Mit deutlicher Mehrheit straften die Bürger gestern ihr umstrittenes Stadtoberhaupt Adolf Sauerland ab.

Duisburg (lau) - "Wir brauchen 92.000 Stimmen – und die kriegen wir auch", prophezeite Theo Steegmann, Sprecher der Initiative 'Neuanfang Für Duisburg' im Oktober 2011, als bereits 79.000 Duisburger Bürger den Antrag auf ein Abwahlverfahren unterschrieben hatten. Er sollte am Ende mehr als Recht behalten: Mit deutlich mehr Stimmen als nötig wählten die Duisburger Bürger gestern ihren Oberbürgermeister Adolf Sauerland ab.

Fast alle gegen Sauerland

Das politisches Ende Sauerlands nahm vor rund 20 Monaten seinen Anfang. Lange Zeit verkannte er eine Mitschuld am Loveparade-Unglück vom 24. Juni 2010, bei dem 21 Menschen ums Leben kamen und hunderte verletzt wurden.

Im Oktober 2011 hatte die Bürgerinitiative mit Unterstützung von SPD, den Grünen und der Linkspartei zur Unterzeichnen des Antrags auf eine Abwahl des CDU-OBs aufgerufen. Sie warfen ihm Fahrlässigkeit bei der Genehmigung der Loveparade und Fehler im Umgang mit den Opfern vor.

Das sieht einen deutliche Mehrheit der Duisburger offenbar ähnlich: Rund 130.000 Bürger votierten gegen Sauerland - 40.000 mehr als nötig. 25 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten waren für eine Abwahl erforderlich, am Ende waren es 35 Prozent sowie 85 Prozent aller abgegebenen Stimmen. Nur an die 20.000 Duisburger stimmen für Sauerland.

Erleichterung bei den Betroffenen

Sauerland selbst zeigte sich überrascht und wenig Einsicht: "Ich war mir sicher, dass, bei den ganzen Erfolgen, die wir in den letzten acht Jahren hier in Duisburg erzielt haben, das Ergebnis anders sein wird."

"Jetzt können wir endlich wieder mit erhobenem Haupt nach vorne blicken", jubelte dagegen Steegmann. Und auch die Betroffenen vom 24. Juni zeigten sich erleichtert. "Wir sind sehr froh, dass es so ausgegangen ist", so Jürgen Hagemann, Sprecher des Betroffenen-Vereins 'Massenpanik Selbsthilfe'. Er hoffe nun endlich auf Entschädigung für die Opfer: "Das haben die bisher einfach unter den Tisch fallen lassen."

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30 Kommentare

  • Vor 7 Jahren

    das meine ich auch nicht. diese gesamtstylistik jedoch, das unglück durch aussitzen zu einem lediglich politischen ereignis in seiner ob-bio zu machen plus ein paar halbherzigen krokotränen, während man in der bevölkerung längst jeden rückhalt verloren hat.....das ist so dermaßen stumpf und egozentrisch......von sowas sähe zumindest ich mich nicht repräsentiert.

  • Vor 7 Jahren

    Wohl wahr. Dann hat sich das ja geklärt^^.

  • Vor 7 Jahren

    Also der Sauerland ist tatsächlich so ein selbstverliebtes A-Loch wie man ihn in den Medien erlebt hat. Mein Onkel hatte mit dem Vogel schon zu tun und das in der CDU ein gewisser Mangel an Selbstreflektion herrscht ist ja nix Neues. Nichts desto trotz bleibt ja wohl die Tatsache im Raum stehen das sowohl Veranstalter, Polizei etc ein schlüßiges Gesamtkonzept vorlegen mussten, was sie auch taten, welches aber einem katatstrophenfall wie dem eingetretenen nicht standhalten konnte. Dies war bekannt und Sauerland hats aus Prestigegründen für sich und die Stadt Duisburg trotzdem unterschrieben, nein sogar mit aller Gewalt durchgesetzt (Sämtliche Fakten nachzulesen im Spiegel). Wäre er nur annäherend verantwortungsbewußt gewesen hätte er das nicht unterschrieben. Mit genau diesem Vorbild ging ein Jahr vorher der Bürgermeister von Bochum voran. Klar waren auch andere mitverantwortlich, aber als oberste Instanz trägt der auch die Verantwortung.
    abschließend:
    @ Prometheus: alter was für ne Flachpfeife bist du denn bitte??? Ist das nur rumgetrolle um mal bissel aufmerksamkeit zu bekommen oder ist da tatsächlich ein Hohlraum wo andere ein Gehirn haben? Sorry, aber was soll denn der Mist von wegen "Tiere" usw.. Kumpel von mir war vor Ort und der meinte du hast überhaupt keine Möglichkeit gehabt noch irgendwas selbst zu steuern, man wurde einfach mitgedrückt. Und woher sollen die Leute die 50m hinten dran drücken wissen das da vorne jemand grad niedergetrampelt wird. Tip: Einfach mal das Teil zwischen deinen Ohren in betrieb nehmen bevor du dich das nächste mal in aller Öffentlichkeit zum Horst machst.