Im Recall noch dabei, verschwanden die DSDS-Kandidaten Meike Büttner und Joel Havea danach überraschend von der Bildfläche.

Köln (dani) - In den Castings topp, im Recall noch mit von der Partie - danach wurden sie nicht mehr gesehen. Heimlich, still und leise ließ man bei RTL die Kandidaten Meike Büttner und Joel Havea von der Bildfläche verschwinden. Warum? Sie passten offenbar nicht ins Konzept von "Deutschland sucht den Superstar".

Meike Büttner veröffentlichte in der B.Z. ihr "DSDS-Tagebuch" und gab darin Erleuchtungen wie diese zum Besten: "Mir wird klar: RTL sucht nicht mich, RTL sucht niemanden, denn sie haben ihren Superstar: Dieter Bohlen! Und wir, 'die Kinder', tanzen um ihn herum. Weil es eine alte Faustregel ist, dass Kinder immer gut ankommen."

Es geht nur ums Geld

Auf ihrem MySpace-Blog schreibt Meike: "RTL macht Fernsehen ja nicht zu Eurer Unterhaltung, sondern gegen Geld!" Ach, was. Zum Skandal taugte diese Erkenntnis nicht einmal, wenn DSDS ein ganz neues Format wäre.

Aktuell läuft aber die siebte Staffel des Talentsuche-Zirkus'. Da sollte eigentlich jedem klar sein, dass es RTL keineswegs um Nachwuchs-Förderung geht, wohl aber um das Ausnutzen von Träumen mehr oder weniger verblendeter junger Menschen.

Sich darauf nicht einlassen zu wollen: legitim, vielleicht sogar ehrenhaft. In diesem Fall darf man den Rahmen, an dem man sich stört, aber auch nicht für persönliche Zwecke einspannen wollen - was Meike ganz offen einräumt: "RTL stank es gewaltig, dass ich versucht habe, die Sendung zu eigenen Promozwecken zu nutzen."

Dass sich DSDS von einer Teilnehmerin trennt, die die Show für Eigenwerbung instrumentalisieren will und die Prinzipen der Sendung, halte man sie nun für verwerflich oder nicht, an den Pranger stellt: nachvollziehbar.

"Riesen-Musiker" passt nicht ins Konzept

Ebenso nachvollziehbar: der Ausstieg Joel Haveas. Von Dieter Bohlen im Recall anfangs noch als "Riesen-Musiker" gelobt, hörte und sah man von dem Australier plötzlich nichts mehr - was seiner Fangemeinde im Internet Anlass zu allerlei Vermutungen gab.

Joel habe bereits einen Plattenvertrag angeboten bekommen, hieß es. Er sei ausgestiegen, weil er keinen der DSDS-üblichen Knebelverträge unterschreiben wollte, der ihn seiner künstlerischen Freiheit weitgehend beraubt hätte. Man könnte es verstehen. Joel selbst bedankt sich für die Anteilnahme stellt auf seinem Facebook-Profil klar:

"Bin nicht freiwillig ausgestiegen, die Jury hat gemeint, dass mein Stil nicht zu DSDS passt. Hab bisher leider keinen Plattenvertrag bekommen. Aber ich hätte gern einen. Ich plane, bald ein Album rauszubringen und hoffe natürlich weiterhin auf euren Support." Dass Joel, zweifellos ein herausragender Musiker, ohne den Casting-Wahnsinn besser fährt, dürfte außer Frage stehen.

Kommentarlos hinauskomplimentiert

Rätselhaft bleibt der Entschluss der DSDS-Verantwortlichen, beide Kandidaten einfach unter den Teppich zu kehren. Hätte man sich zu besagten Teilnehmern jeweils einen Satz abgerungen - "Meike, dir passen offenbar die Gepflogenheiten der Sendung nicht. Deswegen trennen wir uns von dir. Joel, dein Talent sprengt unseren Rahmen." - man hätte sich munter wuchernde Verschwörungstheorien sparen können. Aber vielleicht, RTL ist vieles zuzutrauen, waren diese sogar einkalkuliert? Im Gespräch bleibt schließlich nur, worüber man spricht.

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Dieter Bohlen

Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

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