Thom Yorke, Liam Gallagher oder Stormzy: Promis äußern sich über den britischen Regierungschef.

London (jvö) - England bekommt einen neuen Premier, der kontroverser kaum sein könnte. Boris Johnson, frisch gewählter Chef der Konservativen und Nachfolger von Theresa May, erhitzt die Gemüter. Auch die britische Musikwelt hat ihr neues Feindbild Nummer eins. In drastischen, aber auch witzigen Posts kommentierten Musiker die Wahl.

Vor wenigen Wochen beichtete etwa Thom Yorke seine Angst vor dem Wechsel des Premiers und unterstützte die "Friday for Future"-Bewegung. Auf Twitter veröffentlicht der Radiohead-Frontmann nun den Brief eines ehemaligen Lehrers an den Vater des Brexit-Hardliners Johnson, in dem dieser die brutale Selbstüberschätzung und Kritikunfähigkeit des kleinen Boris beschreibt. Es scheint, als habe sich nicht viel geändert. Yorke kommentiert den Brief mit einem deutlichen "Fuck You Prime Minister".

Die in den kommenden Tagen vermutlich am häufigsten zitierte Textzeile stammt aus der Feder des Rappers Stormzy. Bereits bei seiner Headlineshow des diesjährigen Glastonburys ließ er das Publikum die Line "Fuck the government and fuck Boris" intonieren. Videoschnipsel des Songs "Vossi Bop" überschwemmen nun das Internet.

Noch drastischer drückt sich Slowthai aus: "Ein weiterer inkompetenter Vollidiot in Hausnummer 10. Lediglich eine kleine Version Donald Trumps". Wie schon Thom Yorke rundet der Brite seine Worte mit einem klaren "Fuck Boris" ab. Die seit Jahren verkorkste britische Politik hat Spuren bei dem Rap-Newcomer hinterlassen: Sein letzte Platte betitelte er "Nothing Great About Britain".

Und wer dachte, dass sich ein Veteran wie Johnny Marr kultivierter ausdrücken würde, täuscht sich: "Ich wünschte mir, die Leute würden Boris weniger als blöden Witzbold betiteln. Nennt ihn bei seinem richtigen Namen: 'Der Wichser Boris Johnson'".

In seinem ureigenen Stil äußerte sich auch Liam Gallagher. Sein Kommentar legt nahe, dass die Hürden, um Premierminister zu werden, wohl nicht allzu hoch gesteckt sei dürften: "Mein Name ist Liam Gallagher, ich habe vier wunderschöne Kinder, ich habe Drogen genommen und viele Nummer eins-Hits gehabt. Jetzt schickt mir die Schlüssel für Hausnummer 10, ich kläre das". Da passt auch der Titel seines kommenden Solowerks "Why Me, Why Not".

Den Vogel schießt aber kein Musiker, sondern Trumps Tocher Ivanka ab. Vermutlich letzte Nacht zu Bob Marley in Dauerschleife eingepennt, leistete sie sich einen peinlichen Tippfehler und verwechselte "Kingdom" mit "Kingston". Irgendwie schön, dass sich doch noch ein Johnson-Fan zu Wort meldet.

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Liam Gallagher

Liam Gallagher,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Liam Gallagher,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Liam Gallagher,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Liam Gallagher,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Liam Gallagher,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Liam Gallagher,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Liam Gallagher,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Liam Gallagher,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Liam Gallagher,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Liam Gallagher,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Liam Gallagher,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Liam Gallagher,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Liam Gallagher,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Liam Gallagher,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Liam Gallagher,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Liam Gallagher,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof)

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