BitTorrent hat ein Download-Modell entwickelt, bei dem auch die Künstler verdienen.

San Francisco (hf) - BitTorrent möchte das scheinbar Unmögliche möglich machen und in Zukunft kostenlose Downloads anbieten, bei denen gleichzeitig die Künstler unterstützt werden. Auf einer neu eingerichteten Seite bietet die Filesharing-Plattform zum Auftakt ein Torrent-Paket von DJ Shadow an, das unveröffentlichte Songs des Musikers aus den 90ern enthält.

Das Paket enthält auch den Realplayer. Lädt man den mit herunter, bekommt der Künstler vom Anbieter des Players, Real Networks, Geld ausgezahlt. Diese Option ist freiwillig, entscheidet man sich gegen den Player, bekommt der Künstler allerdings auch nichts.

Die Seite ist noch in der Testphase, bisher bieten bis auf DJ Shadow nur wenige unbekannte Künstler ebenfalls Downloads an. Auch das Paket von DJ Shadow enthält lediglich drei Songs (plus Videos und Bilder) der im August erscheinenden Archivmaterial-Compilation "Total Breakdown: Hidden Transmissions From The MPC Era, 1992-1996".

Die Aktion steht sicherlich im Zusammenhang mit dem verschärften Vorgehen gegen Sharehoster wie Megaupload, dessen Betreiber Kim Dotcom im Januar festgenommen wurde. Während das Pflaster für illegale Downloads immer heißer wird, gewinnen Streaming-Dienste wie Spotify, Deezer oder Simfy an Beliebtheit. Hier kann man Millionen Lieder gegen eine monatliche Gebühr hören, aber nicht downloaden.

BitTorrent versucht angesichts dieser Entwicklungen, die Idee des kostenlosen Downloads zu retten. Diese lautet schlicht, dass alle Kultur und alles Wissen frei zugänglich sein sollte. Die Behauptung der Industrie, dass die Urheber dabei in dem Maße geschädigt würden, wie deren Werke heruntergeladen werden, zweifelt man an. Schließlich lade man sich mehr herunter, als man tatsächlich gekauft hätte, und das, was einem gefalle, würde man sich trotzdem noch kaufen.

Anders als bei illegalen Downloads stimmen die Künstler beim neuen Modell von BitTorrent dem Download zu und bekommen auch einen (wie auch immer kleinen) Haufen Geld. Fraglich ist allerdings, wie zukunftsträchtig das Modell ist. Hat man den Realplayer einmal installiert, braucht man ihn schließlich kein zweites Mal.

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10 Kommentare

  • Vor 9 Jahren

    Nun ja. Herkömmliche Labels mit ihren kulturfeindlichen und veralteten Geschäftsmodellen können die Bedürfnisse von Künstlern und Konsumenten schlichtweg nicht mehr decken. Zudem arbeiten sie seit vielen Jahren absolut unrentabel - wofür sie dann lächerlicherweise Raubkopierer verantwortlich machen. Es wird höchste Zeit, den Musikern und Hörern mehr Macht zu geben und sie nicht den überbezahlten, unfähigen und an Kultur grundsätzlich desinteressierten Produzenten zu überlassen.
    Vermutlich wird die Online-Vermarktung nocht nicht alle Bedürfnisse abdecken können und nach wie vor werden Musiker Agenturen und andere Formen von Labels benötigen, da Aufmersamkeit im Netz zu erregen alles andere als leicht ist. Hauptsache ist aber, daß die jetzigen großen und veralteten Labels endlich pleite gehen und den Weg frei machen für eine von Rezipienten und Schaffenden bestimmte Kulturlandschaft.

  • Vor 9 Jahren

    JaDeVin und Ragism sind es einfach, genau so läuft es. Wobei ich mich ein wenig dagegen aussprechen will, dass es nur noch um Aufmerksamkeit im Netz geht - ich würde es bevorzugen, wenn die Aufmerksamkeit durch etliche Live-Gigs mit der dazugehörigen Mund-Propaganda erzeugt wird, als nur virtuell.

  • Vor 9 Jahren

    ich lach mich weg killt die cd's und schallplatten
    alles nur noch online oder die bands live hören?

    ne danke musik ist genauso wie das medium fil durch das internet geschädigt worden.

    wer es nicht glaub muss sich bloß den markt an gucken!