"Life Is A Rollercoaster": Manuel Hoffmann weiß es jetzt auch. Obwohl Helmut Orosz Texte vergaß und Prügel einsteckte, musste am Ende Hoffmann gehen.

Köln (dani) - "Deutsch vs. Englisch": Der Titel verriet das Konzept hinter der fünften Motto-Show von "Deutschland sucht den Superstar". Ein Kampf über zwölf Runden war angesetzt: Die verbliebenen sechs Kandidaten gaben am Samstagabend jeweils einen deutschen und einen englischen Titel zum Besten. "Let Me Entertain You", so baten sie gemeinsam zu Beginn der Show. Mission erfüllt: Insbesondere der zweite Durchlauf weitgehend frei von Promo-Allerlei aus überflüssigen Einspielern, aufgequirlten Gerüchten und Bastelstunden zeigte, wie kurzweilig die Sendung sein könnte, ließe man die Teilnehmer einfach nur singen. Zunächst stand aber die deutschsprachige Runde auf dem Programm.

Happy Birthday, Thomas!

Geburtstagskind Thomas Karaoglan eröffnete. Er wählte mit "Hamma" wieder einmal einen Titel aus dem Fundus von Culcha Candela. Trotz limitierter gesanglicher Fähigkeiten hatte der frisch 17-Jährige sichtlich Spaß. Das Rudel knapp berockter Tänzerinnen, das ihm zur Seite stand, dürfte seinen Beitrag geleistet haben. Unterhaltsamer Auftritt - die blaue Bling-Bling-Geburtstagstorte hatte sich der Kleine dafür redlich verdient. Im zweiten Anlauf bot Thomas "Relight My Fire" - von Take That. Wer war noch gleich Dan Hartman? Egal, für den selbsternannten Checker, die Fleisch-Werdung des Prinzips "Feature dich selbst wie die Hölle", ging die Rechnung voll auf.

Kim bringt Farbe ins Spiel

Die einzige übrig gebliebene Lady hielt ihrer Linie ebenfalls die Treue: Kim Debkowski brachte Farbe ins Spiel. Ihre Version von "Krieger Des Lichts", auch nicht schlechter als die schwachbrüstige Vorlage von Silbermond, trug Kim, ebenso wie ihr zweiter Versuch mit "Can't Get You Out Of My Head" von Kylie Minogue, empor gereckte Daumen vom Jury-Tisch ein. "Toller Auftritt", befand Dieter Bohlen. Recht hat er: Verblüffend insbesondere, wie sich die überspannte, überschminkte Zicke aus den Castings zur echten Sympathieträgerin mauserte.

Manuel: Nett, aber belanglos

Sympathie allein genügt aber auch nicht, wie Manuel Hoffmann am eigenen Leib erfuhr. Er gab zum einen Laith Al Deens "Bilder Von Dir", zum anderen "Life Is A Rollercoaster" von Ronan Keating zum Besten. Über den Eindruck "nett" kamen beide Darbietungen auch diese Woche nicht hinaus, obwohl der Chef-Juror mit Lob nur so um sich warf. Der Rest der Jury teilte eher die trockene Einschätzung eines unbeteiligten Passanten in meinem Wohnzimmer: "belangloser Mensch singt belangloses Lied". Die Zuschauer schlossen sich offenbar mehrheitlich dieser Meinung an: Manuels Achterbahn entgleiste, er schied am Ende des Abends aus.

Peinlicher Auftritt, Helmut!

Viel mehr verdient hätte dieses Schicksal ein anderer. Er verhunzte die für seine Rock-Stimme zweifellos grandiose Songauswahl mit an Peinlichkeit schwer zu überbietenden Textlücken. Es gibt tatsächlich einen Menschen in dieser Republik, in dessen Unterbewusstsein die Lyrics zu "Satisfaction" von den Stones und Klaus Lages "1001 Nacht" nicht unauslöschlich eingemeißelt sind. Er trägt den Namen Helmut Orosz. Die ihm zugesellten Mädels mit Gitarren, die zuvor offensichtlich noch nie ein solches Instrument in der Hand gehalten hatten, machten das Grauen komplett. Die Jury verteilte angemessene Verbalwatschen: "Du wirst es in diesem Beruf zu nichts bringen." Für den Einzug in die nächste Runde reichte es erstaunlicherweise trotzdem.

Premiere: Menowin provoziert Nina zu einer Meinung

Das Favoriten-Doppel setzte man in dieser Woche wirkungsvoll auf die letzten beiden Startplätze. Menowin Fröhlich wirkte zwar wie eine gestauchte Ausgabe von Jan Delay, wie er sich durch Peter Maffays "Über Sieben Brücken Musst Du Gehen" kiekste. Trotz unkonventioneller Interpretation, die - Premiere! - Ja-Sagerin Nina Eichinger eine eigene Meinung entlockte, zeigte er sich gesanglich gewohnt sicher. Mit "If You Don't Know Me By Now" setzte er in der zweiten Runde noch einen drauf. Dass ich bei der dramatischen Simply Red-Nummer nur noch die Badesalz-Version - "Evi, du wohnst in Bad Nauheim" - im Ohr hab: schließlich nicht Menowins Schuld.

Tagessieg für Mehrzad Marashi

Den Tagessieg musste Menowin dennoch an Mehrzad Marashi abtreten. Der tanzte sich schwungvoll durch Madcons "Beggin'", hatte den Höhepunkt der ganzen Sendung jedoch längst mit seinem Erstschlag gesetzt: "Flugzeuge Im Bauch" von Herbert Grönemeyer, großartig gesungen, eigen interpretiert, mit dem Leiden der Welt in seiner Stimme - preisverdächtig.

Mehrzad und Menowin ins Finale, bitte!

Für den Fortgang dieser Staffel bleiben eigentlich nur drei Wünsche offen: Bitte Mehrzad ins Finale. Bitte Menowin ins Finale. Und bitte auch künftig zwischen Show und Entscheidungsverkündung statt mieser Comedy einen Schwergewichts-Boxkampf. Der tapfere Underdog muss ja nicht jedesmal in den letzten Sekunden auf die Bretter gehen. Danke, Fast Eddie Chambers, für exzellente Unterhaltung.

Fotos

Dieter Bohlen

Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

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