Check your headlines: MoneyBoy lebt länger als vermutet, Fifty zeigt sich volksnah und Bushido? Erskrankerjunge!

München (max) - Scheint, als müsste ich mich revidieren: Ganz so kurzlebig wie noch vor drei Wochen gedacht, scheint der Hype um Mister MoneyBoy doch nicht zu sein. Statt, wie vermutet, nach wenigen Tagen wieder in derselben Versenkung zu verschwinden, der der junge Mann – einem Schachtelteufel gleich – wenig zuvor entstiegen war, dreht er den Swag bis dato kontinuierlich weiter auf. Neben der Berichterstattung auf deutschsprachigen Plattformen von ProSieben bis zum österreichischen Rundfunksender Energy sind nun auch die Amis auf den Wiener aufmerksam geworden.

Nicht zuletzt wird sich in den Untiefen von 50 Cents Hip-Hop-Gazette thisis50.com rege über dessen Interpretation von Soulja Boys "Turn My Swag On" unterhalten. Wie die mit "Is This What Europeans Think Of American Rap?" betitelte Diskussion zeigt, scheinen sich die Gepflogenheiten 'der Internet-Hip Hop-Szene' in Sachen Ausdruck allerdings hüben wie drüben nicht spürbar zu unterscheiden. Selbst der ursprünglich aus den USA emigrierte 'son of a bitch' ist nach seiner Einbürgerung in Rapdeutschland offensichtlich als 'Hurensohn' wieder in die Heimat zurückgeschwommen.

Wurscht. MoneyBoy geht steil und hat mit besagtem Video kürzlich die Eine-Million-Klicks-Grenze bei YouTube überschritten, was er nicht gebührend und vor allem real wie immer zu feiern versäumt:

Von meiner Seite: Gratulation. Aber, und hier darf ich eine kürzlich gelesene Online-Weisheit zitieren: "YouTube-Klicks bezahlen Deine Miete nicht." In diesem Sinne: Ein Studio-Album wäre der nächste und konsequente, weil allen hochgezogenenen Augenbrauen weiterhin trotzende Schritt. Und wenn man MoneyBoys Tweets folgt, scheint der Pfad dorthin auch gar nicht mehr so abwegig.

Wenn wir schon von Abwegigem sprechen, dann sei hier jetzt auch noch der Abschuss par excellence, sozusagen die Meta-Ebene der MoneyBoy-inhärenten Komik präsentiert. Der 'Voiceswagger' krallt sich dazu den Text von "Dreh Den Swag Auf" und macht daraus ... Folgendes:

Fifties' Sense für Humor

Wo wir grade bei viralem Gedöns und US-Rappern sind: In den Staaten macht in diesen Tagen Keenan Cahill, ein 15-jähriger Junge, der am seltenen Maroteaux–Lamy Syndrom leidet, mächtig Welle: Mit seinen mimischen Karaoke-Parodien auf erfolgreiche US-Hits hat es die "YouTube Sensation" inzwischen bis auf die TV-Couch von US-Quotenquassel Chelsea Lately geschafft. Das in diesem Kontext eigentlich Interessante ist allerdings der Feature-Gast, der ihn für sein jüngstes Video mal eben zuhause besucht hat:

Dabei hat Fiddy momentan wohl andere Sorgen: Wie rap.de berichtet, wird er nämlich von einem Herrn namens Shadrach Winstead juristisch belangt: Dieser behauptet, der Rapper habe sich für sein aktuelles Album "Before I Self Destruct" in umfangreicher Weise Inspiration aus dessen Buch "The Preacher's Son - But The Streets Turned Me Into A Gangster" geholt. Sowohl konzeptionell als auch konkret in Form ganzer Textpassagen habe der G-Unit-Kopf sein musikalisches Werk mithilfe dieser Lektüre ersonnen, was dem Schriftsteller nun Anlass zur Klage gibt: Er fordert neben Schadensersatz die Auszahlung aller Gewinne aus den Verkäufen von sowohl CD als auch DVD.

Erskrankerjunge

Noch unerfreulicher, weil die körperliche Unversehrtheit betreffend, steht es indes um den deutschen, wenn man so will, 'Rap-Superstar' Bushido, der bisher überwiegend mit allgemeinem Weltschmerz zu kämpfen hatte. Dieser musste nun allerdings seine eigentlich in zwei Wochen beginnende 'v2.010'-Tour aufgrund eines akuten und ganz konkreten Bandscheibenvorfalls auf April 2011 verschieben. Bushido, der bei Promi-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wolhfahrt in Behandlung ist, sagte der BILD Online:

"Ja, es stimmt. Ich musste die Tour verschieben. Die unterste Bandscheibe ist fast pulverisiert. Das war ein kleiner Schock für mich. [...] Der Arzt machte mir klar, dass ich mich sofort operieren lassen müsste, da ansonsten schwere Folgeschäden drohen. Dabei wollte ich mich nur für die Tournee fit spritzen lassen."

