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Über Zwei Verschiedene Arten Des Gutseins

Außer sich reagierte mancher Kritiker schon auf seine "Extrameile". Sein aktueller Track dürfte daran nichts ändern - im Gegenteil. Man kann das süffisante Grinsen, mit dem Prezident genüsslich noch einen Kanister Öl ins Feuer kippt, beinahe hören. Über eine Produktion aus den begnadeten Händen der Kamikazes referiert er da "Über Zwei Verschiedene Arten Des Gutseins".

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Doubletime Cro unter Beschuss

Schon gewusst? Der Panda ist gewaltverherrlichender Sexist, Koljah Islamhasser, Prezident ein Rassist. Nur Kollegah und Farid, die sind bloß vulgär.

3 Kommentare mit 10 Antworten

  • Vor einem Jahr

    blattschuss. versenkt! volltreffer!

  • Vor einem Jahr

    Meisterleistung, Vorfreude steigt.

  • Vor einem Jahr

    Noisey/Vice hat ihn einen Rechtspopulisten genannt. Statt sich objektiv mit dem Track zu beschäftigen, wird Prezident nur simples Bashing gegen "Linksgrünversiffte" und "Gutmenschen" vorgeworfen. Hätte Prezident noch "dauerbekiffte Langzeitstudenten" behandelt, hätte er wahrscheinlich die Trinität der Vice-Leserschaft abgedeckt.

    Die "Herrenmenschen"-Line ist unglücklich, aber die linksautonome Szene ist halt tatsächlich nur vom Hass aufs deutsche "Scheißvolk" angetrieben. Dafür reicht ein Blick auf die Texte der Antilopengang, die in Prezidents Track nebenbei subtil Erwähnung findet.

    • Vor einem Jahr

      Bewegst Du Dich in der Szene, oder nimmst Du Dein Fachwisssen ausschließlich aus den Texten der Antilopen Gang? Und ansonsten: ich schätze Prezident eigentlich sehr, aber was er in dem HipHop.de Interview von sich gibt, ist tatsächlich eine derartig hanebüchene Grütze, dass er sich nicht zu wundern braucht, wenn er dafür auseinandergenommen wird.

    • Vor einem Jahr

      Und auch wenn ich bei dem Track wesentlich weniger Schnappatmung bekomme, als ein Skinny, muss ich Juri Sternburg in einem Punkt absolut recht geben: warum muss man sich einen ganzen Track lang mit "innerlinken Grabenkämpfen oder Unzulänglichkeiten zu beschäftigten, ohne selber überhaupt Teil dieser Bewegung zu sein"? Ich checks nicht. Gibts sonst keine Feindbilder?

    • Vor einem Jahr

      Zumindest gab es bisher aus der Rapszene noch keinen erwähnenswerten Beitrag zu dieser Thematik.

    • Vor einem Jahr

      Naja, Waving The Guns teilen ja auch mal ganz gerne szeneintern aus. Aber die sind halt auch Teil der Szene, im Gegensatz zu unserem leicht verbitterten Germanistik-Studenten hier.

    • Vor einem Jahr

      Die Forderung, dass man sich nur mit einer Szene auseinander setzen darf, wenn man auch ein akzeptierter Teil eben dieser Szene ist, ist auf keinen Fall sinnvoll und dient nur dazu einen Diskurs abzuwürgen.

      Dann dürfte ich mich z.B. niemals über die Grabenkämpfe in der AFD äußern und du, mein gueldener_huerensoehn, vermutlich auch nicht.

      Und "warum dann ein ganzer Track"?
      Ich frage mich eher, warum man so eine Frage stellen sollte. Warum denn nicht?

    • Vor einem Jahr

      Ich äußere mich nicht zu und diskutiere nicht die innerparteilichen Grabenkämpfe der AFD. Ich sehe da keinen Sinn dahinter. Ich diskutiere vielleicht die Frage, warum so viele Menschen die AFD wählen, weil ich das für Relevant halte. Ich diskutiere vielleicht die Grabenkämfpe der Linkspartei, weil ich mir da die Frage stelle, ob ich die wählen will, oder nicht. Wenn ich was diskutiere, muss es einen Bezug zu mir geben. Und wenn es keinen Bezug zu mir gibt, muss ich auch nicht drüber reden, bzw. keinen Track drüber machen. Ich mach ja auch keinen Track darüber, ob Deafheaven nun trv sind oder nicht, oder ob es okay ist, Burzum zu hören. Weil ich halt keinen Bezug zur Szene habe. Und so lange ich nicht checke, welchen Bezug Prezident zur radikalen Linken hat, bleibt sein Track für mich auf dem "haha, kuck mal wie doof die Linken sind" Niveau eines beliebigen FDP Ortsvereins.

