An dem von politischen Aussagen geprägten Abend zeigte sich Stefan Raab einmal mehr als der eigentliche Star.

Bremen (nie) - Recht bald zeichnete sich am Samstag Abend beim Bundesvision Song Contest der Favorit Mark Forster mit seinem intonierten Valium "Bauch Und Kopf" als Gewinner ab. Bei seinem Auftritt zog er alle Register inklusive reichlich unnötigem Firlefanz, aber ohne jeden Höhepunkt.

Die Donots aus NRW dagegen brachten eine aufrührende Kurzansprache ("Während wir hier auf der Bühne stehen brennen in Deutschland Flüchtlingsheime") und einen Song mit politischer Aussage und kamen so zur Silbermedaille. Nicht die einzige politische Ansage an diesem Abend. Ferris MC und Band trugen "Refugees Welcome" auf ihren Shirts, und auch Revolverheld zogen während ihres Gigs die Klamotten vom Leib, unter denen sich dann ebenfalls Shirts mit dem Aufdruck versteckten.

Ein afghanischer Flüchtling sagte die Punkte aus Berlin an, unterdessen führte Stefan Raab wie immer souverän durch den Abend. Vor jedem Auftritt gab es einen kleinen Schnipsel, in dem die einzelnen Teilnehmer zusammen mit dem Kölner jammten, quatschten und Unsinn trieben.

Raab spielte Gitarre, blödelte mit den Künstlern herum, schlug sich dabei die Lippe an einem Mikrofon blutig und erhielt Geschenke der Teilnehmer – das reichte dann von einem Stein, bis hin zu einem Moped. Der – so traurig es sein mag – wahrscheinlich lustigste und unterhaltsamste Teil des Abends.

Doch wer zur Hölle dort draußen hat Yvonne Catterfeld auf Platz drei befördert? Während man noch verstehen kann, dass ein Totalausfall wie Olli Banjo samt Band Wunderkynd mit zwei bitteren Pünktchen auf Rang 16 abgestraft wurde, löst der dritte Platz mit der Catterfeld schlicht blankes Entsetzen aus.

Ermöglicht wurde das Ergebnis nicht zuletzt durch die fragwürdige Punktevergabe: Dass jedes Bundesland sich selbst wählen kann, verwässert die Ergebnisse ungemein. So beschenkten die meisten Bundesländer ihre eigenen Kandidaten mit der höchsten Punktzahl; abgesehen von ein paar Ausnahmen: Bayern strafte seinen eigenen Act Olli Banjo mit zwei Gnadenkugeln .. äh, Punkten ab. Sollte dies also wegen Raabs Rücktritt der letzte Bundesvision Song Contest gewesen sein, wird man über den Verlust wohl hinwegkommen...

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Yvonne Catterfeld

Yvonne Catterfeld,  | © BMG Music (Fotograf: ) Yvonne Catterfeld,  | © BMG Music (Fotograf: ) Yvonne Catterfeld,  | © BMG Music (Fotograf: ) Yvonne Catterfeld,  | © BMG Music (Fotograf: ) Yvonne Catterfeld,  | © BMG Music (Fotograf: ) Yvonne Catterfeld,  | © BMG Music (Fotograf: ) Yvonne Catterfeld,  | © BMG Music (Fotograf: ) Yvonne Catterfeld,  | © BMG Music (Fotograf: ) Yvonne Catterfeld,  | © BMG Music (Fotograf: ) Yvonne Catterfeld,  | © BMG Music (Fotograf: ) Yvonne Catterfeld,  | © BMG Music (Fotograf: ) Yvonne Catterfeld,  | © BMG Music (Fotograf: ) Yvonne Catterfeld,  | © BMG Music (Fotograf: ) Yvonne Catterfeld,  | © BMG Music (Fotograf: )

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3 Kommentare mit 25 Antworten

  • Vor 4 Jahren

    olli banjo war schon eine neue generation des grauens...
    was wohl inno dazu sagt

    • Vor 4 Jahren

      Habs nicht gesehen, scheint aber übel gewesen zu sein. Echt traurig! Man könnte fast den berühmten Black Eyed Peas/Culcha Candela-Spruch verwenden ("Wenn man die Releases in umgekehrter Reihenfolge hört...") :(

    • Vor 4 Jahren

      Ich? Ich muss ehrlich zugeben, dass ich den Kram nicht mal kenne und gerade nicht das geringste Interesse habe, da ein Ohr zu riskieren. Überhaupt habe ich seit "Kopfdisco" praktisch komplett aufgehört, seinen Output zu verfolgen. Das ändert allerdings nichts daran, dass ich die ersten 3 Alben nach wie vor für groß halte, vor allem gemessen an der Zeit, in der sie rauskamen. Schizogenie würde ich definitv noch in meine All Time-Top 20 nehmen. Aber irgendwie hat sich der Kram mittlerweile komplett überholt, und Rapper, die sich an Rochmusik versuchen, waren schon immer mit Vorsicht zu genießen, daher darf gern weitergehatet werden ;)

    • Vor 4 Jahren

      Bin zwar eher ein Verfechter seines Debüts, aber ansonsten kann ich dir nur beipflichten, InNo. Damals war Banjo echt ein richtig Guter, aber irgendwann zu "Kopfdisco"-Zeiten hat er seinen Style, des Öf­te­ren sein Taktgefühl (siehe sein Part bei "30-11-80") und vor allem mein Interesse komplett verloren. Schade und irgendwie merkwürdig, wie schnell das ging.

