ne unterhaltsame sache. es gab einige gute exclusives und so rubriken wie "kings of hiphop" waren auch dope...aber die letzten 3-4 jahre wurde das mag immer übler. hipsternde styler haben für hängengebliebene baggy tragende hip-hopser geschrieben, die mit dem neuen kram eh nix mehr anfangen konnten. das musste schiefgehen...print ist nicht generell over, aber in diesem bereich schon lange. denk mal die werden auch online nix reissen...den job übernehmen leute wie mois oder max cameo

    • Vor einem Monat

      Jop, vor ca. 10 Jahren auch mal ne Weile im Abo gehabt. Die "Kings of HipHop"-Reihe war schon gut. Glaube ich habe aufgehört die Juice zu lesen als Schacht mit diesem Schlußwort, oder wie die das nannten, anfing.

    • Vor einem Monat

      Ich erinnere mich an irgendeine Diskussion in der laut.bar von vor mindestens 10 Jahren, als bereits alle denkfähigen Menschen, dieses Forums bemerkt haben, dass dieses Schund-Magazin absolut unlesbar geworden ist. Zum Glück tot. Hoffentlich bald auch in jeglicher online-Form.

  • Vor einem Monat

    Maynard James Keenan sagte einst so richtig: "Über Musik zu schreiben ist wie zu Architektur zu tanzen" und diese Erkenntnis killt ein Blatt nach dem anderen und das meistens zurecht.

    Gescheiterte Profimusiker mit veganem Vollbart, die sich anmaßen, einem gnädig mitzuteilen, welche Scheibe man sich kaufen soll, sind Fossilien aus den 90ern.

    Die VISIONS untertitelte sich früher selbst mit "Musik für die Neunziger" Exakt - aber eben nicht mehr für die Zwanziger.