Die gruseligen 80er standen Pate für die vierte Motto-Show bei "Deutschland sucht den Superstar". Ines Redjeb gab erneut die Salzsäule - und aus.

Köln (dani) - Moderator Marco Schreyl drohte mit Schulterpolstern, Vokuhila-Frisuren und - untermalt von Modern Talking-Klängen - der "schönen Musik" eines Jahrzehnts, das, wer alt genug ist, in gruseligster Erinnerung hat: "80er-Jahre-Party" lautete das Motto der aktuellen Runde von "Deutschland sucht den Superstar". Kaum zu glauben, dass man die Kandidaten noch schlimmer zurecht machen kann, als es in der Strandparty-Folge der vergangenen Woche geschah. Der Vorspann, mit dem die verbliebenen glorreichen Sieben vorgestellt wurden, belehrte eines Besseren.

Leid und Freude fürs Auge

Augenkrebs-Alarm auch beim Einmarsch der Jury. Das ... Ding, das Nina Eichinger trug, bezeichnete ein gewohnt blendend gelaunter Moderator später als "das tollste Outfit des Abends". Nun, "toll" besitzt, man denke an Tollkirschen, Tollwut und Tollhäuser, schließlich mehrere Bedeutungen. Ein Ausschnitt bis knapp übers Schamhaar zwang Bohlens Beisitzerin jedenfalls dazu, bei jeder der zahlreichen Umarmungen ihren Vorbau frisch zusammenzuraffen. Soll das Jonglage mit weiblichen Reizen sein?

Wie man das um Welten besser macht, zeigte gleich der erste Auftritt des Abends: Kim Debkowski sah bezaubernd aus, obwohl sie, wie sie betonte, ein Kleid "original aus den 80ern" trug. Es war doch nicht alles schlecht, damals. Ihre Version des Bangles-Hits "Eternal Flame" ging zudem gesanglich in Ordnung. Die Jury lobte - insbesondere auch Kims Fähigkeit, Kritik einzustecken.

Ines nervt nicht nur Volker Neumüller

Eine Begabung, die Ines Redjeb vollkommen abgeht: Sie fiel Bohlen & Co. schnippisch ins Wort, als sie sich die Quittung für ihren erneut stocksteife Darbietung abholte. Zwei bis drei Wechsel von Stand- und Spielbein, einmal eine gen Himmel gereckte geballte Faust: Besonders unpassend, wenn man sich ausgerechnet einen supertanzbaren Madonna-Titel wie "Like A Prayer" zur Brust nimmt. "Now I'm dancing", is' klar.

Volker Neumüller tat unverblümt seinen Unmut kund. Das abstimmende Publikum pflichtete seiner Einschätzung, derlei habe auf einer Bühne nichts verloren, bei. Kurz vor Mitternacht stand fest: Ines darf ihre Koffer packen und lässt Kim als letzte Frau im Rennen allein zurück.

Sympathische Omma rettet Manuel

Kim zur Seite stehen fünf Jungs: Manuel Hoffmann zitterte bis zum Schluss um sein Fortkommen. Auch er wurde von der Jury als Wackelkandidat eingestuft. Nicht zu Unrecht, holperte seine Fassung von "Ohne Dich" aus dem Fundus der Münchener Freiheit doch merklich neben dem Rhythmus her. Immerhin: Man merkte dem Knaben an, dass er den Titel mag. Möglicherweise rettete ihm das am Ende den Hals. Vielleicht war es aber auch nur seine neuerlich zu Promo-Zwecken herangezogene, höchst sympathische Omma.

"Dirty Dancing" mit Helmut Orosz

Über Starappeal verfügt Manuel jedenfalls so wenig wie sein Kollege Helmut Orosz. Bohlen schmähte ihn, nicht ganz ohne Grund, als "Animateur im Robinson-Club" mit der "Ausstrahlung eines Versicherungsvertreters". Helmuts Projekt "100% Text" darf man angesichts seiner Darbietung zwar für gescheitert erklären. Auch der schlimm offensichtliche deutsche Akzent in seinem Englisch störte den Genuss der Eric Carmen-Schnulze "Hungry Eyes" aus "Dirty Dancing" erheblich. Reibeisen-Sound in der Stimme und eine recht flotte Tanzeinlage brachten den Staffel-Ältesten jedoch auch über diese Woche.