  • Vor 4 Jahren

    Ich bin Charlie ist von gestern, jetzt sind die Flüchtlinge ein Weg, ein bisschen Extra-Applaus zu ernten. Zur Not täten es auch die schmelzenden Gletscher, aber die sind momentan nicht so in Mode. Und die hungernden Kinder in Afrika sind höchstens noch für einen gepflegten Gähner gut. Immer dieselben ausgemergelten Kinder in den Spenden-Aufrufen, wo dann eine Fliege übers Gesicht krabbelt. Irgendwann kann man es nicht mehr sehen, weshalb man es auch derzeit nicht vor Publikum präsentiert. Doch aktuell ist die Sache mit den Flüchtlingen super fresh, deshalb ein guter Bestandteil der Show.

    • Vor 4 Jahren

      Ja "Refugees" scheinen ziemlich in Mode zu sein. Ich schaffe mir glaub auch mal so einen an.

    • Vor 4 Jahren

      Musste gerade an south Park denken. Vielleicht ist Krebs ja bald wieder en vogue

    • Vor 4 Jahren

      Dieser Kommentar wurde vor 4 Jahren durch den Autor entfernt.

    • Vor 4 Jahren

      1. Gibt es das, wofür wir uns generell engagieren. Vielleicht Gletscher-Schmelze aufhalten. Vegane Ernährung predigen. Die Botschaft Christi verbreiten. Deutschrapland von wack MCs befreien. Auf laut kontroverse Debatten anzetteln.

      2. Das, was uns aktuell bewegt. Und wenn du nachts nicht schlafen kannst (keine Metapher) weil pöbelende Horden "Unsre Fahne, unser Land - maximaler Widerstand" skandieren, dann bist du dankbar für die Bestätigung, dass das eben nicht die neue Weltordnung ist.

    • Vor 4 Jahren

      Nur weil sich jemand auf die Seite der 'Gutmenschen' schlägt tut er dies noch lange nicht nur um den Mainstream zu folgen. Da wir nun nicht in deren Köpfe sehen können, sollten wir ihnen das mal zu Gute halten, weil diese Tage schon genug Leute wieder im 1933 Modus sind. Just my two cents

    • Vor 4 Jahren

      Na, der Ferris trug schon Anfang des Jahres die Klamotten. Der interessiert sich schon ein wenig länger für Flüchtlinge.

    • Vor 4 Jahren

      Am Ende ist es übrigens Piepegal, aus welchem Grund ein Promi sich an solchen Aktionen beteiligt. Selbst wenn der schlimme Finger dabei ausschließlich an Werbung für sich selbst denkt, bleibt am Ende etwas auf der Habenseite hängen. Egal ob das nun Spenden für Haiti oder ein Refugees Welcome betrifft. Leider kann man sich zudem nicht für jedes Leid auf der Welt einsetzen. Man würde schlichtweg zerplatzten.

    • Vor 4 Jahren

      Ich glaube, auf laut.de heißt das "zerbersten".
      Aber ansonsten gebe ich dir recht.

    • Vor 4 Jahren

      Dieser Kommentar wurde vor 4 Jahren durch den Autor entfernt.

    • Vor 4 Jahren

      Gegen Nazis sein ist halt schon dass Mantra der BRD, ironischerweise aber scheinbar nicht im Staatsgebiet in dem ehemals Antifaschismus die Staatsdoktrin war. Grundsätzlich ist Engegement pro Flüchtlinge und gegen rechts zu loben, es bleiben allerdings gerade zu ersterem eine Menge Fragen.

    • Vor 4 Jahren

      "Was musste man in den letzten Wochen auf Facebook nicht alles ertragen: Wortmeldungen von Til Schweiger. Kommentare zu Wortmeldungen von Til Schweiger. Kommentare zu den Kommentaren. Einen 4jährigen, der uns erklärt, er kenne keine Ausländer, sondern nur Kinder. Einen ZDF-Moderator, der weint, weil ein Busfahrer Asylbewerber in Deutschland Willkommen heißt. Und unzählige weitere klebrige Beiträge, die uns nur eins vermitteln wollen: Ich gehöre zu den Guten, ich habe kein Problem mit Flüchtlingen, auch dann nicht, wenn gerade mal ein paar hundert mehr kommen als gedacht. Wo das, was für zivilisierte Menschen eine Selbstverständlichkeit wäre, eine moralische Leistung ist, die man stolz in alle Welt posaunen muss, kann irgendetwas sehr grundsätzliches nicht stimmen"

    • Vor 4 Jahren

      ShakenUp, dein Kommentar hat mich sehr erregt. Bist du M oder W?

