Immer nur "Last Christmas"? Warum eigentlich nicht? Es gibt aber tatsächlich noch andere Möglichkeiten, um das Fest der Liebe feierlich zu berieseln.

Konstanz (dani) - Na? Wann haben wir in diesem Jahr das erste Mal "Last Christmas" gehört? Für 2017 kann ich diese Frage leider ganz genau beantworten: Es war (Obacht!) im Februar, als Kollege Sven Kabelitz seinem Titel "Rotzmeister" alle Ehre machte, früh wie nie die Weihnachstglocken läutete und Wham!s Jahresendzeit-Megahit samt berückender Schwamm-Mikrofon-Performance zelebrierte. Klar, dass ihn dafür der eine oder andere am liebsten mit den übrig gebliebenen, hart gewordenen Weihnachtsplätzchen steinigen wollte.

Es gibt aber ja noch viel mehr als "Last Christmas". Wir haben einmal quer durchs Programm von laut.fm gezappt und die festlichsten Sender für euch ausgesucht. Besinnlichen Start in die Adventszeit, mit den ...

... besten Weihnachtsradios bei laut.fm

Doch: Warum eigentlich so viel Verachtung für den Wham'schen Weihnachts-Dauerbrenner? Klar, "Last Christmas" erscheint in den strapazierten Ohren der meist wider Willen adventlich dauerberieselten Hörer noch ausgenudelter als "Jingle Bells" oder "Stille Nacht". Geschrieben wurde die Jahr für Jahr frisch aufgebrühte Nummer aber halt auch nur einmal. Es geht die Mär, der Song habe ursprünglich den Titel "Last Easter" getragen, und George Michael habe, als die Plattenfirma auf die Schnelle nach einem Weihnachtslied verlangte, lediglich den Text angepasst.

Do they know it's last christmas?

Eine gute Idee offenbar: Seit 1984 zählt "Last Christmas" zum akustischen Inventar eines jeden Advents und erfuhr ungezählte Coverversionen. Von Roberto Blanco über Erdmöbel, Atomic Kitten, Laith Al-Deen, Ashley Tisdale, Carly Rae Jepsen, Cascada und (Grinch-Alarm!) die Guano Apes-Brülltrulla Sandra Nasic bis hin zu Helene Fischer und ApeCrime wollten sich Stars und Sternchen aller Genres halt auch einmal besinnlich fühlen. Hat ... na, nennen wir es mal "unterschiedlich gut" geklappt.

Ja, aber gibts denn wirklich kein anderes Weihnachtslied? Oho: wohl! Wir haben da noch "den anderen" Christfest-Pop-Klassiker. "Do They Know It's Christmas?" ließen die Urheber Bob Geldof und Midge Ure ebenfalls im Jahr 1984 das versammelte Star-Aufgebot der Band Aid fragen. Der Benefiz-Track spülte insgesamt weit über zwölf Millionen Euro in die Kassen des Band Aid Trusts, der sich die Bekämpfung der Hungersnot in Äthiopien auf die Fahnen geschrieben hatte.

Das Fest der trve love

Doch auch, wenn der erste Eindruck täuscht: Es existiert tatsächlich noch mehr Weihnachtsmusik da draußen. Unmengen, um genau zu sein, darunter keineswegs nur Kinderlieder. Das Fest der Liebe lässt eben doch niemanden kalt. Nicht umsonst nehmen unterschiedslos Schlager-, Pop- und Soul-Sängerinnen und -Sänger immer neue Weihnachtsalben auf. Klassik geht immer, muss aber nicht sein: Sogar die angeblich so hartgesottenen Rocker versammeln sich, wenn der Heiligabend naht, im Schatten des Weihnachtsbaums. "Run, run, Rudolph", röhrte etwa Lemmy Santas Lead-Rentier hinterher, während sich Twisted Sisters Dee Snyder am ersten der "Twelve Days Of Christmas" über das Präsent seiner Liebsten freute: "a tattoo of Ozzy" gab sie ihm. Das muss Liebe sein. Trve love.

Peace, love, unity!

Apropos love: Als Fest der Liebe, des Friedens und der Besinnlichkeit vereint Weihnachten gleich zwei Drittel der einst von Afrika Bambaataa geforderten Hip Hop-Grundtugenden in sich. Peace? Check. Love? Check! Unity? Check! Die Sache mit dem Having-Fun sollte sich dann doch auch nicht mehr allzu schwierig gestalten.

Überhaupt: Geschenke, Tannenduft, Lametta, Christbaumkugeln, Eierpunsch ... kann man dazu wirklich Nein sagen? Warum sollte man? Bloß, weil einem der hundertste Durchlauf von "Last Christmas" auf die Nüsse geht? Das muss doch wirklich nicht sein. Pro-Tipp vom Weihnachts-Elf: "Normales" Radio ab- und statt dessen laut.fm aufdrehen. In den schier unendlichen Senderweiten dort gibt es Weihnachtsradios galore. Stationen, bestückt für jeden Geschmack, von "Kling, Glöckchen, Klingelingeling" bis zu "Rockin' Around The Xmas Tree", und das, um das Geschenke-Budget nicht zu schmälern, auch noch kostenlos. Morgen, Kinder, wirds was geben. Ach, was sag' ich? Wieso morgen? Ihre Festtags-Schlittenfahrt startet schon heute.

Dieser Text ist eine Kurzfassung des entsprechenden Beitrags auf blog.laut.fm

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