Die englische Zeitung DailyMail macht My Chemical Romance, Aushängeschild der Emoszene, für den Selbstmord eines 13-jährigen Fans veranwortlich. Jetzt wehrt sich die Band gegen die Vorwürfe.

London (vr) - Anfang Mai erhängte sich die 13-jährige Hannah Bond aus Kent, England in ihrem Zimmer. Die zuständige Untersuchungsrichterin zeigte sich verstört über die Tatsache, dass Hannah wie so viele Gleichaltrige große Anhängerin der neumodischen Variante des Emogenres gewesen ist.

Daraufhin entdeckte das britische Boulevardblatt Daily Mail das Thema für sich. In gleich mehreren Artikeln macht man dort die Emopunks von My Chemical Romance für den Selbstmord mitverantwortlich. Gerade die Amerikaner betrieben nach Worten der Zeitung eine Art "Suizidkult".

Die Vorwürfe erinnern schwer an die Kampagnen gegen Marilyn Manson nach dem Amoklauf an der Columbine Highschool. Noch davor war es Heavy Metal, jetzt hat man wohl "Emo" als neue Frucht des Bösen ausgemacht.

Teuflische Emotionen

Gerard Way und Kollegen setzen sich nun gegen die Anschuldigungen zu Wehr. Auf ihrer Homepage veröffentlichten sie am vergangenen Freitag ein Statement. Während sie darin den Eltern der Toten ihr Beileid aussprechen, distanzieren sie sich ausdrücklich vom Thema Selbstmord.

"My Chemical Romance sind und waren immer gegen Gewalt und Suizid. (...) In unseren Texten geht es darum, die Stärke zum Weiterleben zu finden, trotz Schmerzen und harten Zeiten." Ihre Fans wissen sie dabei im Rücken. My Chemical Romance-Anhänger rufen für den 31. Mai zu einer Demonstration in London auf.

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My Chemical Romance

My Chemical Romance,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) My Chemical Romance,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) My Chemical Romance,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) My Chemical Romance,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) My Chemical Romance,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) My Chemical Romance,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) My Chemical Romance,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) My Chemical Romance,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) My Chemical Romance,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) My Chemical Romance,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) My Chemical Romance,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) My Chemical Romance,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) My Chemical Romance,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) My Chemical Romance,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen)

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51 Kommentare

  • Vor 11 Jahren

    Natürlich beeinflußt Musik. Deswegen wähle ich meine Musik auch in der Richtung aus in der ich beeinflußt werden will.

    Das trifft auf alle Lebenslagen zu, d.h. wenn einer schon solche Tendenzen hat wird er sich nicht unbedingt der neuesten Party mucke zuwenden.

  • Vor 11 Jahren

    @Dorana07 (« Der Begriff Emo ist doch sowieso per se bescheuert, oder?

    Wie sagte Gerard Way (My Chemical Romance) mal so treffend: Musik die nicht EMOtional ist, ist keine Musik. »):

    Joah, stimmt schon. So etwas ähnliches hat Guy Picciotto (Rites of Spring) schon vor rund 20 Jahren gesagt.
    Aber dennoch hat sich "emo" als recht exakt definierter Genrebegriff durchgesetzt.

    Und MCR passen mal sowas von gar nicht in diese Definition, dass es schlicht absurd ist, sie mit diesem Begriff in Verbindung zu bringen ... ;)

  • Vor 11 Jahren

    @bst__ (« Aber dennoch hat sich "emo" als recht exakt definierter Genrebegriff durchgesetzt. »):

    Stimmt halt nicht, geh doch mal auf die Straße und frag Leute was für sie Emo-Musik ist.
    Entweder kennen sie nur den Kleidungsstyle oder sagen solche Sachen wie MCR.

    Emo ist ein schwammiger Genre-Begriff, der gern auch als Schimpfwort benutz wird.