Nach Kim Debkowskis Abgang wetteifern nur noch Jungs um den Titel "Deutschlands neuer Superstar". Kim ist trotzdem "superstolz" auf sich.

Köln (dani) - "Deutschland sucht den Superstar" wird zur Männersache: Mit Kim Debkowski flog am Samstagabend das letzte verbliebene Mädchen aus dem Rennen. Die siebte Mottoshow stand unter dem Thema "Alt vs. Neu", jeder Teilnehmer hatte einen betagten und einen halbwegs aktuellen Titel zu wählen.

Horden von Tänzerinnen und Tänzern in Bunny-Kostümchen, ein gewohnt bestens aufgelegter Ober-Osterhase namens Marco Schreyl sowie die monströs aufgebauschte Geschichte um den im Vorfeld mehrere Tage verschwundenen Menowin Fröhlich täuschten nicht über eine selten höhepunktslose Sendung hinweg.

Nachrück-Kandidat setzt Glanzlichter

Dass ausgerechnet Nachrück-Kandidat Manuel Hoffmann mit seinen beiden Songs die Glanzlichter setzte, spricht im Grunde bereits für sich. Er gab zunächst Snow Patrols "Chasing Cars", später "A Walk In The Park" von der Nick Straker Band zum Besten. Es scheint, als habe ihm der bereits überstandene Rausschmiss wenn nicht Profil, so doch eine ordentliche Portion Gelassenheit mitgegeben.

Der 19-Jährige präsentierte sich gesanglich sicher. In der zweiten Runde verblüffte der ehedem so hüftsteife Knabe zudem mit lässig einstudierter Tanzdarbietung. "Ein absolutes Überraschungsei", befand Dieter Bohlen vom Jury-Tisch. Omma Hoffmann dürfte ebenfalls zufrieden reagiert haben.

Menowin: Unverschämtes Talent checkts nicht

Von Manuels Entspanntheit dürfte sich Menowin Fröhlich eine dicke Scheibe abschneiden. Einst dem Feld meilenweit voraus, zeichnet sich inzwischen ab: Wenn dieser Junge nicht bald lernt, mit Kritik und anderen Anfechtungen, die ein Leben unter den Augen der Öffentlichkeit mit sich bringt, souveräner umzugehen, wird ihm sein fast unverschämtes Talent nicht viel weiterhelfen.

Volker Neumüller formulierte es so: "Einer der besten, die wir bei DSDS jemals gehabt haben, checkt einfach nicht, worum es geht."

Abgesetzt hatte er sich in der vergangenen Woche also - sein gutes Recht, zumal er bestimmt einen guten Grund dafür hatte. Seinen Vorträgen - zunächst "Ayo, Technology" in der Version von Milow, dann "Celebration" von Kool & The Gang - hätte ein wenig mehr Übung dennoch nicht geschadet. Dann hätten vielleicht Text und Einsätze gesessen, und man hätte auch nicht mit derart zur Faust geballter Mimik zum Feiern aufrufen müssen.

Wie eine Kampfansage schleuderte Menowin sein "It's a celebration!" gen Publikum - und erinnerte in seiner mangelnden Glaubwürdigkeit unschön an einen Gentleman, der vor Jahren mit auf Kniehöhe heruntergezogenen Mundwinkeln von der Bühne drohte: "Dis is a positive movement." Ja, so schaust du aus!

Keine Überraschungen von Mehrzad

Mehrzad Marashi machte es diesmal besser, weil schlicht routinierter: Er sang zunächst "Crazy" von Gnarls Barkley und legte anschließend all sein Gefühl in die Superschnulze "Unchained Melody" aus den Beständen der Righteous Brothers. Beide Titel interpretierte Mehrzad makellos, besondere Überraschungen hatte er diesmal allerdings nicht in petto.

Superstolze Verliererin: Kim

Die letzte Dame im Spiel entstieg zu Beginn der Show einem übergroßen Osterei. Es sollte ihr letzter Abend werden. Vielleicht hatte die Erkältung ihrer Stimme doch zu sehr zugesetzt: Kim Debkowski überzeugte gesanglich weder mit Cascadas schauderhaftem Eurodance-Quark "Evacuate The Dancefloor" noch mit "Yes Sir, I Can Boogie" von Baccara. An Optik und Bühnenpräsenz mangelte es allerdings auch diesmal nicht. Ihr Outfit passe "wie die Faust ins Auge", lobhudelte Nina Eichinger. Ins Auge? Aua.

Für Kim ging die Entscheidung der Zuschauer allerdings tatsächlich ins Auge. Ihr halfen weder Grüße an den letzte Woche ausgeschiedenen 'Checker' Thomas Karaoglan noch ein ungebrochen wüst gestylter Benny Kiekhäben zu Gast in ihrem Fanblock: Kim schied - zwar hoffentlich nicht, wie Marco Schreyl behauptete, als "letzte ihrer Spezies" (!), wohl aber als bestes Mädchen und Viertplatzierte - aus dem Spiel aus. "Ich bin trotzdem superstolz auf mich", erklärte sie tapfer. Mit Recht.

Heilsamer Schock?

Menowin, von der Jury zum zweiten Wackelkandidaten neben Kim nieder-geunkt, zerfloss am Ende schier in Erleichterung. "Ich hab' mir voll in die Hose gepisst, nach DEM Auftritt." Ebenfalls mit Recht. Bleibt zu hoffen, dass der Schock heilsame Wirkung zeigt. Menowin sollte man raten, was Nina Eichinger seinem Kollegen Mehrzad auf den Weg gab: "Schüttel' den Druck ab." Wieviel das ausmacht, demonstriert gerade Manuel Hoffmann.

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Dieter Bohlen

Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

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