Auf den Index, runter vom Index: Die oberste juristische Instanz beendete nun ein jahrelanges Tauziehen.

Leipzig (dani) - Das Bundesverwaltungsgericht beendete am gestrigen Mittwoch das juristische Tauziehen um Bushidos "Sonny Black". Die Entscheidung in nun höchster Instanz besagt: Das Album wandert zurück auf den Index und darf nun endgültig nicht mehr an Kinder und Jugendliche verkauft werden.

Richter Thomas Heitz begründete das Urteil gegenüber dem Spiegel mit der "hemmungslosen Gewaltdarstellung" in den Texten. Die Sprache sei durchweg "vulgär" und herabwürdigend, insbesondere Frauen und Homosexuellen gegenüber.

Aus der Versenkung auf den Index zurück

Eine Ebene darunter hatte man das noch nicht so eng gesehen: "Sonny Black" wurde ein Jahr nach seinem Erscheinen im Jahr 2014 erstmals indiziert. Bushido hatte damals gegen die Entscheidung geklagt und nach einem fehlgeschlagenen Versuch im vergangenen Mai vom Oberverwaltungsgericht Münster Recht bekommen.

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) hatte sich entschieden nicht einverstanden mit dem laxen Urteil erklärt: "Es ist deswegen indiziert worden, weil es auf Kinder und Jugendliche verrohend wirkt, weil es frauendiskriminierend ist, weil es einen kriminellen Lebensstil verherrlicht und weil es auch homosexuellendiskriminierend ist", ärgerte sich eine enttäuschte Sprecherin der BPjM.

"Abgeschmiert!"

Obwohl sie sich seinerzeit schlechte Erfolgschancen ausrechneten, ging die Behörde in Revision. Das Bundesverwaltungsgericht kassierte nun den Beschluss aus der Vorinstanz, eine höhere gibt es nicht mehr. Bushido kommentierte seine Niederlage mit "abgeschmiert auf ganzer Linie", beteuerte aber noch einmal, er habe weder etwas gegen Frauen noch gegen Homosexuelle. "Sonny Black" bleibt fortan trotzdem für Minderjährige verboten. Fraglich, ob das fünfeinhalb Jahre nach Veröffentlichung des Albums noch viel zur Rettung der Jugend beiträgt.

Fotos

Bushido

Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

Weiterlesen

laut.de-Porträt Bushido

Wer darf sich schon in Deutschland als Gangsta-Rapper bezeichnen, ohne rot zu werden? Eigentlich lange niemand. Klar, Ferris MC oder The Spezializtz mögen …

2 Kommentare mit 9 Antworten

  • Vor einem Monat

    Hören heutige Jugendliche überhaupt noch Bushido? Zu "Sonny Black"-Zeiten kamen vielleicht nochmal welche dazu, aber heutzutage ist das doch primär was für Mitt- oder Endzwanziger, die Stress mit der Arge oder ihrem Chef haben und sich mal abreagieren wollen. Irgendwie ist es auch lustig, dass bis heute kein CCN-Teil indiziert wurde, obwohl es dann ja (bis dato jedenfalls) immer hieß, dass Sonny jetzt wieder hart rappt.

    • Vor einem Monat

      Naja unabhängig davon ob die Indizierung jetzt gerechtfertigt ist oder nicht wird ein Bushido schon auch wissen, dass eine Indizierung vielleicht nicht der sinnvollste kommerzielle Move ist.

  • Vor einem Monat

    rückwirkend betrachtet wohl das letzte wirklich stabile werk. bei den jugendlichen hätte er aber wohl nur eine chance, wenn er sich ne schamhaarfrise zulegen und zukünftig unter dem namen "brudo" releasen würde. wenn man allerdings mal auf die fanseiten schaut, dann hat er merkwürdigerweise abseits von dem klassischen klientel immernoch ne recht große base...

    • Vor einem Monat

      Hörte 2020 wird der Polizeischutz aufgehoben, ob er dann geschlachtet wird wie ein Rindvieh?

    • Vor einem Monat

      Er ist doch quasi der Urvater aller Schamhaarfrisuren.

      Naja, solange er genug Asche abwirft hat er ja weiterhin Araberrücken, da wird Nix passieren.

    • Vor einem Monat

      Wenn man sieht welch unfassbare Klickzahlen Ronin hatte, gerade die ersten 2-3 Tage, gibt es eigentlich keinen Zweifel hinsichtlich seiner Relevanz bei der jugendlichen Klientel.

    • Vor einem Monat

      Kumpel von mir war in Berlin als Ronin released wurde und meinte, dass war da in aller Munde und hat da tatsächlich noch Relevanz. Er ist bald sowas wie der Snoop Dogg des Deutschrap. Mir fällt zumindest spontan keiner ein der schon so lang dabei is und noch so erfolgreich unterwegs ist ob man das gut finden mag oder nicht.

    • Vor einem Monat

      Gibt ja überall genug Hängengebliebene... Würde aber eher Sido als Deutschraps Snoop sehen. Der hat nämlich auch viele Fans und Sympathisanten außerhalb der Deutschrapszene und ist kein Aussätziger, bei dem Otto Normalbürger das Kotzen kriegen. Passt durch seinen Pop-Appeal und seine Westcoast-Affinität auch musikalisch besser, auch wenn ihm ein "Doggystyle" fehlt.

    • Vor einem Monat

      Sido hat die nachhaltigere karriere, bushido hat das klassiker album. Beide kein deutscher snoop.

    • Vor einem Monat

      Wenn dann Sido, klar der authentischere und humorvollere von beiden.

    • Vor einem Monat

      Ja stimmt wohl, Sido ist da wohl der bessere Vergleich. Macht ja mittlerweile auch eher Pop Musik (wie Snoop) statt richtigen Rap, einige Ausnahmen mal abgesehen.