Thomas rockt die Schwulenparty

Weniger Anlass zum Bangen hatte Thomas Karaoglan. Er wirkte in seiner Polizisten-Uniform zwar wahlweise wie direkt aus "The Full Monty" oder der Torte bei einem schwulen Junggesellen-Abschied entsprungen, ließ die Klamotten glücklicherweise aber am Leib und spaßte sich in vergnüglicher Alleinunterhalter-Manier durch "Y.M.C.A.".

Gelungene Vorstellung, allein: Die Village People ließen diesen Heuler bereits 1978 auf die Menschheit los. Als ob die 80er für eine 80er(!)-Party nicht wirklich ausreichend Material bereit gehalten hätten, zu dem man sich gepflegt zum Horst machen kann, ohne dabei das gegebene Thema zu verfehlen.

Selbst Lionel Richie hätte applaudiert

All dies bleibt schmückendes Beiwerk, blickt man auf die beiden erklärten Favoriten der laufenden Staffel: Mehrzad Marashi begab sich zwar in bewährtes Schmachtballaden-Fahrwasser zurück. Seiner Interpretation von "Hello" hätte aber vermutlich selbst Lionel Richie applaudiert. So behandelt man eine Schnulze. Dieter Bohlen blieb nichts zu meckern: "Du hast es dir sehr einfach gemacht", befand er. "Du hast einfach alles richtig gemacht."

Optik bleibt Nebensache

Ebenso sein größter Konkurrent Menowin Fröhlich. Michael Jacksons "Billie Jean" gab zwar wenig her, um gesangliche Stärken auszuspielen. Menowin präsentierte sich aber einmal mehr als Entertainer, der seine Bühne fest im Griff hat und tanzte sich eindrucksvoll um Sinn und Verstand. Großer Sport.

Gut allerdings, das der Preis für das beknackteste Outfit bereits an Nina Eichinger ging: In einem Pailletten-besetzten Jacko-Jäckchen wirkte Menowin noch Frikadellen-mäßiger als im himmelblauen Trainings-Anzügle aus der Vorwoche. Aber Optik bleibt, das bewies das Ausscheiden Ines Redjebs, zum Glück manchmal doch Nebensache.

Fotos

Dieter Bohlen

Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

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27 Kommentare

  • Vor 11 Jahren

    @nicht ihn nicht er:
    JaDeVin braucht sich bei mir ganz bestimmt nicht zu entschuldigen - weil er nämlich mit dem, was er schreibt absolut recht hat! RTL hat es in der Tat geschafft, aus einem Talentwettbewerb junger Musiker eine Freakshow zu machen, die genauso laut und prollig daherkommt, wie es ein erheblicher Teil der jugendlichen Bevölkerung offensichtich mag.
    Wenn Du Deine Zeit nicht vorrangig dazu nutzen würdest, hier das Forum vollzuspammen, sondern Dich einmal ernsthaft mit einem Thema zu befassen, könntest Du unter anderem feststellen, das eine Lauren Talbot und eine Rania Zeriri um Klassen mehr Niveau und musikalisches Talent haben als die meisten Pappnasen, die RTL dort bevorzugt zeigt.
    Lauren Talbot hat u.a. den Soundtrack zu einem Film ("Der Weltenbauer") geschreiben, welcher in Deutschland leider nur im Spätprogramm des ZDF lief, dafür aber auf zahlreichen internationalen Filmkunstfestivals lief. Rania Zeriri war die bislang einzige Kandidatin, die sich bereits während der Show und vor laufenden Kameras klar und deutlich über die manipulative und auf Krawall und Quote orientierte Machart von DSDS geäußert hat. Auch wenn der ganz große Erfolg bislang ausgeblieben ist, ist sie auf jeden Fall eine der beeindruckendsten Persönlichkeiten, die bislang in einer deutschen Castingshow zu sehen war und es bleibt ihr zu wünschen, dass sie aus ihren zweifellos vorhandenen Talent etwas macht.
    Künftig als einfach mal die richtige Reihenfolge beachten: erst informieren - dann denken - dann posten (und wenn man keine Ahnung/Meinung hat oder haben will: einfach die Klappe halten)

  • Vor 11 Jahren

    ich poste in der reihenfolge in der ich will, da hast du mir doch garnix zu sagen. gerade, weil so ziemlich alles was du da schreibst einfach nicht stimmmt. geh doch bitte zurück ins bravogirl-forum