Die Operation, die gestern im Klinikum Großhadern durchgeführt wurde, verlief wohl soweit gut, denn sein als äußerst gestreng bekannter Web-Blockwart Congo informiert die Fangemeinde im Bushido-Forum: "bushido gehts gut, alles sehr gut gelaufen, zumindest nach den ersten erkenntnissen, der war heut schon wieder böse, 2 tussis von der presse wollten was von ihm, er hat geschrien und das bedeutet, ihm gehts gut. aber die op war dringend nötig, war nicht mehr viel übrig von der bandscheibe"

Dem gegenüber stehen Kommentare wie: "Bandscheibe fast pulverisiert?? Wer es glaubt ist selig! LOL Da lief wohl eher der Vorverkauf äußerst schleppend. Reine PR." Dies allerdings wiederum bei BILD Online. Ein Blick in die Deutschrap-Glaskugel sagt mir außerdem, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis es aus einem verfeindeten Lager eine Punchline bezüglich 'mangelndem Rückgrat' hagelt.

An dieser Stelle jedenfalls auch wenn wir, mich eingeschlossen, in der jüngeren Zeit eher selten lobende Worte für die Werke des Künstlers und seiner Entourage fanden: Gute Besserung, Bushido.

Last-Minute-Update: Live aus dem Krankenhaus twittert Bushido samt Bild: "Kay hat mich gezwungen die Brille zu tragen ;) Alhamdulilah ist alles gut gelaufen. Danke für eure lieben Wünsche!!!!!!

Wähl die 1-1-0

Apropos: Flers Schützling Reason, der Mann mit Bassbox statt Lunge, steht mit seinem Mixtape "Weisse Jungs Bringens Nicht" in den Startlöchern - morgen ist es dann auch soweit. Bleibt zu hoffen, dass die Vorab-Single "Wähl Die 1-1-0" nicht eine den Rest der Scheibe meilenweit überragende Nummer ist, denn diese Melange aus für Berlin nahezu retro wirkenden Scratches, staubigem Beat und Reasons potentem Organ gefällt durchaus:

Lorem fo shizzle

Hier noch ein kleines Fundstück aus dem Alltag eines Menschen, der neben seinem persönlichen Interesse für Rap beruflich 'was mit Medien' macht: Den wohl bekanntesten aller sogenannten Blindtexte, namentlich 'Lorem Ipsum', gibt es dank ein paar freundlicher Niederländer nun auch in der Snoop Dogg-Version - und zwar hier. Nett, wenn Arbeit und Spaß so formschön kollidieren.

Track der Woche

  1. Rap mit harten Bandagen findet in Deutschland noch nicht auf breiter Front statt, ein Musikverbreitungs-Tool namens Napster liegt gerade erst in den Web-Windeln. Im Norden Deutschlands schickt sich mit Westberlin Maskulin eine sogenannte 'Untergrund'-Formation gerade an, vermittels ihres ersten Tapes "Hoes, Flows, Moneytoes" den Ur-Impuls für einen von der Hauptstadt ausgehenden und sich in den Folgejahren auf die gesamte Republik ausbreitenden Richtungswechsel im Rap zu geben. Soweit die offiziellen, aber ungeschriebenen Deutschrap-Memoiren, wie mir stets vorkommt.

Hier eine Korrektur: Im Süden des Landes flext bereits eine andere Crew auf eine rohe, bis dahin ungehörte Art und Weise über verstörend karge Beat-Landschaften. Die anwesende Ü-25-Fraktion nickt bereits wissend mit dem Kopf... genau: Die Rede ist von München, von Feinkost Paranoia und deren Debüt "Dorn Im Dritten Auge", das fürderhin - zusammen mit dem Sechs-Juice-Kronen-Nachfolger "Biofeedback" - bitteschön uneingeschränkten Klassiker-Status genießt. Von mir aus gerne neben, aber mindestens gleichauf mit dem zwei Jahre später erscheinenden "Battlekings" von Westberlin Maskulin.

So. Das musste mal gesagt werden. Passend zum folgenden Feinkost-Track von deren Debüt - "Der Schwaller":

Ich, Maximum Brandl und sie, Yo Mama Fromm, sammeln und kredenzen wöchentlich Diverses aus dem Kopfnicker-Universum. Anträge, Blumen oder Punchlines an dani@laut.de oder max@laut.de.

Fotos

Snoop Dogg, 50 Cent und Bushido

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