laut.de-Kritik

Feiner Lounge-Hybrid des Deutsch-Japaners.

Review von

Das englische Adjektiv 'versatile' übersetzt das Wörterbuch mit vielseitig oder flexibel. Dass es zum Titel des neuen Longplayers von Naoki Kenji wurde, ist mit Sicherheit kein Zufall. Schließlich pflegt der Deutsch-Japaner einen Stil, der überall auf der Welt zu Hause ist. Electronica mischen sich da mit Jazz, House, Breakbeats, Downbeat sowie leichten Anleihen an Soul und Funk. Die elf Tracks auf dem aktuellen Longplayer "Versatile" verbinden die unterschiedlichen Einflüsse zu einem feinen Lounge-Hybrid.

Als Plattform für das neue Album hat Kenji, nachdem er in der Vergangenheit zumeist beim renommierten Label Electrolux veröffentlichte, den neu gegründeten Imprint 4MPO gewählt. Musikalisch dominieren auf "Versatile" zunächst jedoch die Parallelen zum Vorgängeralbum "Ecoustic". "La Musique Japonaise" führt mit lockeren Grooves in das Album ein, bevor mit "Haru" eines der Highlights auf die Hörer wartet.

Leichte Flächen, ein zurückgenommener Beat und die sanften Klänge eines Glockenspiels laden dazu ein, die Gedanken ziellos dahin gleiten zu lassen. Im Anschluss erklingen mit "Let It Flow" erstmals Voacls auf "Versatile". Für knapp die Hälfte der Tracks hat sich Naoki Kenji Verstärkung am Mikrofon geholt. Fünf Vocal-Stücke mit fünf unterschiedlichen Sängern haben ihren Weg auf "Versatile" gefunden und unterstreichen damit erneut den Titel des Albums.

Bilden zu Beginn Jazz, Lounge, Soul und Downbeat die Referenzpunkte der Tracks, so kommt später die Clubkultur als Inspirationsquelle stärker zum Zug. "Tsunami", der Name lässt es bereits erahnen, verschärft die Gangart ein wenig und öffnet die Tür zum Club. Mit "Mainichi Pia" oder "Seaside Club" zeigt Naoki Kenji schließlich, dass er sich im Deep House genauso zu Hause fühlt wie in sämtlichen zuvor bereits touchierten Musikstilen.

Am Ende steht ein Album, das trotz der Vielseitigkeit der Einflüsse seinen ganz eigenen Charakter entwickelt und niemals Gefahr läuft, der Beliebigkeit zum Opfer zu fallen. "Versatile" ist Lounge-Musik im besten Sinne. Mit den inflationären Tracks vieler Lounge-Compilations haben die Produktionen von Kenji nichts gemeinsam.

Trackliste

  1. 1. La Musique Japonaise
  2. 2. Haru
  3. 3. Let It Flow (Jazz Mix)
  4. 4. Bedtime
  5. 5. Ashiata No Tayo
  6. 6. Tsunami
  7. 7. Oshistuki
  8. 8. Rain On
  9. 9. Mainichi Pia
  10. 10. Seaside Club
  11. 11. Endless

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