    • Vor einem Jahr

      Mein Beispiel mit der AFD war nur ein Beispiel um das Problem deiner Forderung zu illustrieren aber ich glaube wir reden noch ein bisschen aneinander vorbei. Lass es mich nochmal versuchen:

      Ob Deafheaven nun trv sind oder nicht, würde ich auch nicht besprechen wollen, weil ich, wie du, keinerlei Bezug zu Deafheaven habe und Deafheaven auch keinen Bezug zu mir hat. Deafheaven will nichts von mir und ich will nichts von Deafheaven -darum gibt es keinen Redebedarf.

      Bei der radikalen Linken und auch bei der AFD ist das schon ein etwas anderes, denn beide formulieren laufend Forderungen an die Gesellschaft und damit auch an mich und ich finde nicht, dass ich einer dieser Gruppen zugehörig sein muss, um mich zu diesen Forderungen zu äußern.

      Wenn man die Forderung weiterdenkt, darf nur noch innerhalb der jeweiligen Filterblasen diskutiert werden (was ja leider schon fast realität ist) und jeglicher Input von außen ist unerwünscht.

    • Vor einem Jahr

      Okay, ich verstehe jetzt besser, was Du meinst.
      Was mich so wahnsinngig ermüdet, und warum ich den von Dir geforderten Diskurs tatsächlich auch abwürgen will, ist: als jemand, der sich in diesen von Prez besungenen Kreisen wirklich bewegt, und das ganze nicht nur von einer bequemen, akademisch-zynischen Perspektive aus betrachtet, weiß ich, dass das, was Ohrenschmalz oben geschrieben hat, dass der einzige Antrieb dieser Szene nämlich der Hass auf was auch immer sei, einfach riesiger Quatsch ist. Als so jemand weiß ich, dass sich Menschen z.T. bis zum Burnout aufreiben, einfach, weil sie mehr Gerechtigkeit wollen. Auch und gerade für die, die nicht das Glück hatten, in einer westlichen Industrienation aufzuwachsen. Und ja, manchmal schießt man dann über´s Ziel hinaus, fordert und macht Quatsch, aber im Kern geht´s um Gerechtigkeit. So einfach, so pathetisch. Und wenn dann jemand wie Prezident kommt, der nichts tut, ausser sein Akademiker-Rap-Ego zu füttern, und diesen Menschen sagt: schaut doch mal, wie linksgrünversifft, unswaggy und dumm ihr seid, dann sag ich einfach: Fresse, Prezident! Von Dir brauchen diese Menschen sich keine Kritik anzuhören.
      Und ja, vielleicht ist das die von Dir benannte Filterblase. Filtern kann aber manchmal auch ganz gesund sein.

    • Vor einem Jahr

      Eifer spricht Prezi dieser Szene nicht ab eher im Gegenteil ;)

      Ich bin auch in linken Kreisen unterwegs und würde dir zustimmen, dass die meisten, die dort etwas tun aus edlen Motiven handeln.

      Das ändert aber nichts daran, dass der Track teilweise stark ins Schwarze trifft. Die Intoleranz, Diskussionsunfähigkeit und Borniertheit wird doch grade von den Reaktionen auf den Song bewiesen, wenn die Vice die Krallen ausfährt und ein linkes Festival Prezident wegen dieser Debatte auslädt.

      Ich finde auch, dass es weit größere Probleme gibt als die linke Szene, aber wenn ein Rapper, dessen Zielgruppe wahrscheinlich größtenteils diffus linke Akademiker*innen sind in diese Richtung problematisiert, würde ich mir mehr wünschen, als direkte Gegenangriffe. Das haben bisher nur Form/Prim und Dani geliefert.

    • Vor einem Jahr

      Okay, ja, ich würde mich dem sehr allgemein gefassten Post von Ohrenschmalz auch nicht anschließen wollen aber das ist ein anderes Thema...

      Ich kann auch verstehen, dass man manchmal des Diskutierens müde ist und sich einfach mal raushalten will -passt schon, nur sollte man sich dann auch raushalten. Den Diskurs als solchen dann auch abschaffen zu wollen, ist meiner Meinung nach ein großer Fehler.

      Und ohne dich jetzt persönlich angreifen zu wollen, finde ich, dass du mit dieser Haltung in eine der Fallen tappst, die Prezi im ersten Part von "Über Zwei Arten Des Gutseins" beschreibt:
      Du bist dir in deiner eigenen Haltung und der Haltung deines Umfeldes so sicher ("ganz sicher"), dass Diskutieren oder kritisches Nachfragen nicht erwünscht ist und abgeblockt wird. Ich finde das richtig tragisch, wenn sich durch diese kognitive Dissonanz zwischen zwei Lagern riesige Gräben auftun, wo gar keine sein müssten.

      Ich hoffe ich komme jetzt nicht preachy oder herablassend rüber aber die Notwendigkeit, immer wieder zu erklären und auch (gefühlt) dummes Nachfragen zu dulden und letztlich andere Standpunkte auch wirklich als solche zu akzeptieren, habe ich auch erst auf die harte Tour gelernt.

      In diesem Sinne können wir uns wohl auch darauf einigen, dass wir uns nicht ganz einig werden.