    • Vor 4 Jahren

      besorgt es dir garret nimmer richtig, oder wieso bist auf der balz ?

    • Vor 4 Jahren

      Scheinbar war das ein Zitat, zumindest lassen das die Anführungszeichen vermuten. Übrigens ist es herrlich, zu den Guten zu gehören. Dann kann man von weit oben auf die Flüchtlinge herabschauen und sagen: "Keine Bange, liebe Flüchtlinge, ich werde euch nichts tun. Ihr müsst mir nicht mal einen blasen."

    • Vor 4 Jahren

      die würden mir einen blasen? :suspect: da mach ich doch glatt den faulkner und nehme einen ganzen schwung negroider lausbuben bei mir auf :D :mjam:
      aber mal von der ganzen polemik abgesehen. überall im land ploppen flüchtlingsheime hoch und viele couragierte mitbürger nehmen die refugees auf. das ist lobenswert! was ist eigentlich mit den knapp 300k deutschen obdachlosen, junkies und alkis? finden die auch schutz in den flüchtlingsunterkünften? wer nimmt die auf? und wer zahlt dafür?
      nach dem, was spiegel letztens berichtete steigt die armut und der mittelstand schwindet :uiui: :confused: wer steht finanziell dafür gerade? til schweiger? joko & klaas?

    • Vor 4 Jahren

      Und dein Punkt wäre...? Wahrscheinlich (wie meistens) keiner.

    • Vor 4 Jahren

      du kannst lesen und verfügst über basale fähigkeiten des textverständnis, ja?

    • Vor 4 Jahren

      Ich neige dazu, meinen Gesprächspartnern wohlwollend zu begegnen, deshalb habe ich lieber noch einmal nachgefragt, ob hinter diesem geistigen Dünnschiss nicht vielleicht doch irgendein Sinn steckt, der mir nur angesichts der Übermacht von Fragesätzen verborgen bleib. Anscheinend nicht, dann lass dir nur gesagt sein, dass es gar nicht so wenige gibt, die sich auch für Obdachlose abseits der Flüchtlinge engagieren.

    • Vor 4 Jahren

      Davon abgesehen, dass die meisten, die mittlerweile die Obdachlosen so gerne instrumentalisieren, im realen Leben höchstens ein Naserümpfen für eben diese übrig haben. Wenn überhaupt. Also los, belehrt mich eines bessere. Geht raus und helft den Obdachlosen. Schenkt ihnen Aufmerksamkeit und sprecht mit ihnen. Fände ich klasse. :)

    • Vor 4 Jahren

      im rahmen meiner möglichkeiten tue ich dies :)
      @santiago ich nehme an, ich kann da deinem guten wort glauben? :trusty: aber wenn du das sagst, dann stimmt es sicher =)

    • Vor 4 Jahren

      Zunächst einmal meinem Wort als jemand, der sich - wenn auch nicht regelmäßig - selbst für Obdachlose einsetzt und so schon viel unter Helfern und Helferinnen herumgekommen ist, die sich den Arsch für Obdachlose aufreißen und sich von dir bestimmt nicht ihre Existenz leugnen lassen müssen. Darüber hinaus gibt es nicht wenige Organisationen wie diese: http://www.bagw.de/de/ sowie zahlreiche kleinere Vereine, die sich lokal organisieren, um effektiver helfen zu können - wenn du von denen noch nichts mitbekommen hast, spricht das nicht gegen jene, sondern gegen dich. Und noch ein prominentes Beispiel, weil du darauf ja Wert zu legen scheinst: http://www.obdachlosenfest.de/ Das findet zwar nur einmal jährlich statt, erhöht aber das Bewusstsein für das Problem der Obdachlosigkeit und inspiriert viele, selbst aktiv zu werden. Müsste noch viel mehr getan werden? Sicherlich! Trotzdem war dein Post angesichts des existenten Engagements gedankenlos und entlarvend.

    • Vor 4 Jahren

      entlarvend gleich :uiui: :suspect: sei dir versichert ich kenne die kleineren vereine :) und ja, es müsste mehr gemacht werden. wesentlich mehr, wenn ich an die letzten kältetoten denke... aber es ist sommer, da kann man sich ruhig und andere dinge kümmern.
      das obdachlosenfest mag eine nette geste sein, ist aber im prinzip ego circle jerking wie til schweigers asylantenheim der träume. aber es verschafft armen menschen etwas glanz, von daher will ich nichts gesagt haben.
      dennoch würde ich meine weihnachten lieber mit den bedürftigen in meiner gemeinde verbringen. =)

  • Vor 4 Jahren

    Mark Forster ist auf jedem Dorffest des Landes aufgetreten. Der genießt einfach Sympathien für diese Bescheidenheit.